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Tour-Aus für Kittel - Sprintstar sauer

Radsport Tour-Aus für Kittel - Sprintstar sauer

Für den restlos verärgerten Sprintstar Marcel Kittel gibt es in diesem Jahr bei der Tour de France kein weiteres Sommermärchen. Nach acht Etappensiegen und zwei Gelben Trikots in den Jahren 2013 und 2014 ist der 27-Jährige wegen seines Formrückstands von seinem Giant-Alpecin-Team ausgebremst worden.

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Marcel Kittel wurde nicht in den Kader des Teams Giant-Alpecin berufen.

Quelle: Dan Peled

Berlin. n. Der Thüringer reagierte mit Unverständnis und Enttäuschung auf die Entscheidung. "Die Nichtnominierung ist die mit Abstand schwierigste Phase meiner Karriere. Es ist nun für mich ein erneuter Rückschlag, dass ich das Vertrauen meines Teams für eine Tournominierung nicht verdient habe", schrieb Kittel auf seiner Homepage.

Bis zuletzt hatte der Thüringer noch gehofft, rechtzeitig in Form zu kommen. Dafür war er sogar ins Höhentrainingslager in die Sierra Nevada gefahren. Ohne Erfolg - im neunköpfigen Aufgebot fehlte sein Name. Stattdessen wird Klassikerspezialist John Degenkolb die Mannschaft anführen. Der Wahl-Frankfurter, der im Frühjahr sensationell die Monumente Mailand-San Remo und Paris-Roubaix gewonnen hatte, soll für die nötigen Etappensiege sorgen.

Das war in den vergangenen beiden Jahren Kittels Job. Glaubt man dem Sprinter, wäre er auch in diesem Jahr konkurrenzfähig gewesen. Er habe sich auf ein hohes Niveau zurückgekämpft", betonte Kittel. Die Skepsis bei den Verantwortlichen war aber größer. Seine grundsätzliche Fitness sei nicht ausreichend, hieß es vom Team.

Fast drei Monate war Kittel nach einer Viruserkrankung keine Rennen gefahren, Comeback-Versuche mussten immer wieder verschoben werden. Sein letzter Profisieg - abgesehen von einem Erfolg bei einem Kriterium in Australien im Januar - liegt schon neun Monate zurück.

Offenbar hat Kittels Vorstellung bei der am Sonntag zu Ende gegangenen ZLM Toer den Ausschlag gegeben. Abgeschlagen war er meist über den Zielstrich gerollt. Zu einem Sprint-Duell mit den Rivalen um den zweimaligen Etappengewinner und Gesamtsieger André Greipel war es erst gar nicht gekommen. Kittel hält dagegen: "Dass ich bei der ZLM-Tour noch kein Ergebnis eingefahren habe, hängt auch damit zusammen, dass ich frisch aus dem Höhentrainingslager gekommen bin."

Acht Tour-Etappen hatte Kittel in den vergangenen beiden Jahren gewonnen, darunter die Prestigesprints auf den Champs Elysées und die Auftaktetappen, die ihm jeweils auch das Gelbe Trikot beschert hatten. Der sympathische Thüringer stieg zum großen Star auf. Nun muss sich der Sprinter neue Ziele für 2015 setzen. Welche, weiß Kittel selbst noch nicht: "Zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich allerdings nicht, was meine Enttäuschung kompensieren könnte."

Auch sein deutscher Kollege Tony Martin vom gegnerischen Etixx-Team zeigte Unverständnis. "Ich bin geschockt, dass das Team das durchgezogen hat. Das hat Marcel nicht verdient. Unser Sprinter Mark Cavendish wird sich freuen", sagte Martin.

Die Entscheidung dürfte Spuren hinterlassen. Bislang waren Kittel und der von klein aufgebaute Rennstall eine einzige Erfolgsgeschichte. Erstmals scheint es nun größere Unstimmigkeiten zu geben. "Wir sind nicht blöd und können 1 und 1 zusammenzählen. Das war ein deutliches Signal der Mannschaft gegen Marcel. Sie vertrauen ihm nicht. Wir müssen uns in den nächsten Tagen an einem Tisch zusammensetzen", sagte Manager Jörg Werner.

Schon Anfang der Woche hatte Kittel durchklingen lassen, dass er nicht immer die gewünschte Unterstützung erhalten habe. "Es ist keine schöne Situation, aber sie ist andererseits auch lehrreich. Ich werde lernen, damit umzugehen und werde auch daran wachsen", ergänzte Kittel, dessen Vertrag Ende 2016 ausläuft.

Auch ohne Kittel ist ein Etappensieg das Ziel für die deutsche Mannschaft. Sogar das Gelbe Trikot zum Auftakt liegt im Bereich des Möglichen. Der Niederländer Tum Dumoulin zählt zu Rivalen von Ex-Weltmeisters Tony Martin beim Auftaktzeitfahren. Das Aufgebot komplettieren die Niederländer Roy Curvers, Koen de Kort, Ramon Sinkeldam und Albert Timmer sowie Warren Barguil (Frankreich) und Georg Preidler (Österreich).

dpa

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