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Silberrausch: Super Bowl Carolina gegen Denver

American Football Silberrausch: Super Bowl Carolina gegen Denver

Ein Spiel steht in der Saison der National Football League NFL noch an. Es ist die Partie, in der jeder Football-Profi einmal dabei sein möchte - der Super Bowl. Diesmal sind die Rollen klar verteilt. Carolina gilt gegen Denver als Favorit.

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Im 50. Super Bowl treffen die Denver Broncos auf die Carolina Panthers.

Quelle: Robert Sullivan

San Francisco (dpa) – Fünfstellige Ticketpreise, die ganze Welt schaut zu, und auf dem Rasen steigt das Duell der Generationen um den 50. Super Bowl. Denver Broncos gegen Carolina Panthers.

Am Super-Sonntag kämpfen in Santa Clara die stabilste Abwehr und der offensivstärkste Angriff der National Football League NFL um Amerikas begehrteste Sport-Trophäe, die Vince Lombardi-Trophy. Die von Quarterback Cam Newton angeführten Raubkatzen gehen mit einer Saisonbilanz von 17:1 Siegen in den Showdown und müssen mit der Favoritenbürde leben. Gewinnen die Panthers, dann gehört der 3,2 Kilogramm schwere Pokal aus Sterling-Silber erstmals ihnen.

"Wir sind ein physisches Team, und wir wollen tonangebend sein", erklärte Carolinas Trainer Ron Rivera. Er schickt die beste Offensive der Liga ins Endspiel und hat in Newton den überragenden Akteur der Saison als Spielmacher. Der 26-Jährige kann ebenso gut passen wie laufen. Doch Newton ist auch jemand, der polarisiert und mit seinen Tänzen nach einem Touchdown proviziert. Und er spielt gerne auf seine Hautfarbe an: "Ich bin ein afro-amerikanischer Quarterback. Das mag einige Leute verängstigen, denn sie haben noch niemanden gesehen, mit dem sie mich vergleichen können."

Peyton Manning hält sich mit großen Sprüchen zurück – die hat der Broncos-Quarterback kurz vor seinem 40. Geburtstag ohnehin nicht mehr nötig. Selbst er weiß, dass die Schlagzeilen seinem Panthers-Pendant gehören – zu Recht. "Cam spielt eine unglaubliche Saison – beeindruckend. Er ist ein großartiger Werfer, ein großartiger Läufer und ein großartiger Anführer", lobte Manning.

Der Spielmacher steht zum vierten Mal im Super Bowl, kann zum zweiten Mal Meister werden. Doch er ist längst nicht mehr das Aushängeschild vergangener Tage. Der Finaleinzug des Clubs ist vor allem ein Verdienst der Defensive, die im Halbfinale bereits die Saison für Champion New England Patriots beendet hat.

"Kann Cam die Broncos-Defensive überwinden?", fragte die "USA Today" in Anspielung auf Newton. Der "San Francisco Chronicle" indes betrachtete das Finale von der anderen Seite. "Der Plan, die Carolina-Offensive aufzuhalten, ist einfach - stoppe Cam Newton." Das Problem ist, dass genau dies auch alle anderen Gegner in dieser Saison versucht haben – und es trotzdem nur den Atlanta Falcons gelungen ist, die für Carolinas einzige Niederlage sorgten.

Die Panthers sind extrem lauffreudig, haben den Football 19 Mal in die Endzone getragen (Ligarekord) – allein zehnmal durch Newton. "Wenn wir ihr Laufspiel stoppen können, ist das schon mal ein Anfang", betont Broncos-Safety T.J. Ward.

Die Broncos wissen um ihre Außenseiterrolle, brauchen darin aber nicht zu erstarren. Sie haben selbst erfahren, dass es mitunter nichtssagend ist, der Favorit zu sein. Vor zwei Jahren hatten viele erwartet, dass Denver das Finale gegen die Seattle Seahawks gewinnen würde. Der Angriff hatte in jener Saison mehr Punkte erzielt als je ein Team der NFL-Geschichte zuvor, auch Mannings 55 Touchdowns waren historisch. Doch im Duell der besten Offensive mit der stabilsten Abwehr dominierte Seattle und gewann 43:8.

Geschätzte 150 000 Besucher werden zum Endspiel in Kalifornien anreisen. Der Andrang lässt die Kartenpreise steigen, der Super Sunday ist vor allem für die Tickethändler ein Sonntag der Superlative. Laut "StubHub" wurden für eine Karte schon 27 983 Dollar gezahlt. Der Durchschnittspreis beträgt 4879 Dollar.

Obwohl das Finale seit 1967 ausgetragen wird, gibt es diesmal ein Novum. Das Endspiel ist nicht mit einem römischen Buchstaben versehen, sondern mit der Zahl 50. Denn "Super Bowl L" hätte nun gar nicht zum Jubiläum gepasst. Schließlich steht das L im US-Sport für "Loser". 

dpa

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