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Wechsel von Babelsbergs Koc steht bevor

Nie mehr vierte Liga Wechsel von Babelsbergs Koc steht bevor

Babelsberg 03 verliert seinen Top-Spieler: Süleyman Koc (24) wird in der Winterpause zum Zweitligisten SC Paderborn 07 wechseln. Es läge ein "unterschriftsreifer Vertrag" vor, bestätigte Babelsberg-Sprecher Marcel Moldenhauer.

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Süleymann Koc traf bereits fünf Mal für Babelsberg.

Quelle: dpa

Potsdam. "Es ist noch nicht fix, aber es wird fix", sagte Koc der MAZ. "Es gibt eine interne Einigung", sagt sein Berater. Nur Paderborn hüllt sich in Schweigen. Haupthindernis ist jetzt noch die Berliner Justiz.

Bereits im Sommer hatten Kocs Berater versucht, den schnellen und trickreichen Offensivmann in einer höheren Spielklasse unterzubringen. Damals platzte der Wechsel. Das Geld war ein Problem ‒ Babelsberg wollte mindestens 150000 Euro Ablöse. Ausschlaggebend aber war die noch nicht verbüßte Haftstrafe: Wegen seiner Beteiligung an einer Serie von Raubüberfällen wurde Koc 2011 zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der Moabiter Junge hatte seinem Bruder und anderen Kumpels geholfen, Spielhallen und Automaten-Cafés auszurauben. Seit Sommer 2012 sitzt er im offenen Vollzug und kann wieder bei Babelsberg auflaufen. Jetzt hofft Koc, "in den nächsten Wochen" vorzeitig entlassen zu werden. Wenn er auf freiem Fuß ist, kann der Deal abgeschlossen werden. "Sülos" Sozialprognose ist gut: Das Pendeln zwischen Haftraum und Strafraum hat seinem sportlichen Talent nicht nachhaltig geschadet. Mit fünf Toren und vier Vorlagen ist Koc Top-Scorer des Babelsberger Regionalligateams. "Wenn wir ihn verlieren, verlieren wir unseren wichtigsten Spieler", hat Nulldrei-Trainer Cem Efe kürzlich gesagt. So dankbar Koc für die zweite Chance bei Babelsberg war, so klar war auch, dass seine Berater, seine Familie und er aus finanziellen wie sportlichen Gründen einen Wechsel aus dem Zwei-Jahres-Vertrag bei Babelsberg forcieren würden. "Ein Wechsel im Winter ist ein guter Kompromiss, ein guter Mittelweg", sagt Babelsberg-Sprecher Moldenhauer.

Mit der erwarteten sechsstelligen Ablöse kann sich Nulldrei zur Rückrunde verstärken: Um Heimpleiten wie das 2:3 gegen Nordhausen am vergangenen Sonntag zu verhindern (Koc verwandelte dabei zwei Elfmeter), braucht der Verein dringend einen erfahrenen Spieler, der Verantwortung übernimmt. Koc soll Babelsberg noch ein paar Abschiedsgeschenke in Form von Toren liefern, zum Beispiel heute Abend (19 Uhr) bei Viktoria Berlin.

Für Koc schließt sich mit seinem Transfer ein Kreis: Der antrittsschnelle Trickser steht wieder dort, wo er im April 2011 stand. Da hatte der Zweitligist Ingolstadt gerade Interesse gezeigt. Die Karriere hätte damals schon richtig losgehen können. Stattdessen klickten die Handschellen.

Von Jan Sternberg

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