Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Talent Leandra Lorenz bei der U18-EM dabei

RSV Eintracht 1949 Talent Leandra Lorenz bei der U18-EM dabei

Hindernisläuferin Leandra Lorenz vom RSV Eintracht 1949 steht vor ihrem ersten großen internationalen Auftritt. Sie startet am Donnerstag bei den U18-Europameisterschaften der Leichtathleten in Tiflis/Georgien.

Voriger Artikel
Kohlschreiber mit mühevollem Auftaktsieg in Hamburg
Nächster Artikel
24 Brandenburger im Team für Rio

Leandra Lorenz (Nr. 128) im Rennen und mit Trainer Martin Conrad (kl. Foto).

Quelle: Fotos: Verein, Stein

Stahnsdorf. Die Feuertaufe hätte spektakulärer nicht sein können. Bei ihrem ersten Hindernislauf im April rutschte Leandra Lorenz beim Überqueren des Wassergrabens mit den Spikes ab und stürzte ins Wasser. Aber sie rappelte sich gleich wieder auf und lief weiter. Denn Aufgeben gibt es bei ihr so schnell nicht. Leandra Lorenz wurde nun für ihre Zielstrebigkeit und Zähigkeit belohnt.

Die 17-Jährige startet ab Donnerstag bei den U18-Europameisterschaften in Tiflis/Georgien über 2000 Meter Hindernis. Mit dem brandenburgischen Landesrekord von 6:49,80 Minuten hat sie sich dafür qualifiziert. Morgen Abend steht bereits der Vorlauf an. Ein riesiger Erfolg auch für ihren Verein, den RSV Eintracht 1949, der auf dem Sportplatz in der Zillestraße in Stahnsdorf beheimatet ist.

In der 2. Klasse mit dem Lauftraining begonnen

Da passt es gut, dass Leandra Lorenz gleich nebenan im Vicco-von-Bülow-Gymnasium zur Schule geht. Die Elftklässlerin kennt auf dem Sportplatz quasi jede Ecke, leider fehlen die Hindernisbalken oder ein Wassergraben. Ihr Trainingspartner Lennart Unser hat nun mit handwerklichem Geschick einen Prototyp selbst gefertigt. Trotzdem ist das für die junge Läuferin kein Problem. Sie gleicht das Manko mit Hürdentraining aus.

Denn Leandra Lorenz, die noch eine jüngere Schwester Leonie (13) hat, übte sich zunächst in vielen leichtathletischen Disziplinen. Die Kleinmachnowerin begann in der 2. Klasse in der Lauf-AG der Eigenherd-Grundschule bei Laufnestor Horst Heilmann. Talent brachte sie von Haus aus mit. Vater Matthias ist Sportlehrer, Mutter Andrea war früher ebenfalls Leichtathletin. Wie alle jungen Leichtathleten hat sich Leandra Lorenz zunächst im Mehrkampf versucht, dazu gehörten neben den Klassikern wie Sprint, Weit- und Hochsprung auch der Schlagballweitwurf und eben der Hürdenlauf. Trainer Martin Conrad sagt: „Das breite Angebot hat eine gute Grundlage gelegt. Diese Vielseitigkeit kommt ihr jetzt zugute. Denn beim Hürdenlauf ist sie technisch schon recht gut.“ Daher sei es kein großes Kunststück gewesen, seinen Schützling mal an das Abenteuer Hindernislauf heranzuführen.

Trainer Martin Conrad hatte eine Idee

Bisher war Leandra Lorenz vor allem auf den Laufstrecken zwischen 400 und 3000 Meter erfolgreich. Dass sich da nun vier 76 Zentimeter hohe Hindernisse plus Wassergraben auf der Stadionrunde vor ihr auftürmen, schreckt sie nicht ab – im Gegenteil. Der Trainer bestätigt: „Ich muss Leandra meist ein wenig bremsen, weil sie zu viel will. Sie ist sehr trainingsfleißig. Als einziges Mädchen in meiner Laufgruppe kann sie sich aber gegenüber den jungen Burschen durchaus behaupten und hat dadurch starke Trainingspartner.“

Dass dem Trainer, der früher ein guter 800-Meter-Läufer war, der Gedanke mit dem Hindernislauf kam, liegt irgendwie nahe. Denn seine mittlerweile in Hamburg wohnende Mutter Beate Conrad ist Trainerin von Antje Möldner-Schmidt, der deutschen Rekordhalterin und Europameisterin von 2014 über 3000 Meter Hindernis aus Cottbus, die ja viele Jahre in Potsdam trainierte. Sie ist für Leandra Lorenz ein Vorbild, nicht nur weil Antje Möldner den Verein schon besucht hat und über Martin Conrad beste Kontakte bestehen.

Nur 1,64 Meter groß und 49 Kilo leicht

Aber an spätere sportliche Großereignisse wie Olympische Spiele wagt Leandra Lorenz im Moment noch nicht zu denken. Sie will sich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Aber dass sie sich auf Anhieb für die U18-EM qualifizieren konnte, sei ein großer Ansporn für die weitere Karriere des nur 1,64 Meter großen und 49 Kilo leichten Laufflohs. Mit dem richtigen Wasser – aus dem Hindernisgraben – ist sie jedenfalls getauft.

Von Peter Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer