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Tyron Zeuge siegt spektakulär durch K.o. und wird Weltmeister

Box-Nacht in der MBS-Arena Tyron Zeuge siegt spektakulär durch K.o. und wird Weltmeister

So einen spektakulären Boxkampf hat es in Deutschland lange nicht gegeben – mit einem Deutschen in der Hauptrolle. Denn der Berliner Tyron Zeuge holte sich in der Potsdamer MBS-Arena den WM-Gürtel des Weltverbandes WBA im Supermittelgewicht.

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Giovanni De Carolis geht kurz vor Ende des Kampfes zu Boden.

Quelle: Fotos: Detlev Scheerbarth

Potsdam. Besser hätte er diesen Job nicht machen können. Als Tyron Zeuge den Champion Giovanni De Carolis 20 Sekunden vor Ende des über zwölf Runden angesetzten Kampfes zum zweiten Mal auf die Bretter schickte, war es vollbracht. Der erst 24 Jahre alte Berliner kürte sich zum zweitjüngsten deutschen Boxweltmeister aller Zeiten nach Graciano Rocchigiani. 3000 Zuschauer in der ausverkauften Potsdamer MBS-Arena feierten am Samstag kurz vor Mitternacht den neuen WBA-Titelträger im Supermittelgewicht.

Tyron Zeuge mit WM-Gürtel,  Freundin Mandy und Trainer Conny Mittermeier

Tyron Zeuge mit WM-Gürtel, Freundin Mandy und Trainer Conny Mittermeier.

Quelle: Detlev Scheerbarth

Selbst eine halbe Stunde nach dem äußerst spektakulären Kampf – beide Seiten jagten sich mit einem Höllentempo durch den Ring und teilten kräftig aus – stammelte Zeuge nur: „Ich bin einfach leer im Kopf und glücklich, dass ich den Titel habe. Ein Kindheitstraum hat sich erfüllt. In der letzten Runde habe ich den letzten Rest aus mir herausgeholt. Ich hatte nicht gedacht, dass ich De Carolis K.o. schlagen kann, er ist ein harter Hund.“

Manager Sauerland voll des Lobes

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Am 5. November 2016 fand in der mbs-Arena in Potsdam die große Box-Nacht des Sauerland-Teams statt. Tyron Zeuge aus Berlin holte sich den WM-Gürtel.

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Auch Manager Kalle Sauerland und dessen Vater Wilfried Sauerland übertönten sich gegenseitig mit Lobreden auf ihr neues Aushängeschild. Denn mit dem neuen millionenschweren TV-Vertrag bei Sat.1 in der Tasche und so einem Rohdiamanten wie Zeuge schon im WM-Stand braucht dem Berliner Boxstall um die Zukunft nicht Bange zu sein. „Das war ein Abend wie im Rocky-Film“, jubelte Kalle Sauerland. „Beide haben im Kampf alles gegeben, mehr kann man als Boxfan nicht erwarten.“ Und er versprach: „Das wird noch eine lange Reise mit Tyron.“ Seniorchef Sauerland, der vor 25 Jahren mit Henry Maske das Profiboxen wieder ins Rampenlicht führte, hechtete mit seinen 76 Jahren wie ein Jungspund durch die Seile, um den neuen Weltmeister als Erster in die Arme zu schließen. „Als ich Tyron vor vier Jahren zu uns geholt hatte, habe ich gesagt: ,Der wird mal Weltmeister.’ Er kann nicht nur gut boxen, sondern hat sich regelrecht durchgebissen.“

Die Trainer haben ordentlich Dampf gemacht

Zu verdanken hat das Zeuge, der nach einem Unentschieden im Juli
De Carolis noch den Titel belassen musste, vor allem seinen Trainern Jürgen Brähmer und Conny Mittermeier. Sie waren nach dem „unerledigten Job“ im Sommer mit ihrem bis dato nicht immer so trainingsfleißigen Zögling hart ins Gericht gegangen. Nun hat sich Zeuge in der harten Vorbereitung jenen Biss erarbeitet, der ihn in Potsdam über zwölf Runden immer nach vorn trug. Auch der schwer gezeichntet De Carolis gestand: „Tyron hat physisch extrem zugelegt, ich stand leider neben mir.“ Nun liegt es an Zeuge und am Management, ob das große Kino seine Fortsetzung findet.

Von Peter Stein

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