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SwimRun – sportliche Grenzerfahrung in der Prignitz

Rheinsberg SwimRun – sportliche Grenzerfahrung in der Prignitz

Hühnersuppe und Tee sollten gegen die Kälte helfen: 360 Extremsportler wagten sich am Sonntag bei der Premiere der SwimRun-Serie in Deutschland auf die 43 Kilometer lange Strecke, die in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) endete. Dabei wechselten sich Schwimmen und Laufen immer wieder ab. Einige Athleten kamen an ihre Grenzen.

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Die Sportler mussten insgesamt 33 Kilometer laufen und zehn Kilometer schwimmen.

Quelle: Nadja Odenhage

Rheinsberg. Nach sechs Stunden Extremsport standen Martin Koßatz und Ronny Hartz am Linowsee und hörten tief in sich rein. „Wir waren gerade 1,5 Kilometer geschwommen und nur 400 Meter gelaufen. Wir sind einfach nicht mehr warm geworden. Es wäre fahrlässig gewesen, mit blauen Lippen in den See zu steigen“, erzählte der Potsdamer Koßatz, der am Sonntag im Zielort Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) am SwimRun (Schwimmen und Laufen) teilnahm. So mussten der 22-Jährige und sein Teamkollege drei Kilometer vor dem Ziel aus dem Rennen aussteigen, bei dem sich Schwimm- und Laufpassagen auf der 43 Kilometer langen Strecke immer wieder abwechseln.

Martin Koßatz (r) und sein Teamkollege Ronny Hartz

Martin Koßatz (r.) und sein Teamkollege Ronny Hartz.

Quelle: Jakob Edholm

Wie Koßatz erging es bei der Premiere der internationalen SwimRun-Rennserie auf deutschem Boden einer Menge der 360 Athleten. „Es war sehr kalt, ich habe selten gesehen, dass die Topteams so leiden“, sagte Andre Hook. Der beste SwimRun-Athlet Deutschlands zog kürzlich von Potsdam nach Hamburg und verfolgte das Rennen verletzungsbedingt als Zuschauer. „Zuschauen bei so einem Ambiente ist immer schwierig. Die Atmosphäre war fast mystisch und märchenhaft. Die bunten Farben waren fantastisch.“ Von dieser Atmosphäre war auch Koßatz begeistert. „Trotz der ganzen Quälerei musste man wirklich Staunen über die wunderschöne Landschaft“, sagte der Student für Sportherapie und Prävention an der Uni Potsdam, der aus Golßen kommt.

Die Athleten legten 33 Kilometer laufend und 10 Kilometer schwimmend zurück

Die Athleten legten 33 Kilometer laufend und 10 Kilometer schwimmend zurück.

Quelle: Nadja Odenhage

Doch auch die Qualen, die das Extremrennen verursacht hat, wird er nicht so schnell vergessen. „Es war der Wahnsinn. Eigentlich war man schon nach dem zweiten See bis auf die Knochen durchgefroren. Die Bedingungen waren beinhart, nach dem dritten See sind schon eine Hand voll Athleten ausgestiegen“, erzählte Koßatz, der in der Regionalliga für Triathlon Potsdam startet. Ursprünglich sollten elf Seen durchquert werden (insgesamt 10 Kilometer). Um Zeit zu sparen schwimmen die Athleten mit den Laufschuhen und laufen im Neoprenanzug.

Extremsport SwimRun wird immer beliebter

Der SwimRun, das Schwimmen und Laufen in ständigem Wechsel, wird weltweit immer beliebter.

2006 startete das Rennen in Schweden, inzwischen wird dort beim ÖtillÖ („Von Insel zu Insel“) jährlich die Weltmeisterschaft durchgeführt.

Das WM-Rennen geht über 75 Kilometer, 10 Kilometer davon im Wasser. Dabei sind auch Hilfsmittel wie Flossen erlaubt. Aus Sicherheitsgründen wird immer in Zweier-Teams gestartet.

Der Wettkampf in Rheinsberg ist ein Qualifikationsrennen für die WM 2017. Die Schweden Pontus Lindberg und George Bjälkemo gewannen nach 4:42:02 Stunden.

Aufgrund der extremen Bedingungen, das Wasser war 13 Grad und die Luft morgens 6 Grad kalt, änderte der Veranstalter während des Wettkampfs den Streckenverlauf und verkürzte die Schwimmstrecke. „So einen harten Wettkampf hatten wir von den Temperaturen noch nie“, erklärte eine Sprecherin. Verletzt wurde niemand, teilte der Veranstalter mit, der an allen Seen Helfer positioniert hatte. An einigen Stellen teilten sie warme Hühnersuppe und Tee aus.

360 Athleten starteten am Sonntagmorgen auf die Strecke

360 Athleten starteten am Sonntagmorgen auf die Strecke. viele mussten das Rennen allerdings abbrechen.

Quelle: Nadja Odenhage

„Für mich war das Ganze ein Riesenabenteuer“, sagte Koßatz. Ob er wieder teilnimmt? „Ich hab mir gesagt, bei den Temperaturen überlege ich es mir zweimal. Aber es gibt ja viele andere Rennen“, sagte er nach der warmen Dusche im Ziel.

Von Stephan Henke

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