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Ganz stark an der Platte

Mein Verein: TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow Ganz stark an der Platte

Der TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow ist seit Jahren auf überregionaler Ebene vertreten und setzt auf ausführliche Jugendarbeit. Thomas Englert ist als ehemaliger Bundesligaspieler und amtierender Deutscher Meister im Seniorenbereich das Zugpferd des Vereins. Im Augenblick kämpft der TSV mit einer zu starken Nachfrage im Jugendbereich.

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Ganz stark an der Platte: Thomas Englert

Quelle: Olaf Möldner

Stahnsdorf. Leichte Hocke. Fokussierter Blick auf den Ball. Der ganze Körper ist etwas gebeugt und der Schläger liegt dezent nach hinten geklappt in der rechten Hand. Klack! Aufschlag! Tischtennisspieler Thomas Englert vom TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow hat dieses Prozedere schon unzählige Male vollführt. Als erfolgreichster Spieler des Vereins und ehemaliger Spieler der zweiten Bundesliga könnte er eigentlich das Aushängeschild des TSV sein. Doch von Allüren oder Aushängeschildern will Englert auch nach diversen Erfolgen auf Bundes- und Landesebene nichts wissen. „Wir sind kein Verein, der ein, zwei Leuchttürme hat und alle schauen hoch“, sagt der 41-Jährige.

Das besondere Merkmal des TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow sei vielmehr die familiäre Atmosphäre, die sich über alle Vereinsorgane und Altersschichten erstreckt. Bei Punktspielen der ersten Männermannschaft, die in der Sporthalle an der Naumannstraße ihre sportliche Heimat hat, feuern die jüngsten Talente des TSV die Herren um Thomas Englert an. Auch umgekehrt legt der „alte Sack“, wie sich Thomas Englert selbst salopp bezeichnet, Wert auf den Nachwuchs. Als einziger Tischtennisverein in der näheren Region, der übrigens auch die Sektionen Gymnastik und Seniorensport beinhaltet, betreibt der TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow ausführliche Nachwuchsarbeit. „Ich bin zwar kein Jugendtrainer, aber wir haben im Männerbereich als Vorbilder eine große Verantwortung gegenüber dem Nachwuchs, der wir gerecht werden wollen. Das ist eine große Aufgabe“, sagt Englert.

Jugendarbeit wird beim TSV großgeschrieben

Veronika Schneider ist für die Jugend verantwortlich und spielt selbst seit Jahren erfolgreich in der ersten Damenmannschaft des TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow. Sie geht bei der Beschreibung des Charakters ihres Vereins sogar noch einen Schritt weiter. „Hier gibt es viele Freundschaften. Das ist wie eine große Familie. Jede Mannschaft hat so seine gesellige Kultur“, sagt Schneider. Eine besondere Philosophie, die sportlich seit vielen Jahren Früchte trägt. „Das ist auch etwas Besonderes, dass wir als kleiner Dorfverein seit etwa 20 Jahren auf überregionaler Ebene dabei sind“, sagt Schneider. Dabei sei es häufig gelungen die erfolgreichen Spieler, wie Thomas Englert, trotz geringer finanzieller Mittel, zu halten. „Die Spieler verdienen hier kein Geld. Sie bleiben hier tatsächlich häufig wegen des Miteinanders“, erklärt Schneider. Das bestätigt auch Thomas Englert, der kürzlich die Deutsche Meisterschaft im Seniorenbereich gewinnen konnte.

Probleme mit zu viel Zulauf

Trotz umfassender Harmonie gibt es beim TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow aktuell auch unangenehme Herausforderungen zu stemmen. Anders als in vielen ländlichen Sportvereinen kann sich der TSV jedoch nicht über zu wenig, sondern eher über zu viel Zulauf beklagen. „Die Grenzen sind erreicht“, sagt Veronika Schneider. Gern würde sie sich weiterhin um den Breitensport kümmern, damit auch die jungen Sportler Spaß am Sport haben können, die nicht für die großen Wettkämpfe in Frage kommen. Doch die Kapazitäten in der Halle reichen aufgrund der vielen Leistungsmannschaften aktuell nicht mehr aus. „Wir haben uns schon an Bürgermeister und Kreis gewandt, aber es passiert leider nichts“, so Schneider. Der TSV habe zwar einen guten Stand, doch er stehe weiterhin im Schatten des großen RSV Eintracht, der die Sportlandschaft in und um Stahnsdorf prägt. „Das ist schade. Es ist schwer die Kinder, die spielen wollen, wieder nach Hause schicken zu müssen“, sagt Schneider.

Trotz der aktuellen Problematik kann der TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow im nächsten Jahr bereits das 50-jährige Bestehen feiern. Was dem familiären Verein nicht allzu schwer fallen sollte, denn das Feiern hat im Verein unter allen Sektionen und Altersgruppen eine große Tradition. Jährlich wird ein großes Sommerfest begangen, um errungene Erfolge zu würdigen und um die Strukturen für die neue Saison zu planen.

An diesem Wochenende beginnt die neue Tischtennissaison für den TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow. Die Frauen starten in der Verbandsoberliga Nord, die Herren beginnen etwas später in der Oberliga Nord/Ost. Auch in dieser Saison sind wieder einige Erfolge zu erwarten, da die Hoffnungsträger gesund und fit in die Saison gehen. „Ich spiele solange ich kann und solange mir die familiäre Stimmung im Verein gut tut. Das ist im Moment noch der Fall“, sagt Englert.

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Von Tobias Potratz

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