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Schwimmer Wolf: In der Höhe liegt die Ruhe

Schwimmen, Deutsche Meisterschaft Schwimmer Wolf: In der Höhe liegt die Ruhe

Vor vier Monaten stand Felix Wolf noch vor dem Karriereende, inzwischen hat sich der Schwimmer zurück in den Bereich der nationalen Elite gekämpft. Nach seinem Pfeifferschen Drüsenfieber bereitete sich der 26-jährige Potsdamer zuletzt zwölf Tage in der Abgeschiedenheit der spanischen Sierra Nevada auf die deutsche Meisterschaft vor – und hofft dort einen rauszuhauen.

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Felix Wolf startet bei der DM über drei Rückenstrecken.

Quelle: dpa

Potsdam. Der Spaziergang gehörte für Felix Wolf zum täglichen Ritual. „Ich bin immer mindestens 45 Minuten, einmal auch zwei Stunden auf den Berg gelaufen. Wenn gutes Wetter ist, hat man eine traumhafte Aussicht. Und man kriegt einfach den Kopf frei“, erzählt der Potsdamer Schwimmer über sein Höhentrainingslager in der Sierra Nevada/Spanien, von dem er am Montag zurückkam. Dort bereitete er sich auf die deutsche Meisterschaft in Berlin (5. bis 8. Mai) vor.

Im Januar gab es die Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber

In den vergangenen Monaten musste der 26-Jährige über so einiges Nachdenken. Im Januar diagnostizierten Ärzte bei ihm Pfeiffersches Drüsenfieber. „Wenn man so eine Diagnose bekommt und man sich mit der Qualifikation für die Olympischen Spiele so hohe Ziele gesetzt hat, dann ist das ein sehr großer Niederschlag“, berichtet Wolf von der schwersten Zeit seines Sportlerlebens. Fünf Wochen konnte er nicht trainieren, „das hatte ich wahrscheinlich in den letzten zehn Jahren nicht“. Das Karriereende stand im Raum, doch er entschloss sich weiterzumachen. „Ich schwimme schon so lange, da konnte ich nicht einfach aufhören“, sagt der Rückenspezialist.

Also stieg er wieder ins Becken, zunächst in die Trainingsgruppe mit den Frauen. „Es war natürlich sehr schwierig für den Körper reinzukommen, vor allem auch weil die Jungs sehr gut waren. Aber ich habe mich durchgekämpft, ich hatte die Lust und den Willen, mich so ranzukämpfen, dass ich wieder bei den Männern mitschwimmen konnte“, erzählt Wolf. So fuhr er mit der Trainingsgruppe von Trainer Jörg Hoffmann nach Singapur, anschließend zum Swim Cup nach Eindhoven, um sich überhaupt für die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Beim Wettkampf in den Niederlanden landete er hinter seinen Potsdamer Teamkollegen Christian Diener und Carl Louis Schwarz auf Rang drei über 200 Meter Rücken. „Ein Dreifacherfolg hört sich immer gut an. Jedoch lag meine Finalzeit sechs Sekunden über der Olympianorm“, sagt Wolf.

Wolf: „Ich habe mir den Druck komplett rausgenommen“

Trotzdem ist er nach den zwölf Tagen in Spanien, in denen er ohne Trainer und Trainingsgruppe an seiner Form arbeitete, vorsichtig optimistisch. „Durch diesen Saisonverlauf habe ich mir den Druck komplett rausgenommen. Ich gehe recht befreit an den Start und nehme mir als Ziel eine gute Zeit vor. Ich wäre ganz gerne schneller als in den letzten beiden Jahren, das wäre ein Fingerzeig. Wenn ich durch den freien Kopf einen raushauen kann, wäre es natürlich sehr schön“, erzählt der mehrfache deutsche Meister.

Um in Form einer Medaille einen rauszuhauen müsste, er auch an der Potsdamer Konkurrenz aus seiner Trainingsgruppe vorbeischwimmen. Über die 50, 100 und 200 Meter Rücken geht Wolf ins Becken. Christian Diener startet über die selben Strecken, Carl Louis Schwarz über 50 und 100 Meter Rücken. PSV-Kollege Yannick Lebherz startet über 200 Meter Rücken und über 200 Meter Freistil. Mit letzterem bestreitet Wolf auch noch die Mixedstaffel.

30 Schwimmer können sich für Rio qualifizieren

Chefbundestrainer Henning Lambertz rechnet mit etwa 30 Beckenschwimmern, die nach den deutschen Meisterschaften für die Olympischen Spiele in Frage kommen.

Beim ersten Teil der Qualifikation für Rio de Janeiro müssen sowohl im Vor- als auch im Endlauf Normzeiten unterboten werden. Im Vorlauf ist eine Zeit gefordert, die Platz 20 in den Vorläufen der WM 2015 bedeutet hätte; im Finale ist Platz 12 notwendig. Damit sind die Normzeiten im Vergleich zum Vorjahr etwas anspruchsvoller. Die Erst- und Zweitplatzierten, die beide Normen unterbieten, haben den ersten Teil der Qualifikation geschafft.

Die Schwimmer müssen dann bei einem weiteren Wettkampf bis Anfang Juli ihre Zeiten bestätigen, um sich die Tickets für die Spiele vom 5. bis 21. August in Brasilien zu sichern.


Zur Wahl stehen: die Mare-Nostrum-

Tour mit den Stationen Canet, Barcelona und Monaco im Juni oder die German Open in Berlin (5. bis 8. Juli).

Der Weltmeister über 200 Meter Brust, Marco Koch, muss ebenso wie der WM-Dritte Paul Biedermann (200 Meter Freistil) für Olympia keine Normzeit erfüllen. Für das Erfolgsduo reicht Platz eins oder zwei bei den nationalen Titelkämpfen.

Von Stephan Henke

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