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Verdacht auf Korruption: Neues Verfahren gegen Blatter

Fußball Verdacht auf Korruption: Neues Verfahren gegen Blatter

Erneutes Ungemach für Joseph Blatter: Wegen des Verdachts auf Bestechung und Korruption eröffnen die FIFA-Ethikhüter ein neues Verfahren gegen den Ex-Präsidenten des Weltverbands. Ermittelt wird auch gegen zwei weitere Bekannte.

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Gegen den ehemaligen FIFA-Präsident Joseph Blatter wird erneut ermittelt.

Quelle: Valentin Flauraud

Zürich. Nach der Verbannung aus der Fußball-Welt droht Joseph Blatter nun auch die Verurteilung wegen Korruption und Bestechung. Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands eröffnete ein neues Verfahren gegen den früheren FIFA-Präsidenten.

Im Zuge der Zahlungen von Millionen-Gehältern, Boni und Provisionen werde auch gegen den ehemaligen Generalsekretär Jérôme Valcke und Ex-Finanzchef Markus Kattner ermittelt, teilte die FIFA am Freitag mit.

Das Trio soll sich laut einer internen Untersuchung der FIFA in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 79 Millionen Schweizer Franken bereichert haben, wie die FIFA bereits Anfang Juni mitgeteilt hatte. Der Weltverband leitete damals die Unterlagen an die Schweizer Bundesanwaltschaft und die US-Justizbehörde weiter.

Laut der FIFA hätten die Zahlungen und die Vertragsabschlüsse gegen Schweizer Recht verstoßen. Blatter wies die Vorwürfe wegen Bereicherung vor drei Monaten zurück und bezeichnete die Zahlungen als "sauber und fair". Am Freitag wollte er sich auf Anfrage nicht zum neuen Verfahren äußern.

Gegen ein viertes langjähriges Mitglied der Führungsriege im Weltfußball verhängte die Ethikkommission bereits eine lebenslange Sperre. Der frühere FIFA-Vize Jeffrey Webb wurde für alle Aktivitäten im Fußball gesperrt. Der frühere Präsident des Kontinentalverbands von Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik muss zudem eine Million Schweizer Franken zahlen.

Der Funktionär von den Kaimaninseln hatte bereits im November gestanden, vor und nach seiner Wahl zum CONCACAF-Präsidenten Schmiergelder in Millionenhöhe angenommen zu haben. Ihm könnten nun außerdem noch bis zu 20 Jahre Haft drohen.

Die FIFA-Ethikhüter untersuchen im Fall von Blatter, Valcke und Kattner nun gleich fünf Verstöße gegen das Ethik-Reglement des Weltverbands: Allgemeine Verhaltensregeln (Artikel 13), Loyalität (15), Interessenkonflikte (19), Annahme und Gewährung von Geschenken und sonstigen Vorteilen (20) sowie Bestechung und Korruption (21).

Der langjährige FIFA-Chef Blatter, der sein Amt im Zuge der Korruptionsaffäre niedergelegt hatte, geht derzeit vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen seine laufende Ethiksperre vor. Im Zusammenhang mit einer dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken von Blatter an den ebenfalls gesperrten UEFA-Präsidenten Michel Platini im Jahr 2011 stellte die Ethikkommission einen "Interessenskonflikt" fest. Das FIFA-Berufungsgremium hatte den Bann wegen der Verdienste Blatters von acht auf sechs Jahre reduziert.

Ex-Generalsekretär Valcke wurde im Januar von der FIFA entlassen. Er wurde von den Ethikhütern des Weltverbands für zwölf Jahre gesperrt, die Berufungskammer reduzierte diesen Bann ebenfalls um zwei Jahre. Der gebürtige Bayreuther Kattner rückte nach der Suspendierung Valckes zunächst auf den Posten des geschäftsführenden FIFA-Generalsekretärs. Am 23. Mai wurde der 45-Jährige wegen "Verletzungen seiner treuhänderischen Verantwortung in Bezug auf sein Arbeitsverhältnis" mit sofortiger Wirkung entlassen.

dpa

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