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Beim 1997 neu gegründeten Turn- und Sportverein Oranienburg steht am Wochenende das 52. Pokalturnen an. Der Verein hält die Gemeinschaft hoch, alle Mitglieder sind an der Vorbereitung beteiligt. Die besten Turner wollen im Wettkampf glänzen.

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Die 20-jährige Lea Westendorf gehört zur Frauenmannschaft des TSV Oranienburg.

Quelle: foto: Robert Roeske

Oranienburg. Es herrscht reger Betrieb in der Sporthalle des OSZ in Oranienburg. Knapp 25 Kinder und Jugendliche des TSV 1997 Oranienburg trainieren in der umfunktionierten Turnhalle. Die jungen Mädchen üben sich am Stufenbarren, am Balken und am Sprungtisch, andere machen Kraft- und Beweglichkeitsübungen. Fünf Jungen wechseln sich an der Reckstange ab. Haupttrainerin Jeannine Staat, die gerade mit den 10-Jährigen am Stufenbarren trainiert, scheint dabei überall ihre Augen zu haben: „Beine strecken. Den Arm-Rumpf-Winkel öffnen. Aufrecht anlaufen.“ Hilfreiche Tipps, die die jungen Turner gerne annehmen.

Später kommen die Älteren dazu, die sich rund um die aufgebauten Geräte schon einmal Warmlaufen. „In den Ferien ist die Vermischung von Jung und Alt immer gut zu sehen. Da bieten wir offene Trainingseinheiten an“, sagt Nicole Brandenburg-Kühne. Die 41-Jährige ist seit April die 1. Vorstandsvorsitzende des TSV 1997 Oranienburg und hat selber viele Jahre lang geturnt.

Knapp 200 Mitglieder hat der TSV Oranienburg, der vor 18 Jahren aus dem aufgelösten Turn-Verein Oranienburg entstand. Neben der Turn-Abteilung, die mit 150 Mitgliedern die größte Sparte bildet, haben sich auch Fußballer, Gymnasten und vor vier Jahren auch Parcour-Sportler dazu gesellt. „Uns ist die Gemeinschaft im Verein ganz wichtig“, sagt Brandenburg-Kühne, wenn es um die Maxime des Vereins geht. Auch wenn Turnen ein Einzelsport ist, wird bereits im Eltern-Kind-Turnen beim TSV darauf Wert gelegt, den Gemeinschaftssinn nicht zu verlieren. „Nur gemeinsam kommt man zum Erfolg“, sagt auch Antje Krohn. Die 2. Vorstandsvorsitzende nahm selber jahrelang mit der Oranienburger Frauenmannschaft an Wettkämpfen teil und weiß, wie wichtig Zusammenhalt ist. „Besonders im Mannschaftswettbewerb, wo man als Team antritt, muss man zusammenhalten. Es kann immer passieren, dass einer aus der Mannschaft patzt. Dann können die anderen noch so gut gewesen sein, das Ergebnis ist dahin.“ Andererseits könne man auch Erfolge zusammen feiern. Wie jüngst die Männermannschaft des TSV Oranienburg, die Anfang Oktober Landesmeister wurde. Besonders stolz ist der Verein auf seinen 17-jährigen Leistungsturner Dario Sissakis. „Er gehört zum deutschen Turnteam der Junioren und hat die Chance, bei den Olympischen Spielen 2016 dabei zu sein“, erzählt Brandenburg-Kühne. „Dario trainiert jetzt zwar in Berlin beim SC, aber er ist hier im TSV groß geworden und hat hier auf diesen Matten das Turnen gelernt.“

Der Eintritt für das Pokalturnen ist frei

Der Turn-und Sportverein Oranienburg ist außerdem über die Landesgrenzen hinweg bekannt für sein jährlich stattfindendes Pokalturnen. Am kommenden Wochenende findet bereits die 52. Auflage des Turniers statt. 200 Starter aus fünf Bundesländern haben sich angemeldet.

„Wir sind im Laufe der Jahre immer professioneller geworden. Das funktioniert aber nur, weil alle aus dem Verein mit anpacken“, sagt Krohn, die auch in diesem Jahr zum Organisationsteam gehört. Am Freitag werden bereits mit einem LKW die Geräte aus Berlin geholt und in der Sporthalle des Louise-Henriette-Gymnasiums in Oranienburg aufgebaut. „Wir haben hier leider keine echte Turnhalle und müssen deswegen alles auf- und anschließend auch wieder abbauen. Es ist enorm viel Aufwand, aber wenn wir am Sonntagabend in der Halle stehen, sind wir glücklich, wenn alles funktioniert hat und es ein toller Wettkampf für alle war“, so Krohn. Der Eintritt zum Pokalturnen ist frei.

Viele ehemalige Leistungsturner werden an die Geräte gehen. Auch die Nachwuchsturner, die mittlerweile ihre Trainingseinheit beendet haben, wollen in ein paar Jahren am vereinseigenen Pokalturnen einmal teilnehmen.

Von Luisa Müller

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