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Viermal null Punkte - VfB vor schwierigem Weg

Fußball Viermal null Punkte - VfB vor schwierigem Weg

Der schlechteste Saisonstart der Geschichte hinterlässt beim VfB Stuttgart Frust und Ernüchterung. Schon wieder steckt der Club ganz unten drin. Schnell müssen Lösungen her. Zorniger muss zeigen, dass er der richtige Trainer für die Wende zum Guten ist.

Berlin. Alexander Zorniger muss schon nach seinen ersten vier Bundesliga-Wochen den VfB Stuttgart aus der schwierigsten Auftaktphase der Clubgeschichte manövrieren. Erstmals haben die Schwaben die ersten vier Spiele nacheinander verloren.

Nachdenklich und ernst wirkte der in der Beletage des deutschen Fußballs weitgehend unerfahrene Chefcoach nach dem 1:2 bei Hertha BSC. Zweifel an sich selbst ließ er aber nicht aufkommen. "Ob ich der erste Trainer mit dieser Serie bin, hat überhaupt keine Auswirkungen", sagte Zorniger. "An meinem Selbstverständnis nagt es nicht, aber über die Situation an sich mache ich mir natürlich meine Gedanken."

Schon wieder droht eine Zitter-Saison. Dabei wollte der Club nach zwei katastrophalen Jahren mit jeweils nur knapper Rettung einen Haken hinter den Abstiegskampf setzen. Der neue Hoffnungsträger auf der Trainerbank sollte die obere Tabellenregion wieder realistisch werden lassen. Obwohl Zornigers Stationen als Chef zuvor - 1. FC Normannia Gmünd, SG Sonnenhof Großaspach, RB Leipzig - keinen großen Klang haben, wuchs vor Saisonbeginn die Euphorie. 

Nach einem Monat, null Zählern und Tabellenrang 17 blickten seine Profis am Samstag im Berliner Olympiastadion entsetzt und ratlos drein. VfB-Mittelfeldspieler Daniel Didavi redete nicht lange drumherum: "Wenn wir gut spielen würden, hätten wir Punkte", klagte er. Schlicht eine "Scheißsituation" nannte es Stürmer Daniel Ginczek. "Wir befinden uns in keiner schönen Situation, in der wir auch nichts schönreden werden", drückte es Sportvorstand Robin Dutt aus.

Das Selbstvertrauen scheint zu schwinden. Der Frust und die Furcht, wieder im Abstiegskampf festzustecken, steigt. "Irgendwas fehlt, aber ich weiß nicht was", erklärte Neuzugang Toni Sunjic, Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1 (36.). Der Bosnier soll ebenso wie der ausgeliehene Robbie Kruse den Konkurrenzkampf erhöhen, und zu schneller Zufriedenheit bei den Stuttgarter Profis vorsorgen.

Spielerisch war Zorniger nicht unzufrieden. "Ich kann das total nachvollziehen, wenn man sagt, vier Spiele, null Punkte - seid ihr eigentlich alle noch ganz sauber?", meinte der 47-Jährige. "Ich denke aber nicht, dass man die Leistung ignorieren sollte." In der Tat präsentierten sich die Schwaben phasenweise ordentlich und bestimmten das Spiel, ließen aber Chancen aus und zeigten auch deutliche Lücken in der Defensive.

Ein Klasse-Volleyschuss von Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger, der erste Erstliga-Treffer des Schweizers seit Dezember 2008 (45.+3), entschied die Partie. Genki Haraguchi hatte zuvor schon früh VfB-Schwächen ausgenutzt (14.). Ratlos haderte VfB-Profi Didavi: "In der zweiten Halbzeit war das zu wenig, ich weiß auch nicht, warum."

Die Taktik mit dem Pressing, hoher Laufbereitschaft und Offensivdrang stellt Zorniger nicht infrage. Für das Hertha-Spiel hatte er ein wenig nachjustiert, die Mannschaft verteidigte nicht so offensiv wie zuletzt. "Für mich ist das keine System-Problematik. Wir machen in den entscheidenden Momenten als Einzelspieler und als Mannschaft, Dinge nicht richtig, die du richtig machen musst, um Spiele zu gewinnen", erklärte Zorniger.

In den nächsten Wochen muss seine Idee vom Fußball Punkte bringen. In den Duellen mit Köln, Hamburg, Frankfurt und Berlin hat es nicht gereicht, am nächsten Sonntag kommt der FC Schalke 04.

dpa

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