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Vettels Karrierestart in den USA

Motorsport Vettels Karrierestart in den USA

Amerika? Vettel? Da war doch was! 17. Juni 2007. Ein Bub aus Heppenheim betritt die Formel-1-Rennbühne. Sein Name: Sebastian Vettel. Er schafft es in die Top Ten und Punkteränge. Es ist der Beginn einer Karriere, die er bei Ferrari weiter veredeln will.

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Sebastian Vettel stand in dieser Saison bereits elfmal auf dem Podium.

Quelle: Valdrin Xhemaj

Austin. Am italienischen Teint muss er noch arbeiten. Die sportlichen Erwartungen der Ferraristi hat Sebastian Vettel fürs erste aber schon mehr als erfüllt. Vier Rennen vor Saisonende liegt er auf dem zweiten Gesamtrang.

Drei Siege, insgesamt elfmal auf dem Podium. Der Einzige, der Mercedes Paroli bieten kann und die Vorherschaft des Duos Lewis Hamilton/Nico Rosberg sogar durchbrochen hat. In den Großen Preis der USA startet Vettel als WM-Zweiter der Formel-1-Saison 2015 hinter dem Briten, aber vor seinem Landsmann. 

Seit Vettels erstem Renneinsatz im BMW damals in Indianapolis anstelle des eine Woche zuvor in Montréal verunglückten Robert Kubica sind mehr als acht Jahre vergangen. Viermal gewann er in dieser Zeit die Weltmeisterschaft. 42 Rennen beendete er wie mittlerweile auch Hamilton als Gewinner.

Beide haben damit einen Erfolg mehr als die brasilianische Formel-1-Legende Ayrton Senna. Beide könnten im kommenden Jahr ein weiteres Kapitel in der Geschichte der epischen Duelle in der Motorsport-Königsklasse beitragen.

"Das wäre ein Spaß", meinte Vettel jüngst. "Und die Fans würden es auch lieben, so wie damals zu den Zeiten von Senna und (Nigel) Mansell." Der 1994 tödlich verunglückte Senna und Hamilton-Landsmann Mansell hatten sich vor allem 1991 und 1992 spektakuläre Zweikämpfe geliefert. 1991 wurde Senna Weltmeister, im Jahr darauf Mansell.

2015 wird vermutlich Hamilton wieder Weltmeister, 2016 will es Vettel werden und die nächste Ära der Roten nach den fantastischen Ferrari-Jahren mit Rekordchampion Michael Schumacher einleiten. Diese Saison sollte eigentlich erstmal nur ein Eingewöhnungs- und Lehrjahr werden. "Das Team ist im Umbruch, viele neue Leute, das wird Zeit brauchen. Es ist klar, dass der Einfluss erst mit der Zeit kommt", hatte Vettel vor dem Beginn der Meisterschaft betont. Er machte sie aber schon zum Erfolgsjahr.

Dreimal Erster, dreimal Zweiter, fünfmal Dritter. Einziger Ausreißer der konstanten Bilanz des mittlerweile 28-Jährigen, der seinen finnischen Kumpel Kimi Räikkönen jederzeit im Griff hat, war der zwölfte Rang in Spa-Francorchamps. In Belgien war ihm ein Reifen am Ferrari geplatzt. "Wenn es 200 Meter früher passiert, knalle ich mit 300 in die Wand", hatte Vettel danach getobt. Zwei Rennen später ließ er sich auf dem Weg zu seinem 42. Karrieresieg nicht mal von einem übermütigen Fan all zu sehr irritieren, der die Fahrbahn in Singapur als Fußweg nutzte.

Vettel beeindruckte hingegen seinen Teamchef Maurizo Arrivabene bereits derart, dass sich der Italiener in Japan zu einem gewagten und vieldiskutierten Vergleich mit Vettels einstigem großen Vorbild Michael Schumacher hinreißen ließ. "Viele haben gesagt, dass Seb nur gewann, weil er das bessere Auto hatte und in bestimmten Augenblicken habe ich das auch gedacht. Heute, wo ich mit ihm arbeite, kann ich sagen, dass er in gewisser Hinsicht sogar besser ist als Michael."

Auch Vettel ist aber noch weit entfernt von den Erfolgen Schumachers mit sieben WM-Titeln und 91 Rennsiegen. Dennoch deutete er schon vor acht Jahren in den USA bei seinem Renndebüt an, zu was er fähig sein würde. "Ein frühreifer Teenager ließ erstmals sein erstaunliches Talent aufblitzen", hieß es nun rückblickend auf der Formel-1-Homepage über den Blondschopf, der zu Beginn seiner ersten Ferrari-Saison einer italienischen Journalistin, die sich noch an Vettel im roten Dress gewöhnen musste, grinsend entgegnet hatte: "Wahrscheinlich muss ich was an meinem Teint machen, wenn ich für ein italienisches Team fahre."

dpa

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