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Werder feiert ersten Punkt wie einen Sieg

Handball, Grün-Weiß Werder Werder feiert ersten Punkt wie einen Sieg

Das sollte Auftrieb geben. Aufsteiger Grün-Weiß Werder schaffte mit dem 28:28 gegen Anhalt Bernburg seinen ersten Punktgewinn in der 3. Handball-Liga. Dabei lag der Gastgeber lange klar zurück.

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Tobias Frank (r.) traf für Werder acht Mal.

Quelle: Foto: Sylvia Göres

Werder. Der Spielfilm schien wie immer abzulaufen. Die Handballer des HV Grün-Weiß Werder hauten sich leidenschaftlich in die Partie, doch nach 60 Minuten standen bisher klare Niederlagen zu Buche. Die 3. Liga scheint für den Aufsteiger eine Nummer zu groß zu sein. Aufwand und Nutzen standen in keinem Verhältnis, weil die Abwehr zu lieb agierte, vieles überhastet geschah und aus der zweiten Reihe ein Kanonier fehlte.

Auch im Heimspiel gegen den SV Anhalt Bernburg drohten die Hausherren am Samstagabend zur Schießbude zu werden. Doch nach dem scheinbar deprimierenden 12:18-Pausenrückstand gab es eine wundersame Wiederauferstehung. 250 Zuschauer stachelten die Grünen an, die Tor um Tor aufholten und das 28:28 am Ende wie einen Sieg feierten. Die Spieler warfen sich in die Arme, die Galerie jubelte.

5:12 stand es nach 19 Minuten

5:12 stand es nach 19 Minuten. Werder wechselte den Anzug – nur Robin Huntz und Joe Boede blieben –, doch die Bügelfalte bekamen auch die Neuen zunächst nicht hin. „Ich war geschockt zur Halbzeit“, bekannte Werders Trainer Silvio Krause. „Mit ruhigen Worten habe ich die Spieler aufgemuntert: Wir können den Rückstand wettmachen.“

Die Abwehr, in der jeder nur für sich gestanden hatte, rückte zusammen, vorn nahmen Huntz und Tobias Frank das Spiel in die Hand. Und wie die Sieben plötzlich zuschlug. Während der Gegner das Pulver beinahe verschossen hatte, sich Fehlwurf um Fehlwurf leistete, nahm sich Rückraumspieler Frank ein Herz, stieg in die zweite Etage und hämmerte den Anhaltinern acht Treffer ins Netz. Bisher gelangen dem Shooter nur zwei Tore pro Spiel. „Ich habe alle Gedanken ausgeschaltet. Die Spielzüge liefen für mich, und dann habe ich einfach draufgehalten“, erklärte der 23-Jährige, der sich als Industriemechaniker bei den Potsdamer Stadtwerken im vierten Ausbildungsjahr befindet. Werder führte sogar 27:26 (54.). Am Schluss reichte es nicht ganz zum ersten Sieg.

Willkommen in der 3. Liga

Sogar zwölf Tore erzielte Gabor Pulay für die Gäste. Pulay? Er stand beim VfL Potsdam in der 2. Liga im Tor, jetzt mit 46 Jahren in Delitzsch in der 4. Liga. Sein gleichnamiger Sohn (23), 1,94 Meter groß, könnte es mit seinem gewaltigen linken Wurfarm mal weit bringen.

Während Pulay junior am Schluss trauerte, feuerte Werders Co-Trainer Max Ziegler die Fans per Mikrofon an. „Das war ein unfassbares Comeback“, sagte er und warf den Zuschauern zu: „Willkommen in der dritten Liga.“

Von Detlef Braune

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