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Sprecher Wolfgang Nest kommt extra aus Berlin nach Neustadt

MAZ-Serie: Die Stimmen Brandenburgs Sprecher Wolfgang Nest kommt extra aus Berlin nach Neustadt

In der MAZ-Serie „Die Stimmen Brandenburgs“ stellen wir diesmal Sprecher Wolfgang Nest vom SV Schwarz-Rot Neustadt vor. Der 63-Jährige kommt zu den Spielen extra aus Berlin mit dem Zug angereist.

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Wolfgang Nest in der Sprecherkabine in Neustadt.

Quelle: Foto: Möller

Neustadt. Seit einigen Wochen gibt es beim SV Schwarz-Rot Neustadt einen neuen Stadionsprecher, der Berliner Wolfgang Nest übernahm das Amt von Ronald Otto. Otto, der ins Ruhrgebiert verzogen ist, hatte jahrzehntelang neben weiteren ehrenamtlichen Funktionen (Jugendwart, Nachwuchstrainer) bei den Heimspielen die Zuschauer rund um die Partien informiert. „Ich denke, Otto hat es gemacht, seitdem es eine Sprechanlage in Neustadt gibt und er hat es gut gemacht“, sagte der Neustädter Alt-Herren Trainer Jürgen Ewe. Jetzt steht Wolfgang Nest bei den Heimspielen am Mikrofon. Dies ist ungewöhnlich, weil Nest ja in Berlin wohnt und vor 15 Jahren noch gar nicht wusste, wo Neustadt liegt. „Ja, das ist eine kuriose Geschichte“, so Nest.

Vor 15 Jahren lernte er bei einem Urlaub in der Dominikanischen Republik Hans Elgert kennen. Die beiden Fußballfans fanden schnell einen gemeinsamen Draht. „Hans Elgert hat mir von seinem SV Neustadt vorgeschwärmt und mich eingeladen, mal vorbeizukommen“, erinnerte sich Nest. Da habe er Neustadt mal einen Besuch abgestattet und es habe ihm gefallen. Aus der Bekanntschaft zu Elgert sei inzwischen eine richtige Freundschaft geworden, „Ich bin dann immer mal wieder nach Neustadt gekommen, seit 13 Jahren bin ich bei jedem Heimspiel und auch auswärts oft dabei“, erzählte Nest.

Einst in Marienfelde gekickt

Er habe in der Zeit viele interessante Menschen kennengelernt. „Es ist sehr familiär und angenehm in Neustadt. Die Mannschaft zeigt immer ehrlichen, meistens guten Fußball“, so Nest. Für Schwarz-Rot Neustadt ließ er sogar seinen alten Verein im Stich. Nest spielte selbst 26 Jahre für Stern Marienfelde. „Doch jetzt verfolge ich die Geschehnisse von Stern nur noch aus der Ferne“, gab Nest zu. In der Saison ging es nun jeden Sonnabend nach Neustadt, ob Oberliga, Brandenburgliga oder Landesliga, Nest war immer dabei.

Die Stadionhymne gehört immer dazu

Natürlich lernte er in Neustadt auch Stadionsprecher Ronald Otto kennen, irgendwann habe er dann die Urlaubsvertretung für Otto gemacht. „Ich muss es wohl ganz gut gemacht haben, danach habe ich immer den Sprecherjob gemacht, wenn Otto nicht konnte“, so der 63-jährige Nest. Als klar war, dass Otto wegzieht, wurde er gefragt, ob er den Job immer machen könne. „Vielleicht haben sie keinen anderen gefunden, aber mir hat es ja immer Spaß gemacht und da habe ich zugesagt“, erklärte der Hausmeister einer Berliner Kita. So viel sei ja auch nicht zu machen. „Mannschaftsaufstellungen, Torschützen, Auswechslungen und noch die ein oder andere Information“, erzählte er. Zu seinem Musikrepertoire gehören immer die Neustädter Stadionhymne und gerade aktuelle Titel. „Die Musik suche ich mir zu Hause raus und dann versuche ich, immer locker bei den Ansagen zu bleiben“, so Nest.

So heißt es für ihn am Sonnabend jetzt immer einen Zug früher Richtung Neustadt zu nehmen. „Die Sprechanlage vorbereiten, die Aufstellungen besorgen“, so Nest. Nach dem Spiel bleibe er noch ein, zwei Stunden in Neustadt. „Gespräche mit den Fans, oft kommen auch noch Spieler dazu, es ist immer eine angenehm Atmosphäre“, sagte der Berliner. Dann geht es wieder mit dem Zug zurück.

Von Roland Möller

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