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Zwei Brandenburger greifen nach Handball-Thron

Champions League Zwei Brandenburger greifen nach Handball-Thron

Der Rangsdorfer Tobias Reichmann (KS Kielce) und der Ludwigsfelder Christian Sprenger (THW Kiel) stehen mit ihren Teams im Final Four der Handball-Champions-League. Die beiden Brandenburger kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit beim THW Kiel und gewannen zusammen schon zweimal den größten europäischen Titel – auch wenn der Start nicht reibungslos verlief.

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Tobias Reichmann gewann kürzlich den polnischen Pokal mit Kielce. Damit schaffte er mit seinem Team zum zweiten Mal in Folge das Double aus Meisterschaft und Pokal..

Quelle: facebook

Kielce/Kiel. Der gemeinsame Start von Tobias Reichmann und Christian Sprenger verlief etwas holprig. „Am Anfang haben wir ein bisschen gebraucht, um zueinander zu finden. Wir haben uns dann mal länger unterhalten. Danach ist der Knoten geplatzt und wir haben uns blendend verstanden“, erzählt Reichmann über die Anfangszeit der beiden Rechtsaußen beim THW Kiel. Das war 2009, die Brandenburger waren gerade gemeinsam vom SC Magdeburg zum deutschen Handball-Rekordmeister gewechselt. „Die Rollen waren klar verteilt: Er ist die Nummer eins, ich die Nummer zwei“, berichtet Reichmann.

Sprenger ist ab Sommer der dienstälteste Spieler beim THW Kiel

Inzwischen sind beide auf Augenhöhe. Ab Samstag, im Halbfinale des Final-Four-Turniers der Champions League in Köln, kämpft Reichmann mit dem polnischen Meister KS Kielce (gegen Paris Saint-Germain) und Sprenger mit Kiel (gegen MVM Veszprém) um Europas Handball-Krone. „Bei diesem Turnier war noch nie eine Flop-Mannschaft dabei. Das ist auf solch einem hohen Niveau, da entscheidet letztlich auch das Glück“, sagt Sprenger.

Christian Sprenger trägt seit 2009 das Trikot des THW Kiel

Christian Sprenger trägt seit 2009 das Trikot des THW Kiel.

Quelle: imago

Der 33-Jährige steht seit sieben Jahren in der Hansestadt auf der Platte. Wenn Dominik Klein im Sommer Kiel verlässt, ist Sprenger der dienstälteste Profi. „Darüber mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Wir haben hier alle ein Ziel, da ist es egal, wer hier wie lange ist. Ich habe keinen besonderen Status in der Mannschaft“, sagt der Ludwigsfelder (Teltow-Fläming). Kürzlich hat er seinen Vertrag noch einmal bis 2017 verlängert. „Ich habe meine Option gezogen beim geilsten Club in Deutschland, wenn nicht sogar Europa, noch ein Jahr dranzuhängen, bevor es gen Karriereende geht“, sagt Sprenger, der bei der EM 2012 ins All-Star-Team gewählt wurde.

Reichmann steuerte 46 Tore zum EM-Sieg bei

Gleiches gelang Reichmann, der zum EM-Sieg der „Bad Boys“ im Januar in Polen 46 Treffer beisteuerte. „Für mich ist er absolut zurecht bester Rechtsaußen des Turniers geworden“, sagt Sprenger über seinen ehemaligen Teamkollegen. Zwischen 2009 und 2012 gewannen sie gemeinsam zweimal die Meisterschaft, zweimal den DHB-Pokal und zweimal die Champions League. Anschließend wechselte Reichmann über Wetzlar 2014 zum polnischen Spitzenteam Kielce.

„Den Schritt habe ich überhaupt nicht bereut. Ich habe nicht nur einen Schritt, sondern gleich mehrere nach vorne gemacht. Ich bin gefestigter im Spiel, selbstbewusster. Ich hoffe, dass es dieses Jahr noch besser wird, als es eh schon läuft“, sagt Reichmann, der am heutigen Freitag seinen 28. Geburtstag feiert. Damit meint er auch die bevorstehenden Olympischen Spiele in Rio. „Im Hinterkopf hat man das natürlich schon. Aber wir haben jetzt noch zwei sehr, sehr wichtige Tage für den Verein und die Mannschaft. Zumal eh noch nicht feststeht, ob ich überhaupt mitfahren darf“, sagt der Rangsdorfer (Teltow-Fläming).

Beide Familien leben in Brandenburg

Die Familien der beiden leben noch in ihren Heimatorten. „Ich bin immer noch ab und an dort. Von daher ist es auf jeden Fall meine Heimat und wird es auch immer bleiben“, sagt Sprenger, der 2012 aus dem Nationalteam zurücktrat. „Er ist immer noch sehr ehrgeizig, sehr wurfvariabel und mit einer der schnellsten in der Bundesliga. Wenn er noch in der Nationalmannschaft spielen würde, würde er immer noch eine gute Rolle spielen“, sagt Reichmann über Sprenger. In diesem Fall wären sie wieder Teamkollegen – aber unter besseren Vorzeichen.

Von Stephan Henke

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