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Zweitligaletzter FC St. Pauli beurlaubt Sportchef Meggle

Fußball Zweitligaletzter FC St. Pauli beurlaubt Sportchef Meggle

Der FC St. Pauli trennt sich von seinem Sportchef. Thomas Meggle muss nach knapp zwei Jahren gehen. Nur ein Sieg in elf Spielen sind zu wenig. Wer übernimmt jetzt den Posten beim Tabellenletzten?

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Thomas Meggle wurde beim FC St. Pauli entlassen.

Quelle: Daniel Reinhardt

Hamburg. Beide Clubs stehen in ihren Ligen am Ende der Tabelle, aber der FC St. Pauli macht es wieder einmal anders als der Hamburger SV: Nicht der Trainer muss gehen, sondern der Sportchef.

Thomas Meggle ist beim Fußball-Zweitligisten beurlaubt worden. Ihm wird die qualitativ unzureichende Zusammenstellung der Mannschaft angelastet. Der FC St. Pauli hat in elf Spielen in der 2. Liga nur einmal gewonnen und liegt fünf Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz zurück.

Während der in dieser Bundesliga-Saison sieglose HSV Bruno Labbadia gegen Markus Gisdol austauschte, darf Trainer Ewald Lienen beim Nachbarclub bleiben. Auf St. Pauli haben sie mit Meggle einen anderen Schuldigen für die sportliche Misere ausgemacht. "Die Gründe für die Entscheidung liegen in unterschiedlichen Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Clubs", teilte der Verein mit.

Am Abend verpflichtete der Club einem Medienbericht zufolge zudem einen neuen Co-Trainer. Der frühere Stuttgarter Interimscoach Olaf Janßen soll zukünftig das Trainerteam um Lienen unterstützen. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe bei Pauli", sagte Janßen "Sport 1".

Meggle ließ in den jüngsten Wochen Kampfgeist vermissen. Der frühere Mittelfeldspieler hinterließ einen ratlosen Eindruck, war kaum kommunikativ, reagierte häufig mürrisch. Anstatt Aufbruchstimmung zu vermitteln, so schien es, versank er in Lethargie.

Zum Spiel gegen den 1. FC Nürnberg (1:1) war der 41-Jährige nicht mehr erschienen. In der Präsidiumssitzung zuvor soll die Entscheidung gegen ihn gefallen sein. Dass die Trennung nicht sofort mitgeteilt wurde, liegt vermutlich an Meggles unbefristetem Arbeitsvertrag und den daraus resultierenden unterschiedlichen Auffassungen über die Konsequenzen. Meggle war seit Dezember 2014 Sportchef. Zuvor hatte er sich drei Monate als Trainer versucht und von 13 Pflichtspielen nur zwei gewonnen. Seine Beförderung war deshalb überraschend gekommen.

St. Paulis Absturz von einer Saison auf die andere ist gewaltig. In der vergangenen Spielzeit waren die Hamburger Vierter und verpassten nur knapp die Aufstiegsspiele zur Bundesliga. In dieser Saison droht ihnen der Absturz in die Drittklassigkeit.

Leistungsträger wie Marc Rzatkowski (RB Salzburg) und Lennart Thy (Werder Bremen) sowie Enis Alushi (1. FC Nürnberg) und Sebastian Maier (Hannover 96) haben den Verein verlassen. Ein adäquater Ersatz wurde nicht gefunden. Vor allem Mittelfeldspieler Rzatkowski als Ideen- und Passgeber sowie Torschütze fehlt schmerzlich. Zudem raubte das anhaltende Verletzungspech dem Team Qualität.

Auf der Positiv-Liste Meggles steht sein geschäftliches Geschick: Durch die Transfers von Marcel Halstenberg (RB Leipzig/3,5 Mio. Euro), Ante Budimir (FC Crotone/1 Mio.) und Rzatkowski (2,5 Mio) nahmen die Hamburger ungewohnt hohe Ablösesummen ein. Doch Meggle durfte sie nicht vollständig reinvestieren.

Die Lage des FC St. Pauli wurde in dieser Saison von Spieltag zu Spieltag misslicher; zunehmend rückte die Zukunft von Trainer Lienen in den Fokus. "Wir lassen uns nicht von außen beeinflussen und gehen weiter den St.-Pauli-Weg", verteidigte Meggle vor einigen Wochen den Trainer. Jetzt ist er selbst gestolpert.

Spekuliert wird, dass Andreas Rettig den Posten des Sportchefs zumindest übergangsweise übernehmen wird. Der Kaufmännische Geschäftsleiter des Vereins und frühere DFL-Geschäftsführer ist ein exzellenter Kenner des Profifußballs. Als ehemaliger Manager des SC Freiburg, 1. FC Köln und FC Augsburg kennt er sich mit den Aufgaben des Sportchefs bestens aus. Auch Interesse wird ihm nachgesagt.

dpa

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