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Lausbube mit Torjäger-Qualität

Talent beim OSC Potsdam Lausbube mit Torjäger-Qualität

Dennis Strelezkij gehört zu den größten Talenten des deutschen Wasserballs. Trotz Angeboten von deutschen Top-Vereinen entschied sich der 17-Jährige im Sommer für den OSC Potsdam.

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Im Bundesliga-Spiel gegen Cannstatt erzielte Dennis Strelezkij sechs Tore.

Quelle: Verein

Potsdam. Dennis Strelezkij zählt laut. „Elf, zwölf, dreizehn. Alle da.“ Der Wasserballer des Bundesligisten OSC Potsdam ist dafür verantwortlich, nach den Spielen die Kappen seiner Teamkameraden einzusammeln. „13 müssen es sein“, sagt er erleichtert und packt die Hauben zusammen.

Schon während der Partie am Wochenende durfte der 17-Jährige mitzählen und genießen. Stattliche sechs Tore erzielte er beim 16:4-Erfolg gegen den SV Cannstatt. Damit unterstrich Strelezkij im erst dritten Bundesligaspiel seine Ausnahmestellung. Der Neuzugang, der im Sommer vom Zweitligisten Düsseldorfer SC kam, ist eines der größten deutschen Talente seit zwei Jahrzehnten, heißt es in Fachkreisen. Bei der U17-Europameisterschaft in Aserbaidschan wurde Strelezkij mit 25 Treffern Torschützenkönig – obwohl Deutschland nur auf Rang acht landete.

Sportschule gab den Ausschlag

Mehrere deutsche Top-Vereine aus der A-Gruppe der Bundesliga wollten Strelezkij im Sommer verpflichten. Der Zwölftklässler hat sich aber für das Potsdamer Konzept entschieden. Er besucht die Sportschule im Luftschiffhafen, wo er 2017 sein Abitur machen will. Strelezkij: „Die Kooperation zwischen Sport und Schule klappt sehr gut.“ Außerdem erhofft er sich in Potsdam große Spielanteile. In Spandau oder Duisburg hätte er womöglich viel draußen gesessen. „Hier spiele ich in der ersten Sieben, spiele fast durch“, sagt Strelezkij. „Ich will Erfahrung sammeln und mich verbessern.“

„Das fühlt sich cool an“

OSC-Trainer Alexander Tchigir sieht noch jede Menge Potenzial in seinem Rohdiamanten. „Er kann noch stabiler werden, bessere Entscheidungen treffen. Wann kann er aufs Tor werfen, wann muss er verteidigen“, sagt Tchigir. Der Abschluss klappte gegen Cannstatt schon ganz gut. Nach drei Toren in den ersten beiden Saisonspielen legte Strelezkij sechs nach. „Das fühlt sich cool an“, sagt er. „Wir waren schwimmerisch und konditionell überlegen.“ Im Wasser hat er etwas Lausbubenhaftes, der Spaß ist ihm anzumerken. Egal, ob er über links oder rechts kommt. „Ich erschwimme mir die freien Räume.“ Mit 1,84 Metern ist er nicht besonders groß, trotzdem ein guter Schwimmer. „Ich habe mit fünf angefangen, mit neun bin ich dann zum Wasserball gewechselt.“ Strelezkij wurde in Russland geboren. Als er acht Monate alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach Düsseldorf. Im Internat fühlt er sich wohl. Doch er vermisse die Eltern in Düsseldorf. Und Mutters Borschtsch-Suppe.

Ziel ist der Aufstieg in die A-Gruppe

Trotz des Umbruches in der Mannschaft ist Strelezkij optimistisch, dass Potsdam die B-Gruppe gewinnen kann. „Mein Ziel ist es, in der kommenden Saison in der A-Gruppe zu spielen.“ Obwohl er einer der Jüngsten ist, kann er dank seines Talentes einen großen Teil dazu beitragen. Die Nase trägt er deshalb aber nicht hoch. „Ich prahle nicht herum, ich bin nicht überheblich“, sagte er. „Ich bin kein Star und bleibe ganz ruhig.“ Dafür spricht, dass er die Kappen-Aufgabe ganz gewissenhaft erfüllt.

Von Ronny Müller

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