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Wie ein Bruder

Änis Ben-Hatira trifft mit Hertha BSC auf Schalkes Kevin-Prince Boateng Wie ein Bruder

Kevin-Prince Boateng sei wie ein Bruder für ihn. Zusammen hätten sie 80 Prozent ihrer Zeit in den "Weddinger Käfigen" verbracht, sagt der Herthaner Änis Ben-Hatira über seinen Freund. Am Sonnabend treffen die Beiden beim Fußballspiel Hertha BSC - Schalke 04 im Berliner Olympiastadion aufeinander.

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Änis Ben-Hatira.

Quelle: dpa

Berlin. Änis Ben-Hatira starrt in die Luft. Der Mittelfeldspieler von Hertha BSC hat gerade eine Trainingseinheit hinter sich und steht in Badelatschen vor der Kabine des Fußball-Bundesligisten. Er sucht nach Worten. „Ihr wisst, Kevin-Prince ist wie ein Bruder für mich“, sagt der Berliner vor der  Begegnung (Samstag, 15.30 Uhr/Olympiastadion). „Wir haben 80 Prozent unserer Zeit in den Weddinger Käfigen verbracht.“ Zusammen mit den Boatengs – dem 26 Jahre alten Schalker Profi Kevin-Prince, Jerome (Bayern München) und George Boateng – sowie Ashkan Dejagah (FC Fulham) jagte die Kicker-Gang um Ben-Hatira dem Leder hinterher. Der 25 Jahre alte Herthaner schwärmt von der alten Straßenfußballer-Zeit. „Wir haben so lange gespielt, bis wir den Ball nicht mehr gesehen haben. Nur wenn Knight Rider im Fernsehen lief, bin ich nach Hause gesprintet. Ich freue mich riesig auf Kevin.“ Der Schalker sei mit ihm in Berlin groß geworden, zur Schule gegangen und habe in derselben Jugend-Mannschaft gespielt. „Ich bin froh, dass Kevin wieder in der Bundesliga ist. Es ist das erste Aufeinandertreffen“, so die Hertha-Offensivkraft vor dem Wiedersehen im Olympiastadion.

Nicht nur der Tunesier fiebert dem Duell zwischen dem Tabellenfünften und -siebten entgegen. Die Hauptstadt ist elektrisiert. 70 000 Zuschauer werden gegen die Königsblauen erwartet. „Allein schon, dass wir zum ersten Mal diese Zuschauermarke erreichen können, zeigt, dass dieses Spiel für die Fans eine hohe Bedeutung hat”, so Hertha-Coach Jos Luhukay. Seit den 70er Jahren besteht zwischen den blau-weißen Herthanern und den königsblauen Schalkern eine große Rivalität. Auch das Wiedersehen mit Boateng sorgt für Salz in der Suppe. Luhukay hat das Wirken des gebürtigen Berliners in den vergangenen Jahren genau verfolgt. „Er hat vor Schalke eine hervorragende Zeit gehabt. Bei Milan war er ein sehr respektierter Spieler mit hoher Qualität, vielseitig einsetzbar, Vorbereiter und Vollstrecker“, lobte der Niederländer. „Er ist einfach eine klasse Spieler. Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, uns nur auf einen zu fixieren.“

Trotz der Liebe zur „Alten Dame“ will Boateng heute gewinnen. „Ich freue mich wahnsinnig auf die Partie gegen meinen Ex-Verein. Es ist für mich etwas ganz Besonderes, dort aufzulaufen, wo vor etlichen Jahren alles angefangen hat“, sagt der Schalker. „Die Herthaner haben in dieser Saison oft bewiesen, dass sie in der Lage sind, ordentlich mitzumischen. Trotzdem wollen wir nach 90 Minuten als Sieger vom Platz gehen und drei Punkte mit nach Gelsenkirchen nehmen.“

Den Sieg möchte auch Ben-Hatira holen. Er befindet sich in bestechender Form und hatte zuletzt beim 2:3 gegen den FC Bayern München getroffen. „Wir wollen gegen Schalke die drei Punkte mit aller Macht erarbeiten und erspielen. Es wird ein Superspiel. Die Vorfreude ist groß“, so Ben-Hatira, der die Begegnung sogar mit einem Derby vergleicht. „Auch wenn es kein richtiges Derby ist, es fühlt sich trotzdem so an. Es ist ein besonderes, ein spezielles Spiel, auch für unsere Fans. Als Berliner kennt man die Bedeutung dieser Begegnung. Das Stadion wird voll sein. Wir sind einfach geil auf die Partie.“ Die Berliner wollen ein weiteres Ausrufezeichen setzen. Mit 15 Punkten steht der Aufsteiger auf Rang fünf. „Wir haben uns die Situation hart verdient. Das ist kein Zufall“, zieht der Coach nach zehn Spielen Bilanz. „Wir sind auf einem richtig guten Weg. Wir ziehen unsere Spielweise durch.“ Hertha agiere offensiv stark und stehe defensiv stabil. „Man sagt, 20 Punkte sind für einen Aufsteiger eine gute Anzahl zur Winterpause. Davon sind wir fünf Zähler entfernt.“ Das sei machbar. „Am liebsten würde ich aber das eine oder andere Pünktchen mehr haben.“ Drei sollen es schon gegen Schalke werden.

Von Sebastian Morgner

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Schalke bezwingt Hertha BSC

Nach zwei bitteren Pflichtspiel-Niederlagen hat sich Königsblau zurück in die Erfolgsspur gekämpft. Bei der Berlin-Rückkehr von Kevin-Prince Boateng gewann Schalke 04 am 11. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei Hertha BSC mit 2:0 (1:0) - brauchte gegen den Lieblingsgegner aber auch eine große Portion Glück. Ein Kopfballtor von Adam Szalai (26. Minute) und ein Treffer von Julian Draxler in der Nachspielzeit (90.+4) entschieden am Samstag vor 69 277 Fans im Olympiastadion eine spannende Partie.

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