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Werder-Machtkampf beendet: Eichin geht, Skripnik bleibt

Fußball Werder-Machtkampf beendet: Eichin geht, Skripnik bleibt

Werder Bremen hat sich gegen Thomas Eichin entschieden. Der Manager verlässt den Club, sein Nachfolger kommt aus der Werder-Familie. Frank Baumann hat mit Trainer Viktor Skripnik in einem Team gespielt.

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Marco Bode erklärt die Personaländerungen.

Quelle: Jörg Sarbach

Bremen. Fünf Tage nach der umjubelten Nicht-Abstiegs-Party hat Werder Bremen den bizarren Machtkampf zwischen Manager Thomas Eichin und Trainer Viktor Skripnik beendet.

Der Aufsichtsrat mit Marco Bode an der Spitze trennte sich mit sofortiger Wirkung von Eichin und ernannte den früheren Kapitän Frank Baumann zum neuen Sportchef. Werders Ehrenspielführer soll in der kommenden Woche die Arbeit beim Fußball-Bundesligaclub aufnehmen und wird sich wahrscheinlich für seinen ehemaligen Teamkollegen Skripnik als alten und neuen Coach entscheiden.

"Ich kann die Trainerfrage nicht beantworten, das ist Aufgabe von Frank Baumann", erklärte Ex-Nationalspieler Bode. Der Aufsichtsrat als Kontrollgremium hatte sich im Dauerzwist zwischen Eichin und Skripnik auf die Seite des ukrainischen Trainers geschlagen, der das Team am Pfingstsamstag auf den letzten Drücker vor dem Abstieg gerettet hatte. Eichin traute dem Coach eine grundlegende Kursänderung nicht zu und drängte auf einen Trainerwechsel. Doch der forsche Manager hatte zu hoch gepokert.

"Ich finde den Umgang mit Viktor Skripnik in den letzten Wochen unangebracht", erklärte Bode. Auch Ex-Präsident Klaus-Dieter Fischer hatte die mangelhafte Unterstützung für den Coach im Abstiegskampf gerügt. Als offizielle Ursache für das Dienstende von Eichin, dessen Vertrag erst im Vorjahr bis 2018 verlängert worden war, nannte der Aufsichtsratschef unterschiedliche Ansichten über die Ausrichtung des Traditionsvereins. "Unsere Philosophie ist es auch, die Menschen mitzunehmen und Begeisterung zu schaffen", erklärte Bode.

Letztlich fehlte dem cool wirkenden Ex-Eishockeymanager Eichin das in der Hansestadt so wichtige Werder-Gen. Zwar gelang es ihm, den Verein finanziell zu konsolidieren, und auch einige seiner Transfers wie Claudio Pizarro oder Papy Djilobodji passten. Die Fronten zwischen ihm und Skripnik galten aber zuletzt als total verhärtet. Die als Machtkampf dargestellte Trainerfrage hat laut Bode immer wieder eine Rolle gespielt. Sie sei aber nicht die zentrale Frage gewesen.

Die Neuaufstellung mit Baumann schweißt die grün-weiße Werder-Familie noch enger zusammen. Erst in den vergangenen zwei Tagen sei die Idee entstanden, Baumann zurückzuholen. Der neue Manager spielte zwischen 1999 und 2009 für die Bremer in der Bundesliga, war neun Jahre Kapitän der Mannschaft und gewann 2004 das Double. "Er hat uns seine Bereitschaft signalisiert, diesen Job zu übernehmen. Wir werden in den kommenden Tagen alle Details besprechen", berichtete Bode.

Der 40-jährige Baumann war bereits bis zum Sommer 2015 für Werder im Management tätig. Danach nahm er eine Auszeit, sein Verhältnis zu Eichin soll nicht immer das beste gewesen sein. Jetzt will er wieder Verantwortung übernehmen. "Ich habe das Jahr genutzt, um Abstand zu gewinnen, meine bisherige Arbeit zu reflektieren, aber auch um Ideen zu sammeln und mich fortzubilden", teilte der gebürtige Franke mit.

dpa

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