Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Vom Mittelmeer an die Binnenalster

Triathlon Vom Mittelmeer an die Binnenalster

Der Potsdamer Triathlet Lasse Lührs trainiert seit neun Monaten im spanischen Alicante und startet beim Weltmeisterschafts-Rennen in Hamburg. Beim Wettkampf an der Alster erwartet ihn eine gewaltige Zuschauermenge. Die Hansestadt befindet sich nur rund 100 Kilometer von seinem Heimatort in Norddeutschland entfernt.

Potsdam 52.3905689 13.0644729
Google Map of 52.3905689,13.0644729
Potsdam Mehr Infos
Nächster Artikel
Begegnung mit der Vergangenheit

Traumhafte Trainingsumgebung: Lasse Lührs bereitete sich an der Mittelmeerküste von Alicante auf das Rennen in Hamburg vor.

Quelle: foto: privat

Potsdam. In den nächsten Wochen wird es sogar Lasse Lührs zu heiß in seiner Wahlheimat. „Nach dem Rennen in Hamburg bleibe ich erst einmal ein paar Wochen in Deutschland. In Alicante ist eigentlich das ganze Jahr schönes Wetter. Jetzt wird es gerade ganz schön warm, auch deshalb bleibe ich erstmal in Deutschland“, erzählt der 21-Jährige, der am Samstag (16 Uhr/ZDF) beim WTS-Rennen (WM-Serie) in der Hansestadt an den Start geht.

Lindemann und Horn in Hamburg dabei

Neben Lasse Lührs sind noch zwei weitere Potsdamer beim größten Triathlon der Welt in Hamburg am Start.

Laura Lindemann führt die deutsche Damenmannschaft an.

Die 20-Jährige gewann kürzlich den Europameisterschafts-Titel bei der Heim-EM in Düsseldorf. Ihr Rennen findet heute (14.10 Uhr/ZDF) statt.

Erstmals für ein Rennen der WTS-Serie wurde der erst 17-jährige Moritz Horn nominiert.

Er hat möglicherweise Chancen, beim WM-Staffelrennen am Sonntag (14.54 Uhr/ZDF) zum Einsatz zu kommen.

Seit Oktober 2016 studiert der ehemalige Potsdamer Sportschüler in Alicante an der Mittelmeerküste, knapp zwei Autofahrstunden südlich von Valencia entfernt. „Als ich dort hingegangen bin, konnte ich gar kein Spanisch. Jetzt geht es schon ganz gut. Das ging alles learning by doing (Lernen durch Handeln, d.Red.). Das gute ist, dass ich ganz gut Französisch konnte, ein bisschen was ist ganz ähnlich. Wenn man mal was nicht weiß, tippt man es ins Handy ein. Und das Studium ist auch größtenteils auf Englisch.“ Umstellen musste er sich auch in der Tagesplanung: „Es ist alles viel weiter nach hinten verschoben. Früher bin ich vor der Schule zum Schwimmen, in Spanien geht das Training frühestens um 8.30 Uhr los. Dafür komm ich auch schon mal um 22 Uhr aus der Schwimmhalle“, erzählt der Wahl-Spanier.

Familienmitglieder feuern Lührs an

Dort hat er sehr von den besseren klimatischen Bedingungen profitiert. „Über den Winter konnte ich sehr viel Rad fahren, deutlich mehr als letztes Jahr. Das macht sich jetzt bemerkbar“, sagt Lührs, der vergangenen Sommer sein Abitur in Potsdam abgelegt hatte. „Gerade die ersten Wettkämpfe liefen sehr gut, viele waren auf persönlich sehr gutem Niveau.“ Kürzlich belegte das Nachwuchstalent bei der Heim-Europameisterschaft in Düsseldorf den achten Platz, bei den Weltcups in Chengdu (10. Platz) und Madrid (7.) kam er unter die Top Ten. Wie es für ihn weitergeht, steht indes noch nicht fest. Womöglich setzt er sein BWL-Studium in Spanien fort, kehrt nach Potsdam zurück oder wechselt an den Standort Saarbrücken. „In den nächsten Tagen wird die Entscheidung fallen“, erzählt Lührs, der in Wingst in der Nähe von Cuxhaven aufgewachsen ist.

Deshalb werden ihn auch einige Familienmitglieder und Freunde in Hamburg anfeuern, das nur knapp 100 Kilometer von seinem Heimatort entfernt liegt. Schon diese Tatsache macht das Rennen für Lührs besonders, der sportliche Rahmen tut sein übriges. 300 000 Zuschauer kommen am Wochenende an die Strecke rund um die Binnenalster. Für Lührs ist es bereits das zweite Mal beim größten Triathlon der Welt. „Es ist immer besser, wenn man schon mal dabei war. Das Hauptziel ist, von den Großen der Szene, die am Start sind, zu lernen“, sagt Lührs, der im Vorjahr auf Rang 31 landete.

Damals wurde er nominiert, dieses Mal hat er sich sportlich qualifiziert – ein weiteres Zeichen für seine positive Entwicklung. Ein Ziel hat er sich für Hamburg allerdings gesetzt: Er will sich einen Platz im deutschen Staffelteam erkämpfen, das Sonntag (14.54 Uhr/ZDF) um den WM-Titel kämpft.

Von Stephan Henke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer
Finde Bundesliga-Wettquoten und mehr exklusiv bei SmartBets.