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Wasserspringer Patrick Hausding "Champion des Jahres"

Sportpolitik Wasserspringer Patrick Hausding "Champion des Jahres"

Dreimal musste Patrick Hausding den Sieg einem anderen überlassen. Bei der vierten Nominierung hat es endlich geklappt: Der Berliner Wasserspringer ist "Champion des Jahres". Die anderen deutschen Top-Athleten würdigten damit seine eindrucksvolle Sportkarriere.

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Wasserspringer Patrick Hausding wurde in Granada zum Champion des Jahres 2016 erkoren.

Quelle: Frank May

Playa Granada. Patrick Hausding hat den "Nominierungsfluch" endlich abgelegt. "Ich kam mir ja schon vor wie Leonardo DiCaprio bei den Oscars, so oft wie ich nominiert war", witzelte Deutschlands erfolgreichster Wasserspringer.

Doch im vierten Anlauf hat es endlich geklappt. Hausding wurde am Samstagabend zum "Champion des Jahres" in Playa Granada gekürt. "Vielleicht war es ja Mitleid", flachste der "Beste der Besten": "Ich denke, ich habe über die Jahre gezeigt, dass ich würdig bin, diesen Preis zu bekommen."

Er setzte sich bei der Wahl unter rund 100 Top-Athleten gegen Vorjahressieger Sebastian Brendel - der Kanute holte in Rio zweimal Gold -, Turnerin Sophie Scheder, Judoka Laura Vargas Koch und Ringer Denis Kudla (alle in Rio mit Bronze dekoriert) durch. Das Quintett verbrachte in Andalusien gemeinsam mit anderen Medaillengewinnern eine Ferienwoche, traditionell als Belohnung auf Einladung der Deutschen Sporthilfe.

"Wenn man aus den eigenen Reihen gewählt wird, ist das eine große Ehre", sagte der 27-Jährige, der zuvor sichtlich nervös war: "Es ist unbeschreiblich, ich fühle mich wie in Rio nach Bronze. Dort hat auch jeder von mir die Medaille erwartet. Da ist man noch viel angespannter. Ich bin mega stolz."

Am Abschlussabend nahm Hausding seinen Preis entgegen: Ihm wird ein Auto und eine individuelle Reise sowie nun dauerhaft der Sonderurlaub mit den Athleten spendiert. Hausding hatte dieses Jahr in Rio mit Bronze vom Drei-Meter-Brett, seiner ersten olympischen Einzelmedaille, seine erfolgreiche Karriere gekrönt. Und gleichzeitig die erste deutsche Medaille seit 104 Jahren vom 3-Meter-Brett geholt.

Auch eine Dopingprobe früh um 6.00 Uhr zwei Tage zuvor konnte Hausding den Spaß mit den anderen Spitzensportlern nicht verderben. Unter der Sonne Südspaniens machte das Bewegungstalent bei so gut wie allen sportlichen Aktivitäten mit: Bossaball, Biathlon, Triathlon, Einrad-Fahren oder Drohnen-Fliegen. "Es war eine megatolle Woche", sagte der Rekord-Europameister der Deutschen Presse-Agentur. Am Abschlusstag bekam er noch Besuch von zwei spanischen Soldaten: Bei einem Ausflug mit einem Auto war er in militärisches Sperrgebiet gefahren und musste daher seine Personalien angeben.

Hausding wird nach dem Urlaub mit dem Training erstmal kürzer treten. Statt der insgesamt bis zu 15 000 Sprünge pro Jahr ins Wasser wird er zunächst seinen geschundenen Körper regenerieren. "Ich werde sehr viel Kraft in den Rehaprozess stecken, denn meine Knie und Schultern haben in den letzten vier Jahren sehr stark gelitten. Ich probiere drei, vier Monate das mit viel Gesundheitstraining auf die Reihe zu kriegen, bevor es dann wieder in den spezifischen Verschleißsport geht", sagte der "Akrobat der Lüfte", der auch in den Ferien wegen seiner Knieschmerzen eine Bandage trug.

Zudem beginnt für Hausding eine neue Zeitrechnung. Sein Erfolgscoach Jan Kretzschmar geht in Rente. Mit dem erst 32-jährigen Christoph Bohm ("Ein guter Freund") macht Hausding nun weiter. "Das ist ein Umschwung, eine Neumotivation. Der neue Trainer ist komplett anders, das sind neue Erfahrungen, auf die ich mich freue", sagte Hausding. Bis Tokio 2020 will er weiterspringen, wenn es sein Körper zulässt.

dpa

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