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Tuchel will Klarheit bei Hummels: "Ball bei den Vereinen"

Fußball Tuchel will Klarheit bei Hummels: "Ball bei den Vereinen"

Hummels will zu den Bayern, doch der Wechsel ist noch längst nicht sicher. BVB-Coach Tuchel jedenfalls wünscht sich eine schnelle Entscheidung im Transferpoker und blickt bereits nach vorn. Was die Kaderplanung für die kommende Saison angeht, ist er optimistisch.

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BVB-Trainer Thomas Tuchel rechnet für die verbleibenden Saisonspiele mit Mats Hummels als wichtigen Bestandteil des Teams.

Quelle: Bernd Thissen

Dortmund. BVB-Trainer Thomas Tuchel wünscht sich rasch und endgültig Klarheit über die Zukunft von Mats Hummels.

"Wir wollen aus diesem artikulierten Willen schnell eine Entscheidung haben, damit wir wissen, wie es weitergeht, um uns dann für die nächste Saison aufzustellen", sagte Tuchel am Freitag - einen Tag nachdem Hummels den Club über seine Wechselabsichten zu Bayern München informiert hatte. Tuchel: "Der Ball liegt jetzt bei den Vereinen."

Man habe das Hummels-Votum pro FC Bayern "zur Kenntnis genommen", meldete sich Karl Hopfner, Bayerns Aufsichtsratsvorsitzender und aktueller Präsident, aus München: "Jetzt warten wir mal ab, wie die Verhandlungen ausgehen." Sein Präsidenten-Vorgänger Uli Hoeneß wies Vorwürfe zurück, der Meister wolle die Konkurrenz nur schwächen. Der FC Bayern mache "Transfers nicht nach dem Kriterium, ob man die anderen schwächt, sondern ob man sich selbst stärkt", sagte er am Freitag bei einer Sonderausstellung in der Stadion-Erlebniswelt seines Clubs ("Fußballprofi - Traum und Wirklichkeit").

Hummels hat bei Borussia Dortmund noch einen Vertrag bis 2017, eine Ausstiegsklausel gibt es nicht. In einem Interview auf der Vereinswebsite sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Zwingende Voraussetzung für einen Wechsel schon in diesem Sommer wäre ja, dass der FC Bayern München unsere Forderungen erfüllt. Aber ganz ehrlich: Das sehe ich noch nicht..."

Spekuliert wird, dass der BVB bis zu 40 Millionen Euro für seinen Kapitän verlangen könnte. Sollte sich die Borussia wider Erwarten mit den Bayern nicht auf einen Deal einigen, könnte Dortmund wie 2013 schon Topstürmer Robert Lewandowski den vorzeitigen Wechsel zum Rekordmeister verweigern. Lewandowski war dann erst ein Jahr später nach Ablauf seines Vertrags ablösefrei nach München gekommen.

Tuchel stellte klar, dass Hummels trotz des Wechsel-Wunsches auch in den verbleibenden Saisonspielen ein wichtiger Teil des BVB-Teams sei. "Er ist nach wie vor Kapitän dieser Mannschaft", sagte er. Zudem sicherte der Coach dem Verteidiger "jede sportliche Unterstützung" zu. Gleichwohl räumte Tuchel ein, dass ihn die Wechselabsichten des 27-Jährigen nicht völlig kalt lassen. "Eine Enttäuschung ist damit verbunden", sagte Tuchel.

Von den Fans erwartet er ebenfalls enttäuschte Reaktionen. "Es wird auf jeden Fall Leute geben, die das nicht gut finden und die das eventuell morgen auch artikulieren", sagte Tuchel mit Blick auf das mögliche Verhalten der Zuschauer gegenüber Hummels beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg.

Watzke hofft, dass die Fans bei Hummels fair bleiben. "Ich würde mich sehr freuen, wenn sich die Enttäuschung der BVB-Anhänger nicht in Feindseligkeiten gegenüber Mats ausdrücken würde", meinte er. "Das hätte er nach achteinhalb Jahren mitten in einer großartigen Geschichte einfach nicht verdient." Ob sich die Hoffnung des BVB-Geschäftsführers erfüllt, ist indes mehr als fraglich: Auf seiner Facebook-Seite wurde Hummels nach Bekanntgabe seines Wechselwunsches in Kommentaren bereits als "Verräter" und "Judas" bezeichnet.

Trotz des wahrscheinlichen Abgangs von Hummels und der unklaren Zukunft weiterer Leistungsträger ist Tuchel davon überzeugt, auch in der kommenden Saison eine schlagkräftige Mannschaft zu haben. "Es gibt genug Spieler, die sich mit Haut und Haaren zu diesem Verein bekennen", sagte er. "Wir werden eine Top-Mannschaft haben nächstes Jahr." Es sei eine Qualität des BVB, aus schwierigen Situationen gestärkt hervorzugehen und "Energie zu ziehen".

Zwar müsse man akzeptieren, dass es eine Kategorie von Vereinen wie den FC Bayern gebe, die derzeit über dem BVB stünden. "Aber wir werden nicht aufhören, diese Clubs herauszufordern", sagte Tuchel.

dpa

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