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Sumo-Ringen: Fiese Frauen auf der Matte

World Games Sumo-Ringen: Fiese Frauen auf der Matte

Die Sumo-Ringerinnen Anika Schulze und Kerstin Schmidtsdorf von Dynamo Brandenburg-Mitte starten bei den World Games in Breslau. beide waren zuvor im Judo erfolgreich und profitieren von ihren Erfahrungen.

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Anika Schulze (l.) und Kerstin Schmidtsdorf von Dynamo Brandenburg-Mitte bereiten sich seit vier Jahren auf die World Games vor.

Quelle: Andre Bauer

Brandenburg/Havel. Frauen können fies sein. Sagt Kerstin Schmidtsdorf und meint das Sumoringen. „Viele Angriffe gehen gegen den Hals“, erzählt die 39-Jährige, die ab Donnerstag bei den World Games in Breslau (Polen) startet. Auch ihre Vereinskameradin Anika Schulze von Dynamo Brandenburg-Mitte hat sich für die Weltspiele der nichtolympischen Sportarten qualifiziert. „Die World Games haben für uns den Stellenwert von Olympischen Spielen“, unterstreicht Kerstin Schmidtsdorf.

„Wir haben vier Jahre voll geknüppelt und uns darauf vorbereitet“, sagt Trainerin Sandra Köppen-Zuckschwerdt. Die 42-Jährige war als Judoka Olympia-Fünfte und Europameisterin. Nach dem Wechsel zum Sumo wurde sie sieben Mal Weltmeisterin und gewann 2005 die World Games.

Favoritinnen aus Russland, Polen und der Ukraine

Auch dieses Mal hofft sie auf Medaillen. Köppen-Zuckschwerdt: „Ich erwarte ein sehr hohes Niveau. Aber ich will meine Mädels mindestens unter die besten sieben bringen.“ Doch die Konkurrenz ist stark. Insbesondere die Sumoringerinnen aus Russland, Polen und der Ukraine seien zu beachten. „Die machen das richtig profimäßig und haben sogar die Japanerinnen überholt.“ Japan ist die Heimat des Sumoringens.

Doch auch wenn die Brandenburgerinnen als Außenseiter in den Ring treten, ist im Sumo alles möglich. „Jeder ist schlagbar“, betont Köppen-Zuckschwerdt. „Alles ist abhängig vom Losglück und von der Tagesform.“ Und es kommt darauf an, wie sich die Brandenburgerinnen auf den ungewohnten Lehmboden in Breslau einstellen können.

Schneller als im Judo

Schmidtsdorf (39) und Schulze (33) kommen von der Judomatte. Schmidtsdorf ist Ausbilderin bei der Polizei in Oranienburg und wurde als Judoka Zweite bei der europäischen Polizeimeisterschaft sowie mit Dynamo dreimal deutsche Mannschaftsmeisterin. „Alles was man im Judo gelernt hat, kann man im Sumo anwenden“, erzählt Köppen-Zuckschwerdt.

Während allerdings ein Judokampf auf vier Minuten angelegt ist, geht es beim Sumo viel schneller. Meist dauern die Kämpfe nur wenige Sekunden. „Man kann den Gegner schieben, werfen, aushebeln oder raustragen“, sagt Köppen-Zuckschwerdt. „Jede Wertung entscheidet.“ Nur die Fußsohlen dürfen den Boden berühren. Sobald ein Sumotori den Ring verlässt oder nur mit einem Finger auf den Boden kommt, ist der Kampf verloren. Schmidtsdorf: „Es geht sehr schnell, deshalb muss man noch konzentrierter sein als im Judo.“ Im Gegensatz zu der olympischen Sportart sei Sumo aber einfacher zu verstehen.

Muskeln unter dem Speck

Dagegen ist Judo weniger anfällig für Klischees. Beim Sumo haben viele Menschen Bilder im Kopf von Michelinmännchen, die gegeneinanderschwabbeln. Aber denkste. „Die Jungs haben unter den Speckschichten starke Muskeln“, sagt Köppen-Zuckschwerdt. Und außerdem sei das europäische Sumoringen viel athletischer als etwa in Japan. „Man muss beweglich sein und darf nicht wie ein Hefekloß auf die Matte gehen.“

Kerstin Schmidtsdorf, die vor vier Jahren bei den World Games in Cali (Kolumbien) Neunte wurde, habe wegen ihres Wechsels vom Judo zum Sumo noch nie Vorurteile mitbekommen. „Im Gegenteil, ich erfahre viel Respekt.“

Vorfreude auf die Eröffnung

Auch Anika Schulze hat den Wechsel nie bereut. Die Heilerzieherin wurde 2001 von Sandra Köppen-Zuckschwerdt umgelernt. „Zwei Wochen später war der erste Wettkampf“, erinnert sich Anika Schulze mit einem Lächeln. „Da habe ich alle Favoriten weggehauen, das hat Spaß gemacht.“ Wenig später nahm sie an den World Games in Japan teil. Nun folgt die zweite Auflage. „Ich freue mich auf den Einmarsch der Nationen“, sagt Anika Schulze. Da sind alle Gegnerinnen noch ganz friedlich.

Von Ronny Müller

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