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Titelverteidiger aus Potsdam ersatzgeschwächt

Bundesliga-Finale im Schwimmen Titelverteidiger aus Potsdam ersatzgeschwächt

Die Schwimmer des 1. Potsdamer SV reisen zwar mit dem Meistergürtel zum Bundesliga-Finale nach Essen. Aber der Titelverteidiger hat auch ein großes Handicap zu tragen. Es gibt zu viele Ausfälle.

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Yannick Lebherz, Carl Louis Schwarz, Vereinschef Michael Prenz, Christian Diener und Felix Wolf (v.l.) bei der Ehrung zu Brandenburgs Mannschaft des Jahres im Dezember 2015.

Quelle: Foto: julian stähle

Potsdam. Es ist erst wenige Wochen her, da standen die langen Kerls noch einmal im Scheinwerferlicht. Bei der Brandenburger Sportgala in der Metropolishalle am Filmpark Babelsberg spielten die Männer des 1. Potsdamer Schwimmvereins (PSV) eine Hauptrolle und wurden zu Brandenburgs Mannschaft des Jahres 2015 gekürt. Der Grund: Die Schützlinge von Trainer Jörg Hoffmann und seinen Kollegen waren im Februar 2015 erstmals deutscher Mannschaftsmeister geworden. An diesem Wochenende steht nun in Essen erneut das Bundesliga-Finale an. Doch der Titelverteidiger reiste am Freitag zwar mit dem Championsgürtel, aber doch stark ersatzgeschwächt ins Ruhrgebiet.

„Das mit dem Gürtel ist wie bei den Boxern. Die Münchner haben den wohl vor zwei Jahren kreiert und wir haben ihnen diesen letztes Jahr gern abgenommen“, klärt Yannick Lebherz auf. Nachdem einige Potsdamer Aktive ihre Karriere beendet hatten oder im Falle von Felix Wolf (Pfeiffersches Drüsenfieber) und Johannes Hintze (Infekt) ausfallen, wollte Lebherz, der sich vergangene Woche ebenso mit einem Infekt plagte, dann doch nicht absagen. „So ein Mannschaftswettkampf ist was Besonderes. Wenn ich auch noch ausgefallen wäre, dann hätte es ziemlich düster ausgesehen. Dann wäre es wohl ein Kampf gegen den Abstieg geworden.“

Aber der (Noch-) Meister will nicht klein beigeben, frischte die Mannschaft mit vielen jungen Sportlern auf wie Lennard Juhra, Josha Salchow oder Franz Müller. „Da sind noch einige Unter-18-Jährige dabei“, so Lebherz. „Aber das macht den Reiz so eines Mannschaftswettkampfes aus. Das macht ja auch Spaß, als Einzelkämpfer mal für sein Vereinsteam zu schwimmen.“ Zwölf Mannschaften sind am Start, wobei in drei Durchgängen jeweils 13 Strecken in dem neuen 25-Meter-Becken in Essen geschwommen werden. Gastgeber SG Essen gilt für Lebherz als Titelfavorit.

Der Vielstarter will über 100, 200 und 400 Meter Freistil sowie über 200 und 400 Meter Lagen antreten. Der 27 Jahre alte Familienvater steckt längst mitten in der Olympia-Vorbereitung wie seine PSV-Teamkollegen Christian Diener und Carl Louis Schwarz. Ein dreiwöchiges Trainingslager in Thailand sei gut gelaufen, wie es Lebherz formuliert.

Trainer Hoffmann meint: „Dass bei uns viele ungünstige Umstände zusammenkommen, lässt sich nicht ändern. Aber im Olympiajahr gibt es ganz andere Ziele. Man muss diesen Wettbewerb daher auch anders einordnen.“

Einig sind sich alle, dass gerade der Ausfall von Felix Wolf schwer wiege. Aber der 26-Jährige reiste als Betreuer mit und will das Team wenn schon nicht aktiv im Becken, so doch moralisch unterstützen. Schließlich hatte er den Meistergürtel ein Jahr in seiner Wohnung aufbewahrt.

Von Peter Stein

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