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Weltmeister Zhan Belenyuk schmückt den Luckenwalder SC

Ringen Weltmeister Zhan Belenyuk schmückt den Luckenwalder SC

Die Ringer des Luckenwalder SC empfangen am Samstag in der Bundesliga den ASV Mainz. Der LSC hat mit dem Ukrainer Zhan Belenyuk auch einen aktuellen Weltmeister in seinen Reihen.

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Der ukrainische Weltmeister Zhan Belenyuk (oben) beherrscht seine Gegner meist.

Quelle: Foto: Frank Nessler

Luckenwalde. Die Bundesliga-Ringer des Luckenwalder SC (LSC) schmücken sich mit einem Weltmeister. Martin Obst und Nick Matuhin mussten bei der Weltmeisterschaft im September nach dem ersten Kampf die Waffen strecken, doch ihr Teamkollege Zhan Belenyuk ergatterte in der Klasse bis 85 kg (klassisch) den Titel. Damit bestätigte der Ukrainer, der schon zahlreiche Medaillen gesammelt hatte und 2014 Europameister geworden war, seine Ausnahmestellung. Auch in der Bundesliga ließ er bei drei Einsätzen den Gegnern keine Chance.

Das untersetzte, 1,75 Meter große Kraftpaket spielt selbstbewusst seine vielseitigen Grifftechniken auf der Matte aus. Die Mutter ist Ukrainerin, der Vater stammt aus Ruanda. „Zhan ist ein absoluter Siegringer“, sagt LSC-Manager Bernd Faßbender über den fließend Englisch sprechenden Belenyuk. Vor elf Monaten verbrachte er zusammen mit der ukrainischen Nationalmannschaft zwei Wochen am Olympiastützpunkt Frankfurt (Oder), nachdem die Krim und damit auch das Leistungszentrum Alushta annektiert worden waren. Auch das Auswärtige Amt hatte damals für die Ukrainer 5000 Euro spendiert. Dabei war auch der Bronze-Gewinner von Olympia 2008 Armen Vardanyan, der vor drei Jahren eine Saison für die Brandenburger gerungen hatte.

Während der Ringer-Pass von Vardanyan immer noch in Luckenwalde schmort, hat Belenyuk, der seinen Lebensunterhalt als Profi bestreitet, längst in der Bundesliga Fuß gefasst. Für den AC Lichtenfels gewann er in der vorigen Saison alle Kämpfe. Als die Bayern im Sommer Konkurs anmeldeten, griff Faßbender zu und engagierte den farbigen Athleten. Laut Faßbender ist Belenyuk „bezahlbar“ und sprengt nicht den 250 000-Euro-Etat.

Der Krauskopf kam, sah und siegte in Luckenwalde. „Unterkunft und Betreuung sind perfekt“, funkte er nach seinem Premierenkampf zum Bundesliga-Auftakt gegen Schifferstadt, als er seinen Gegner, den U 23-Europameister Dennis Kudla, nach Punkten besiegt hatte, zu seinem Trainer nach Kiew. Belenyuk schwebt zu den Samstag-Kämpfen freitags mit dem Flieger ein. „In der Rückrunde will ich zwei Wochen in Luckenwalde trainieren“, kündigte er an.

Die Luckenwalder Trainingspartner dürften dann mächtig von ihm profitieren. Der 63-jährige Hans-Dieter Brüchert, einer aus der alten Luckenwalder Ringergarde, der sich bei Olympia 1976 mit Silber schmückte, sagt zu den Reserven der deutschen Mattenkämpfer: „Wir hatten uns Handlungskomplexe auf der Matte antrainiert, heute basiert vieles auf einzelnen Techniken.“

Ringer aus sieben Nationen gehören zum 18-köpfigen Bundesliga-Aufgebot der Luckenwalder, die sich bisher wacker schlagen und mit 5:3 Punkten Dritter in der Gruppe Nord sind. Neben Belenyuk gelten die beiden Serben Tamas Nagy und Aleksander Maksimovic sowie die einheimischen Erik Weiß und die beiden Kolosse Christian John und Nick Matuhin als Bänke.

Am Samstag tritt mit dem ASV Mainz 88 der Meister von 2012 um 19.30 Uhr in der Fläminghalle an. „Wir wollen die Überraschung vom 16:13-Sieg aus dem Vorjahr wiederholen“, so Faßbender. Allerdings fehlt Belenyuk. Er weilt bei der Militär-WM in Südkorea.

Von Detlef Braune

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