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Winterspiele 2022: Vor- und Nachteile Pekings

Sportpolitik Winterspiele 2022: Vor- und Nachteile Pekings

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Peking zum Gastgeber der Winterspiele 2022 gekürt. Die kasachische Stadt Almaty hat sich bei der Wahl auf dem IOC-Kongress in Kuala Lumpur gegen den mächtigen Rivalen aus China zwar gut geschlagen, aber dennoch verloren.

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Viele Sportanlagen bestehen bereits. Foto: Rolex Dela Pena

Kuala Lumpur. Das IOC wollte auf Nummer sicher gehen. Peking hat schon die Sommerspiele 2008 ausgerichtet und war Schauplatz einer Vielzahl anderer großer Sportereignisse. Was sollen das aber für Winterspiele in Peking werden? Was für Probleme bringt die Vergabe mit sich?

WARUM PEKING UND NICHT ALMATY?

Dem IOC war das Risiko zu groß, die Winterspiele nach Almaty zu geben, weil es dort noch an Know-how fehlt, ein Sportevent dieser Größenordnung zu organisieren. "Wir haben zuletzt genug Problemveranstalter gehabt", sagt Gian-Franco Kaspar, Schweizer IOC-Mitglied und Präsident des Ski-Weltverbandes FIS. Zudem ist die ökonomische Situation in der Ex-Sowjetrepublik durch den Ölpreisverfall angespannt. Auch bei der politischen Stabilität gibt es Fragezeichen: Der autoritäre Präsident Nursultan Nasarbajew scheint einen Rückzug in den nächsten Jahren zu erwägen. Wer kommt dann an die Macht? Und wie China steht auch Kasachstan in der Kritik von Menschenrechtlern.

WAS GAB NOCH DEN AUSSCHLAG FÜR PEKING?

China will mit den Winterspielen 2022 den Wintersport im Land entwickeln. Das noch überschaubare, 60 Kilometer von Peking entfernte Ski-Gebiet von Yanqing, wo bei Olympia die alpinen Wettbewerbe sowie Bob und Rodeln stattfinden, soll zu einem großen Wintersportressort ausgebaut werden und 300 Millionen Menschen den Zugang zu Sport auf (Kunst-)Schnee ermöglichen. Echter Schnee fällt dort nur spärlich - im Jahresschnitt sind es fünf Zentimeter. Für IOC-Präsident Thomas Bach ("Der kleine Unterschied") war der Ausbau dieses Skigebietes der entscheidende Grund für den knappen Wahlerfolg von Peking.

WAS LÄSST SICH PEKING WINTER-OLYMPIA KOSTEN?

Das Organisationsbudget ist mit 1,558 Milliarden Dollar geringer veranschlagt als das von Almaty (1,8 Milliarden). Die Gesamtkosten werden zunächst mit 3 Milliarden Dollar beziffert. Offen ist aber, was der Bau der Strecke für den Hochgeschwindigkeitszug bis zum 190 Kilometer entfernten Zangjiakou, wo Biathlon, Langlauf oder Snowboard veranstaltet wird, kosten wird. Ebenso ungewiss ist, wie viel die Chinesen in das Wintersportressort in Yanqing investieren müssen. Russland hatte es sich rund 50 Milliarden Euro kosten lassen, aus Sotschi für 2014 einen Winterspieleort mit "Nachnutzung" zu machen. Dass auch China klotzen kann, zeigte es 2008: Die Sommerspiele in Peking waren mit 40 Milliarden Dollar die bis dato teuersten.

WAS SPART PEKING BEI DER ZWEITEN OLYMPIA-AUSRICHTUNG?

Sechs der für 2008 gebauten Sporthallen wie der "Water Cube" werden für die Winterspiele genutzt. Im berühmten "Vogelnest"-Stadion sollen die Eröffnungs- und Schlussfeier stattfinden. Drei Arenen werden neu gebaut. Außerdem muss der Ausrichter nach eigenen Angaben die Bevölkerung nicht mehr für die zweiten Spiele in Chinas Hauptstadt begeistern. Bürgermeister Wang Anshun sprach von 88 Prozent Zustimmung unter den 21 Millionen Einwohnern von Peking und 92 Prozent im ganzen Land.

WAS FÜR PROBLEME ERWARTEN PEKING?

In den kommenden sieben Jahren bis zu den vom 4. bis 20. Februar 2022 geplanten Spielen werden Menschenrechtsorganisationen China noch mehr im Fokus haben und auch das IOC in Atem halten. Die Luftverschmutzung in Peking ist ein großes Problem. Maßnahmen zur Verbesserung sind eingeleitet. Während der Sommerspiele 2008 sorgte die Abschaltung von Industrieanlagen schlagartig für eine bessere Luft in der Hauptstadt. Durch die Erzeugung von Kunstschnee in den Bergen und der Schaffung neuer Pisten-Areale wird es Eingriffe in die Natur geben.

dpa

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