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Weber und Rauhe verpassen das Podest

Olympia, Kanu Weber und Rauhe verpassen das Podest

Bei den Olympischen Spielen in Rio gab es am Donnerstag für die Kanuten aus Potsdam fünfte Plätze durch Franziska Weber im Kajak-Einer über 500 Meter und durch Ronald Rauhe im Kajak-Zweier über 200 Meter.

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Franziska Weber paddelt zu Platz fünf über 500 Meter Kajak-Einer.

Quelle: foto: dpa

Rio. Zwei fünfte Plätze fischten die Potsdamer Rennkanuten am Donnerstag aus dem Lagoa Rodrigo de Freitas in Rio, doch die Reaktionen fielen völlig unterschiedlich aus. Franziska Weber strahlte, weil sie zwei Tage nach ihrem silbernen Rennen im Zweierkajak mit Tina Dietze aus Leipzig auch solistisch ihre Weltklasse unter Beweis stellte. Dagegen war Ronald Rauhe traurig, weil er bei seinen fünften Olympischen Spielen die größte Medaillenchance nicht nutzen konnte und wohl wie 2012 in London leer ausgehen wird. „Im Einer stehen die Chancen nicht so gut“, gab der 34 Jahre alte Dauerbrenner der deutschen Kanurennsport-Szene zu.

Eine Zehntelsekunde fehlt zu Bronze

Bronze, Gold und Silber hatte der Zweierspezialist bereits in Sydney, Athen und Peking geholt. Doch seit Einführung der 200-Meter-Sprints tun sich die deutschen Paddler schwerer, viele Experten sprechen bei diesen 32 Sekunden langen Rennen sogar von einer Lotterie. Gestern hatten die Spanier das große Los gezogen, sie gewannen vor Großbritannien und Litauen. Rauhe/Liebscher waren dicht dran an den Podesträngen, mit bloßem Auge war die Platzierung nicht auszumachen. Letztlich fehlte eine Zehntelsekunde zu Bronze – und der Potsdamer ließ seine erste Wut an einer Zielboje aus. „Ich war so voller Energie und am Ende auch Wut, das musste einfach raus“, sagte er entschuldigend.

Rauhe: „Ein sehr gutes Rennen gepaddelt“

Es geht so verdammt schnell im Sprint: Das deutsche Boot erwischte einen guten Start, war zunächst ganz vorn dabei, fiel im Mittelteil etwas zurück und kam im Schlussspurt nicht mehr ganz heran. „Ich denke, dass wir trotz der verpassten Medaille ein sehr gutes Rennen gepaddelt sind“, sagte Rauhe, der elf Jahre älter ist als der dritte Zweierpartner seiner internationalen Karriere, mit dem er sich prächtig versteht. „Der Sport macht so einen Altersunterschied sehr gut wett, wir sind Freunde und unternehmen viel gemeinsam.“

Der Dresdner Liebscher war nach den ersten Interviews, die er tapfer überstand, am Boden zerstört, hockte sich in der Mixed-Zone mit dem Rücken zu den Journalisten hin und heulte wie ein Schlosshund. Rauhe meinte: „Es war sein erstes Olympiafinale, wir werden Tom wieder aufbauen. Spätestens, wenn er am Sonnabend seine Vierer-Medaille hat, ist die Welt wieder in Ordnung.“ Für ihn selbst heißt es in den kommenden drei Tagen Abschied nehmen von der olympischen Bühne: „Heute war die Atmosphäre sehr gut. Dass die brasilianischen Zuschauer ihre Gegner oft ausbuhen, trübt das Ganze aber erheblich.“ Nächstes Jahr möchte Rauhe gern noch einmal antreten.

Franziska Weber setzt nun auf den Vierer

Franziska Weber hofft morgen ebenfalls auf Edelmetall im Vierer. „Wir sind ein tolles Frauen-Team, alle haben mich heute unterstützt“, sagte die 27-Jährige, die gestern nach eigenem Ermessen ein starkes Einerrennen hingelegt hat. „Platz fünf war nach dem Vorlauf absolut nicht abzusehen, die anderen waren im Spurt stärker, aber ich bin nicht eingebrochen. Ich muss mich nicht schämen. Und ich fühle mich noch stark genug für den Vierer.“ Gleich im Vorlauf werde es heute voll zur Sache gehen: „Wer mit halber Kraft paddelt, verpasst das Finale.“

Nach dem knapp verpassten Gold am Dienstag im Zweier habe sie viele Reaktionen aus der Heimat bekommen. „Manche haben geschrieben: Schaut euch das Rennen lieber nicht nüchtern an. Viele freuen sich mit uns über Silber, viele ärgern sich mit uns über das knapp verpasste Gold. Auch wir sind mal happy, mal etwas traurig, wenn wir an das Finale denken.“ Doch über Silber dürfe man sich ehrlich freuen, auch wenn man Gold gewollt hat.

Von Frank Schober

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