Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Weltmeister Hans Gruhne im Einer-Examen

Rudern Weltmeister Hans Gruhne im Einer-Examen

Bei den deutschen Kleinbootmeisterschaften werden am Wochenende in Köln im Deutschen Ruderverband die Weichen Richtung Rio gestellt. Nur wer eine Topplatzierung erreicht, wahrt seine Olympia-Chance. Der Potsdamer Hans Gruhne, im Vorjahr Weltmeister im Doppelvierer, muss auch durch das Einer-Examen.

Voriger Artikel
DFB-Frauen bejubeln vorzeitige EM-Qualifikation
Nächster Artikel
0:3 - Ronaldo verhindert Wolfsburg-Wunder in Madrid

Hans Gruhne muss sich im Einer für Olympia empfehlen.

Quelle: Foto: Stein

Potsdam. Hans Gruhne gibt es ja zu. Der Einer ist nicht unbedingt sein Lieblingsboot. Zwar wurde der Skuller als Solist vor zehn Jahren Junioren-Weltmeister, aber das ist einerseits lange her, andererseits geht es am Wochenende um viel mehr. Bei den deutschen Kleinbootmeisterschaften auf dem Fühlinger See in Köln kommt es darauf an, sich für die Auswahlboote im Doppelzweier und Doppelvierer zu empfehlen. Mithin werden in Köln schon die ersten Pflöcke auf dem Weg zu den Olympischen Spielen im August in Rio eingeschlagen.

Gruhne sagt: „Wenn ich in Köln nicht vorn dabei bin, dann war es das fast schon.“ Im Idealfall qualifiziert er sich für das A-Finale der Top sechs, um allen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. „Ein erster oder zweiter Platz im B-Finale würde vielleicht auch noch reichen. Im schlimmeren Fall hätte es sich dann schon fast erledigt“, schätzt der Recke vom Ruderclub Potsdam ein. Denn der 27-Jährige hat ja da so seine eigenen Erfahrungen gemacht. „Die waren nicht immer gut. Aber im Vorjahr war ich bei der Kleinboot-Meisterschaft auch nur Achter, am Ende Weltmeister mit dem Doppelvierer.“ Ein ähnliches Happy End strebt er im Olympiajahr an.

Gruhne hat gut trainiert

Natürlich setzen die Bundestrainer auf das Weltmeisterboot, sprich die eingefahrene Besatzung. Trotzdem ist das für den WM-Schlagmann kein Ruhekissen. „Schon beim Langstreckentest in Leipzig habe ich gemerkt, dass die anderen ganz schön rangeklotzt haben. Da ich traditionell immer erst später in der Saison auf Hochtouren komme, stehe ich unter Zugzwang“, berichtet Gruhne, der am Bundesstützpunkt in Berlin bei Alexander Schmidt trainiert und mit Karl Schulze einen Weltmeister aus dem Doppelvierer als Trainingspartner hat.

Schon im Vorlauf richtig Gas geben

„Das hilft, sich gegenseitig zu puschen. Wir wissen, im Olympiajahr sind alle besonders motiviert. Ich ja auch. Ich will unbedingt dabei sein in Rio, nachdem ich vor vier Jahren in London nur Olympia-Zuschauer war“, gibt der Potsdamer zu bedenken, der unlängst als Polizeiobermeister verbeamtet wurde.

Der dreimalige WM-Medaillengewinner (Gold 2015, Silber 2011 und Bronze 2007) sagt mit Blick auf das Kölner Ausscheidungsrennen: „Da musst du bestimmt schon ab dem Vorlauf richtig Gas geben, um in den nächsten Runden nicht zu sehr unter Druck zu geraten.“ Zwar sei der frühere Einer-Weltmeister Marcel Hacker, der wiederum einen Olympiastart im Doppelzweier anstrebt, im Skiff nach wie vor eine Klasse für sich, aber auf den Plätzen sei wie immer alles offen. „Ich bin auf alles vorbereitet“, meint Gruhne. „Jetzt kommt es darauf an.“

Von Peter Stein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer