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Silvana Hegglin dominiert Turnier in Rheinsberg

Rollstuhlrugby Silvana Hegglin dominiert Turnier in Rheinsberg

Beim Donnersmarck-Cup im Rollstuhl-Rugby gewann erwartungsgemäß das Team aus der Schweiz. Besonders imponierte dabei die 18-jährige Silvana Hegglin. Als Zweijährige verlor sie beide Beine und alle Finger, setzt mit ihrer Schnelligkeit und Wendigkeit aber Maßstäbe beim Turnier in Rheinsberg.

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Silvana Hegglin spielt für die Schweizer Mannschaft der Fighting Snakes eine entscheidende Rolle beim Turniersieg.

Quelle: Dirk Becker

Rheinsberg. Das Monster sieht zwei Drittel lang zu, wie ihre Schweizer Fighting Snakes gegen die Thuringia Bulls einen knappen Vorsprung immer wieder verteidigen müssen. Im dritten Drittel kommt Silvana Hegglin zum Einsatz und wirbelt bis zum Ende des Spiels die Gegner durcheinander. Beim 8. Donnersmarck-Turnier im Rheinsberger Hotel am See ist die Schweiz die einzige ausländische Mannschaft neben sieben aus Deutschland – und Favorit.

Rollstuhl-Rugby wird in der Turnhalle des Hotels am vergangenen Wochenende gespielt. Jeder gegen Jeden, Freitag und Samstag, Sonntag dann das Finale, aus der die kämpfenden Schlangen als Sieger hervorgehen. Das Monster hat auch den Unterschied gemacht. So heißen diejenigen Rugbyspieler, die ein Spiel bestimmen, es oft alleine entscheiden. Meist sind es die Spieler, die nicht gelähmt, sondern eine Amputation haben. Sie haben mehr Kraft, rollen rascher, werfen genauer, drehen wie Silvana Hegglin mit ihrem Rollstuhl ihre schnellen Runden auf dem Parkett, das der Größe eines Basketballfeldes entspricht. Die meisten der Kontrahenten haben da wenig Chancen.

Bakterielle Blutvergiftung verändert Silvana Hegglins Leben

Im Alter von zwei Jahren erkrankte die jetzt 18-jährige mit Spitznamen Sila an einer bakteriellen Blutvergiftung. „Man weiß nicht wieso“, sagt sie. Beide Unterschenkel sowie sämtliche Finger mussten amputiert werden. „Sila hat keine vegetativen Einschränkungen und eine gute Rumpfmuskulatur“, sagt Organisator Heiko Striehl. Deswegen könne sie viel wendiger und schneller spielen, als ihre Gegner mit teilweise schwersten Querschnittslähmungen, mit Beeinträchtigungen nicht nur der Beine, sondern teilweise auch der Arme. Striehl hat sich bei einem Autounfall den fünften Halswirbel teilweise gebrochen, was den Mannheimer nur zum Teil an den Stuhl fesselt. „Jeder der Spieler wird einer Kategorie zugeteilt“, sagt Striehl. Je nach Schwere der Behinderung werden 0,5 bis 3,5 bei den Frauen oder 4,5 Punkte bei den Männern zugeteilt. Kein Viererteam darf dabei über 8 Punkte kommen. „Deswegen kommt Sila erst nicht zum Einsatz, weil sie 3,5 Punkte hat“, sagt der Schweizer Mannschaftsbetreuer Roland Wieland. Damit auch die Kollegen ihre Spielzeiten bekommen. Es geht hier sehr solidarisch zu. Ganze drei Mannschaften gibt es in seinem Heimatland. Grund genug, attraktive Turniere wie das in Rheinsberg zu besuchen.

Gerne ist auch Christof Werner an den Rheinsberger See gekommen, weil dieses Turnier den Spaß mehr in den Vordergrund stellt. Obwohl der während des Spiels bei Werner arg zu kurz kommt. Der Cheftrainer der Deutschen Rollstuhl-Rugby-Nationalmannschaft kam mit einem Mixed-Team, das sich nur einmal im Jahr trifft, kann aber das coachen nicht lassen. Die erste Teilnahme seines Mixed-Teams endete im vergangenen Jahr mit dem letzten Platz, aber „ich habe soviel gelacht, wie noch nie.“ Das sollte auch an diesem Wochenende so sein. Diesmal wurde seine Mannschaft Fünfte, aber beim Lachen war das Team der Hollister Hussars wieder ganz vorn.

Von Dirk Becker

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