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Sorgenkinder unter Druck - Hoffenheim setzt auf Stevens

Fußball Sorgenkinder unter Druck - Hoffenheim setzt auf Stevens

Am Tabellenende der Fußball-Bundesliga wächst die Anspannung. Vor allem die Clubs aus Hannover, Stuttgart, Hoffenheim und Augsburg stehen am 11. Spieltag unter Zugzwang. In Hoffenheim soll der neue Coach Huub Stevens den Negativtrend stoppen.

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Huub Stevens ist neuer Trainer bei 1899 Hoffenheim.

Quelle: Wolfram Kastl

Düsseldorf. Der Vorletzte aus Hoffenheim versucht es mit einem neuen Trainer, der Drittletzte aus Stuttgart mit Laufeinheiten um vier Uhr in der Früh und der Tabellen-15. Hannover mit einem neuen Sportlichen Leiter. Die Not im Tabellenkeller macht erfinderisch.

Um den Negativtrend zu stoppen, reaktivierte Hoffenheim Fußball-Rentner Huub Stevens. 161 Tage nach seiner Rettungsmission in Stuttgart kehrt der 61-Jährige auf die Bundesliga-Bühne zurück. Der "Knurrer von Kerkrade" begann seinen neuen Job ungewohnt locker: "Sie sollen Spaß haben. Wir müssen den Spielern Vertrauen geben."

Dass der Niederländer am Samstag auf seinen einstigen Club aus Köln trifft, erhöht den Unterhaltungswert des Comebacks. Auch der Rat seiner Frau, auf ein weiteres Engagement zu verzichten, konnte Stevens nicht abhalten. Voller Leidenschaft nahm der Nachfolger des beurlaubten Markus Gisdol die nächste Aufgabe als "Feuerwehrmann" ins Visier. Dass sein Engagement nur bis Sommer 2016 datiert ist, ehe der erst 28-Jährige Julian Nagelsmann übernimmt, kann seinen Tatendrang nicht bremsen. Zeit für lange Einzelgespräche hatte Stevens allerdings noch nicht: "Ich habe so viele Eindrücke im Training. Jetzt muss ich schauen, was am Samstag am besten zusammen."

Nur einen Punkt besser steht der VfB Stuttgart da. Dennoch stellt die Vereinsführung die Arbeit von Alexander Zorniger nicht grundlegend in Frage. Eine Heimniederlage gegen Aufsteiger Darmstadt könnte die Position des Trainers jedoch schwächen. Seinen Ruf als akribischer Arbeiter festigte er nach dem 2:0 im Pokal bei Carl Zeiss Jena. Kaum waren seine Profis dem Bus entstiegen, bat er zu einer Laufeinheit - um 03:58 Uhr. "Natürlich wäre auch ich gerne gleich ins Bett gefallen, doch Darmstadt hat einen Tag länger zum Regenerieren und da müssen wir rein aus physiologischer Sicht so handeln."

Noch größer ist der Druck beim FC Augsburg. Der Fünfte der vorigen Saison rangiert auf dem letzten Rang. Immerhin machte das 3:0 im Pokal beim Zweitliga-Spitzenreiter Freiburg Mut für die "Woche der Wahrheit" mit drei Heimspielen. Siege über Mainz und Bremen und ein Erfolg in der Europa League gegen Alkmaar sollen die Not lindern. Markus Weinzierl ist guter Dinge, dass sein Team die bisher triste Heimbilanz aufbessern kann. "Jetzt wollen wir am Samstag Mainz weghauen", sagte der Coach nach dem Pokal-Achtelfinaleinzug, "wenn wir weiter so spielen, werden auch die Punkte kommen."

Auch in Hannover sind die Sorgen nach einem kurzen Zwischenhoch zurück. Niederlagen gegen Frankfurt in der Liga und gegen Darmstadt im Pokal sorgten für Ernüchterung. Ein Erfolg im Nordderby beim Hamburger SV könnte helfen, die Skepsis zu vertreiben. Zweite Tage vor der Partie gaben die Niedersachsen die Verpflichtung von Christian Möckel bekannt. Der bisherige Scout beim 1. FC Nürnberg soll am Montag einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 unterschreiben. "Gemeinsam mit Präsident Martin Kind sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass Christian Möckel die beste Besetzung für Hannover 96 ist", sagte Geschäftsführer Martin Bader.  

Nicht nur am Tabellenende stehen richtungweisende Partien an. Einen Tag nach dem Auftritt des Tabellenführers FC Bayern in Frankfurt treffen vier Teams aus dem oberen Drittel aufeinander. Mit einem Sieg über Leverkusen will der VfL Wolfsburg im "Topspiel der Woche" Wiedergutmachung für die deutliche Pokal-Schlappe gegen München betreiben.

Gelingt dem Mönchengladbacher Interimscoach Andre Schubert beim Überraschungs-Fünften Hertha BSC der sechste Sieg in Serie, wäre auch der Altmeister nach desaströsem Saisonstart wieder zurück im Kampf um die internationalen Plätze. Zudem würde Schubert den Liga-Rekord von Trainer Willi Entenmann mit sechs Siegen zum Dienstantritt beim VfB Stuttgart in der Saison 1985/86 einstellen.

dpa

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