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Zulauf bei den Hockeyspielern

MAZ-Serie Zulauf bei den Hockeyspielern

In der MAZ-Serie wird diesmal der Hockeysport in Brandenburg vorgestellt. Die Sportart befindet sich auf Erfolgskurs, gerade immer mehr Kinder und Jugendliche frönen dem schnellen Spiel.

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Flink dem Ball hinterher: Timon Brunke aus Potsdam.

Quelle: Foto: Luisa Müller

Potsdam. „Deutschlandweit sind wir ein eher kleiner Verband“, sagt Uwe Römling, Leistungssportwart des Brandenburgischen Hockey-Sportverbandes (BHSV). „Hier steckt aber noch viel Potenzial.“ Der Landessportbund Brandenburg verzeichnet in zehn Vereinen 1282 Mitglieder im Hockeysport. Tendenz steigend.

Hockey wird im Sommer auf dem Kunstrasen gespielt und im Winter in der Sporthalle. „Man kann sagen, das sind zwei verschiedene Sportarten“, erklärt Römling. „Beim Feldhockey spielen zehn Spieler und ein Torhüter, in der Halle sind es nur fünf plus Torwart. Das Spielfeld ist draußen so groß wie ein Fußballfeld und in der Halle nur so groß wie beim Handball. Zudem gibt es spezielle Hallenhockeyschläger und Feldhockeyschläger und die Regeln sind auch etwas anders.“ Doch genau das ist es, was den Reiz am Hockeyspielen ausmacht, sagt auch Carlotta von Gierke: „Die Abwechslung macht den Sport aus. Im Sommer sind wir draußen an der frischen Luft und wenn das Wetter kälter wird, geht es in die Halle. Das ist doch perfekt.“ Die 17-Jährige spielt bei der Potsdamer Sport-Union (PSU) Hockey und gehört mit Vereinskollegin Laura Richter und Annemarie Chladek (jetzt bei Tus Lichterfelde aktiv) zu den aktuellen brandenburgischen Nachwuchs-Nationalspielerinnen. „Hockey ist die erfolgreichste Ballsportart Deutschlands bei Olympischen Spielen“, sagt Thomas Buttenberg, Abteilungsleiter Hockey bei der PSU. „Fünf Goldmedaillen konnten die deutschen Herren- und Damenteams bisher holen. Auch für Rio 2016 haben sich beide Nationalteams bereits qualifiziert.“

Potsdamer Sport-Union ist der größte Hockeyverein

Der bisher größte Erfolg im Brandenburger Hockey konnte in der vergangenen Hallensaison gefeiert werden, als sich die U16 der PSU für die deutsche Endrunde qualifizierte und dort unter dem Achter-Teilnehmerfeld den sechsten Platz belegte. „Das schaffen nicht viele Teams aus Ostdeutschland“, weiß Thomas Buttenberg.

Die Potsdamer Sport-Union ist mit 450 Mitglieder mit Abstand der größte Verein im Land, der Hockey anbietet. Da es in Brandenburg jedoch bis auf die Nachwuchs-Länderpokale keinen Spielbetrieb gibt, nehmen alle PSU-Teams am Berliner Spielbetrieb teil. Für die Vereine in Pritzwalk, Elsterwerda, Lauchhammer und Cottbus ist der Weg nach Berlin jedoch zu weit, sodass sich diese Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen angeschlossen haben.

Zuwachs in Falkensee

Im Erwachsenenbereich ist die PSU aktuell der einzige brandenburgische Verein, der sowohl eine Damen- als auch eine Herrenmannschaft stellen kann. In der Halle spielen sowohl die Herren als auch die Damen in der Regionalliga Ost, welche bei den Damen jedoch die zweithöchste deutsche Liga darstellt. Auf dem Feld sind die Damen in der Oberliga und die Herren in der 1. Verbandsliga aktiv.

Neben den drei traditionsreichsten Vereinen im Hockey, der Potsdamer Sport-Union 04, dem HC Königs Wusterhausen (HCKW) und dem Brandenburgischen Sport-und Ruderklub (BSRK) haben sich in den vergangenen Jahren mehrere neue Hockeyabteilungen gegründet: So bildete sich beim TSV Falkensee 2007 eine Hockeysparte, die mittlerweile 190 Mitglieder zählt. Anne Runge, ehemalige Hockey-Bundesligaspielerin bei Eintracht Braunschweig und seit 2007 Hockey-Abteilungsleiterin beim TSV, wollte mit ihren Kindern nicht mehr bis nach Spandau zum Training fahren und dachte sich, „es wäre doch nett, wenn man Hockey in Falkensee etablieren könnte“. Bei Birgit Faber, der Vereinspräsidentin des TSV fand sie sogleich offene Ohren für ihr neues Projekt. „Zwei Jahre später konnten wir sogar einen eigenen Hockeyplatz bauen, den wir uns nur am Vormittag mit der Schule teilen müssen“, sagt Runge. Von den Minis bis zur U16 stellt der TSV Falkensee mittlerweile jeweils eine Mannschaft und nimmt am Berliner Spielbetrieb teil. Auch in Großbeeren hat sich im Jahr 2005 ein neuer Hockeyverein gegründet, der aktuell 82 Mitglieder zählt. Und auch in Oberhavel spielen mittlerweile viele Kinder Hockey. Christian Arp bietet in den Grundschulen in Vehlefanz, Bötzow und Leegebruch Hockey-AGs an und hat so aktuell 238 Hockeykinder. „Leider haben wir im Verein nur Kapazitäten für 30 Kinder“, sagt Arp, der im Familien-Sport-Verein Oberhavel eine Hockeyabteilung gegründet hat, aufgrund der mangelnden Hallenzeiten jedoch nur 30 Kinder aufnehmen konnte.

„Hockey ist auch für den Freizeit- und Breitensport eine sehr schöne Sportart“, meint Thomas Buttenberg. „In fast jedem Verein gibt es Freizeitmannschaften für Erwachsene.“ Der positive Trend soll in den kommenden Jahren fortgeführt werden.

Von Luisa Müller

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