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Warten auf den Durchbruch: Hoffenheims Hoffnung Vargas

Fußball Warten auf den Durchbruch: Hoffenheims Hoffnung Vargas

In Chile ist er der große Stürmerstar und kann kaum vor die Tür gehen. In Sinsheim genießt es Eduardo Vargas, dass er auch mal unbehelligt Essen gehen kann. Sportlich allerdings muss er in der Bundesliga erst noch überzeugen.

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Eduardo Vargas wartet bei 1899 Hoffenheim noch auf den Durchbruch.

Quelle: Uwe Anspach

Zuzenhausen. Wann explodiert Eduardo Vargas? Der Stürmer, 2015 Torschützenkönig bei Chiles Copa-América-Triumph, ist ein Hoffnungsträger bei 1899 Hoffenheim im Abstiegskampf. Allerdings kann das Kraftpaket mit den vielen Tattoos erst einen Treffer in dieser Bundesliga-Spielzeit vorweisen.

"Ich bin bei 100 Prozent, ich glaube, die Tore kommen schon noch. Vielleicht am Sonntag - vielleicht in einem anderen Spiel", sagte der 26-Jährige der Deutschen Presse-Agentur vor der Partie des Tabellenvorletzten beim FC Bayern München am Sonntag.

Vargas war im Sommer für sechs Millionen Euro Ablöse vom Premier-League-Absteiger Queens Park Rangers gekommen - und legte ganz ordentlich los. Inzwischen aber könnte sich seine Story wiederholen: Bei europäischen Clubs war dem chilenischen Star bisher nie der Durchbruch gelungen. Weder beim SSC Neapel noch als Leihgabe beim FC Valencia oder bei den Rangers. Im Kraichgau, räumte Vargas ein, sei er wohl "zu früh zufrieden" gewesen: "Vielleicht habe ich gedacht, es läuft von alleine so weiter."

Huub Stevens setzt den Südamerikaner derzeit als Sturmspitze ein - und da hat sich Vargas der Offensivmisere (18 Tore in 18 Spielen) der TSG angepasst. Der niederländische Fußball-Trainer will aber nicht den Stab über den kleinen Angreifer brechen - was sollte er seinen Spielern auch noch mehr Selbstvertrauen nehmen. "Wenn Eduardo weiter so arbeitet, dann kommen die Tore auch", sagte Stevens.

"Ich würde nicht sagen, dass ich schlechte Leistungen gezeigt habe. Natürlich fehlen mir Tore, aber da gehört halt eben auch Glück dazu", erklärte Vargas selbst. Der Profi weiß nur zu gut, dass er entscheidende Monate vor sich hat - auch in der Heimat: Denn Nationalcoach Jorge Sampaoli, sein großer Förderer schon einst bei CF Universidad de Chile, hat sich aus seinem Vertrag herausgekauft. Sehr zum Ärger des Verbandes und vieler Fans. Doch Sampaoli, der bei der WM 2014 mit Chile im Achtelfinale nur knapp an Brasilien gescheitert war und bei der jüngsten FIFA-Kür zum drittbesten Trainer gewählt wurde, will bei einem Club in Europa Karriere machen.

"Ich weiß nicht, ob es schwieriger wird, aber er hatte schon großes Vertrauen in mich gesetzt. Er hat mich immer nominiert, auch wenn ich bei meinem Verein nicht Kontinuität gezeigt hat", sagte Vargas. "Ich hoffe, ich dass ich auch bei einem anderen Trainer meine Chancen bekomme." Noch allerdings steht Sampaolis Nachfolger nicht fest. Und Vargas hat noch ein Handicap: In den WM-Qualifikationsspielen gegen Argentinien und Venezuela ist er gesperrt, weil er beim 0:3 in Uruguay den gegnerischen Fans gleich zweimal den Stinkefinger gezeigt hat.

So kann sich Vargas jetzt erstmal ganz auf den Abstiegskampf in der deutschen Eliteliga konzentrieren. Die Partie in München wird in Chile übertragen, bei den Bayern steht schließlich Arturo Vidal unter Vertrag. "Er ist ein wirklich guter Freund. Jetzt spielen wir gegeneinander - und auf dem Platz gibt es keine Freunde", meinte Vargas lächelnd über seinen Landsmann. Es sei ein großes Spiel, "auch für mich".

"El genio azul" (Das blaue Genie), wie Vargas in Hoffenheim mitunter genannt wird, hat seine Qualitäten auf der ganz großen Bühne längst gezeigt. So schoss er mit seinem Tor beim 2:0 der Chilenen gegen Spanien in der WM-Vorrunde 2014 den Weltmeister mit aus dem Turnier. Und bei der Südamerika-Meisterschaft hatte er mit vier Treffern maßgeblichen Anteil am Turniersieg der Gastgeber.

Im Trainingslager der Hoffenheimer in Südafrika glänzte Vargas beim Fußball-Tennis. In der Bundesliga wartet er noch auf seien Sternstunde: "Ich bin in einer sehr guten Verfassung. Ich will jetzt einfach explodieren", machte er deutlich.

dpa

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