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Werner Hanke aus Geltow hält durch

Mauerweglauf Werner Hanke aus Geltow hält durch

Ein Rekordfeld begab sich am Samstagmorgen auf die 160,9 Kilometer beim 4. Mauerweglauf rund um das ehemalige Westberlin . Mit dabei war auch der 64 Jahre alte Werner Hanke aus Geltow.

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Mauerwegläufer Werner Hanke an der East-Side-Gallery.

Quelle: Foto: Verein

Geltow. Werner ist da! Er hat es tatsächlich geschafft. Der 64 Jahre alte Werner Hanke kam Sonntagvormittag nach 26 Stunden, 25 Minuten und fünf Sekunden wieder im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark an. Der Hobbyläufer aus Geltow (Potsdam-Mittelmark) gehörte zu den rund 300 Einzelläufern beim 4. Mauerweglauf über 160,9 Kilometer um das ehemalige Westberlin.

Das Rennen entlang des früheren „Eisernen Vorhangs“ wurde für den Brandenburger ein Kampf gegen den inneren Schweinehund. Los ging es am Samstagmorgen um 6 Uhr im Jahn-Sportpark. Hanke war gut drauf, wurde vom Ehepaar Rainer und Kathrin Palm seines Lauf- und Wandervereins (LWV) Potsdam-Nuthetal die ganze Strecke lang auf dem Fahrrad begleitet.

„Ich war ja zum ersten Mal dabei, hatte zwar Erfahrungen bei diversen Ultraläufen gesammelt, aber dieser Mauerweglauf war schon eine besondere Herausforderung“, erzählte Hanke. „Besonders hart wurde es bei etwa der Hälfte der Distanz nach der Glienicker Brücke, da wurde aus dem Laufen mehr und mehr ein Gehen.“ Aber Hanke hielt durch, streifte mit Einbruch der Dunkelheit am Teltowkanal die neongelbe Warnweste über und schaltete seine Stirnlampe an. Auch die Fahrradlampen seiner beiden Begleiter halfen dabei, den Weg ein wenig auszuleuchten. Trotz der Hitze dachte Hanke nie ans Aufgeben. „Ich wollte schon ankommen“, sagte er. Laufschuhe, Hose oder Trikot wechselte er nicht, obwohl das manch anderer Mitläufer tat.

Und die Verpflegung? Der Geltower berichtete: „Ich habe sicher jeden der 26 Verpflegungspunkte mitgenommen, aber meist nur getrunken, alle fünf Kilometer einen halben Liter Wasser. Aber gegessen habe ich kaum etwas, nicht mal eine Banane. Das verträgt mein Magen nicht so gut.“

Zwar fehlte an der Strecke eine Zuschauerkulisse wie beim Berlin-Marathon, aber Hanke störte das nicht. Er war froh, ohne Zwischenfälle durchgekommen zu sein. Auch die früh morgens heimkehrenden Nachtschwärmer aus der Berliner Partyszene umkurvte er nahe der East-Side-Gallery in Berlin-Friedrichshain elegant. Denn Hanke torkelte nicht und kam schließlich als 126. von 300 ins Ziel. Das bedeutete in der Altersklasse 65 sogar Platz drei. Sieger Marco Bonfiglio aus Italien benötigte in 13:40:11 Stunden übrigens etwa die Hälfte der Zeit.

Von Peter Stein

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