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Zweiter US-Open-Sieg: Djokovic will mehr

Tennis Zweiter US-Open-Sieg: Djokovic will mehr

Hätte Novak Djokovic nicht das French-Open-Finale verloren, wäre er in New York nicht nur für den US-Open-Sieg geehrt worden, sondern für den Grand Slam. Boris Becker erwartet seinen Schützling noch mehrere Jahre auf dem Niveau wie beim jüngsten Erfolg über Roger Federer.

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Roger Federer verabschiedet sich in New York von seinen Fans.

Quelle: Daniel Murphy

New York. Der zweite US-Open-Pokal war für Novak Djokovic das beste Schmerzmittel gegen seine blutverschmierten Schrammen. Kurz vor Mitternacht erhielt der Serbe nach dem Sieg im Traumfinale über Roger Federer die Trophäe, der er seit dem ersten Erfolg 2011 vergeblich nachgejagt war.

Der zehnte Grand-Slam-Titel seiner Karriere bringt Djokovic wieder ein Stück näher an die Größten des Tennissports heran. Rekordchampion Federer verwehrte er mit dem 6:4, 5:7, 6:4, 6:4 in New York den 18. Grand-Slam-Triumph - trotz eines heftigen Ausrutschers zu Beginn, der ihm Schürfwunden am rechten Knie und Ellenbogen einbrachte.

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Novak Djokovic bedankt sich bei seinem Trainer Boris Becker.

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Nur Federer, der legendäre Rod Laver und Djokovic standen seit Beginn der Profi-Ära in einem Jahr in allen vier großen Endspielen. Ohne die French-Open-Niederlage gegen den Schweizer Stan Wawrinka hätte Djokovic gar den Grand Slam perfekt machen können. "Diese Erfolge sind der Antrieb für mich, weiterzumachen", unterstrich Djokovic.

Der 28-Jährige gewann wie 2011 drei Grand-Slam-Turniere - und wird die Saison zum vierten Mal nach 2011, 2012 und 2014 als Nummer eins der Welt abschließen, wie die Herren-Organisation ATP mitteilte. "Dafür kämpfen wir seit dem 1. Januar. Es ist ein fantastisches Gefühl, das zu wissen, auch wenn wir noch ein paar Turniere vor uns haben", wurde Djokovic auf der ATP-Homepage zitiert.

Die letzten drei ließ er im vierten Satz nach einem 2:5-Rückstand zum möglichen 5:5 aus. Wenig später brachte er nach 3:20 Stunden beim ersten Matchball einen Return nicht ins Feld. Die Mehrheit der knapp 24 000 Zuschauer, unter die sich Kino-Stars wie Robert Redford, Sean Connery und Hugh Jackman gesellt hatten, war enttäuscht, weil sie den 34-jährigen Federer siegen sehen wollte.

Was Djokovic wohl mehr motiviert als insgesamt 3,8 Millionen Dollar Prämie, kann niemand besser nachvollziehen als Trainer Boris Becker, der in roter Trainingsjacke Teil der Jubeltraube auf der Tribüne war. "Das ist eine Situation, die man nur versteht, wenn man so viel gewinnt. Man möchte immer mehr gewinnen", sagte Becker schon vor dem Finale. "Das ist wie die stärkste Droge, die es gibt, dieses Gefühl beim Matchball. Wenn man das einmal gespürt hat, dann möchte man das immer wieder", erklärte der Gewinner von sechs Grand-Slam-Titeln.

Djokovic traut er zu, noch vier bis fünf Jahre auf diesem Niveau zu spielen - genug Zeit, um Federers Marke anzugreifen, zumal Becker jedes Jahr eine Steigerung sieht. Das Familienglück helfe seinem Schützling. "Er hat Abstand zum Tennis. Seine Frau und sein Sohn sind ihm wichtiger als das nächste Match. Und das macht ihn entspannter. Er hat dadurch mehr Lust, seine größte Leidenschaft auszuüben - und das ist Tennis", erklärte Becker, der Djokovic nach dessen Worten bei der Verbesserung des Netzspiels geholfen hat.

Die unangefochtene Nummer eins hofft für den Gewinn noch mehr großer Pokale auf jene sportliche Langlebigkeit und Fitness, wie er sie an Federer geradezu überschwänglich pries. Der Baseler sah nach dem verpassten sechsten US-Open-Titel und der dritten Grand-Slam-Finalniederlage in Serie gegen Djokovic nicht viel Konkurrenz für seinen Bezwinger. "Es scheint, dass nicht viele Jungs mit ihm mithalten können. Oder die Mittel haben oder sich trauen, nach vorn zu gehen oder Serve und Volley zu spielen", sagte Federer.

Er selbst gab seine große Enttäuschung zu. "Ich hatte das Gefühl, es war eigentlich viel mehr drin", stellte der einstige Dominator zurecht fest. Die Chancen waren da, nach Wimbledon 2012 noch einmal einen ganz großen Triumph zu feiern.

Andererseits zeigte sich der Baseler zufrieden damit, dass er wie jüngst in Cincinnati immer noch die Besten der Welt schlagen kann, seine Turniere gewinnt und die Sympathien des Publikums genießt. Das sei ein Trost, gerade in einem Land, das Gewinner verehre, sagte Federer. Die Gunst der Fans linderte nach der vermeidbaren Niederlage im 42. Vergleich gegen seinen Dauerrivalen den Schmerz.

dpa

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