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Zwölf Sportler kegeln fürs Guinness-Buch

Kegeln, Fehrbellin Zwölf Sportler kegeln fürs Guinness-Buch

Einmalige Aktion der Kegler des SV 90 Fehrbellin. Neun Männer und drei Frauen wollen am Wochenende in 24 Stunden mehr als 42 234 Holz schaffen und damit einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

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Dirk Sperling ist eine feste Größe im Fehrbelliner Team.

Quelle: FOTO: ROLAND MÖLLER

Fehrbellin. Dirk Sperling nutzte den gestrigen Abend, um noch einmal den Kopf frei zu bekommen. Der Kegler des SV 90 Fehrbellin tauchte für ein paar Stunden ab. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Ich werde im nächsten Monat mit meiner Freundin Jennifer nach Kuba reisen. Dort wollen wir tauchen. Deshalb mache ich gerade meinen Schein“, sagt der 28-Jährige.

Durchhaltevermögen, Geschicklichkeit und Kondition braucht der Bundesliga-Sportler auch am Samstag. Er und elf weitere Kegler aus dem Verein wollen ins Guinnessbuch der Rekorde. „Wir werden 24 Stunden durchkegeln. Jeder von uns kegelt zehn Minuten. Immer hintereinander weg. Nahtlos.Von Samstag 12 Uhr bis Sonntag 12 Uhr“, erklärt Sperling. Rund 40 Würfe wird jeder bei einem Durchgang absolvieren. 300 Holz müssten pro Starter in den zehn Minuten fallen. „Das sind um die 7,4 Holz pro Wurf.“ Zwölfmal muss jeder ran.

Die Bundesliga-Kegler hatten die Idee

Dann ist Zielgenauigkeit gefragt. Der Rekord liegt zurzeit bei 42 234 Holz. Aufgestellt von den Wellmitzer Keglern. „Wir hatten schon vor zwei Jahren davon gehört, uns aber jetzt erst entschieden, dass wir das versuchen“, so Sperling, der in Potsdam in einem Großhandel arbeitet. „Das ganze Anmelde-Prozedere hat schon vier, fünf Monate gedauert. Doch jetzt ist alles angerichtet. Wir freuen uns drauf“, jubelt Sperling. „Das Training lief schwierig, da wir ja aus allen Ecken den Landes kommen. Zuletzt hatten wir mal zwei Trainingsgruppen gebildet und drei Stunden gekegelt, um ein Gespür für den Rhythmus zu bekommen.“ Drei Frauen – Dana Vatter, Sissy Wianke, Kathrin Hildebrandt – und neun Männer werden die Jagd nach dem Rekord aufnehmen. Die Bundesliga-Jungs hatten die Idee gehabt und im Verein gefragt, wer noch Lust hat. „Wir haben eine gute Mischung“, sagt Sperling, der seit Jahren zu den Leistungsträgern im Verein gehört und 2010 mit dem Team sogar Deutscher Meister wurde.

Der Grill läuft 24 Stunden

Doch wie werden sich die Sportler vor der Müdigkeit schützen? „Es wird auf der Anlage allerhand los sein“, weiß Sperling, der auf viele Zuschauer hofft. „Der Grill läuft 24 Stunden. Wir bekommen vom Verein Kaffee, Cola und andere koffeinhaltige Getränke. Zudem werden wir uns mit Gesellschaftsspielen wach halten.“ Denn schlafen wird keiner der Teilnehmer. „Während des Wettkampfs ist ja nur eine Bahn belegt. Auf den anderen kann man nebenbei spielen und ein bisschen testen.“ Und sollten die Augen doch schwer werden, helfen die Frauen und Männer hinter dem Tresen aus. „Wir reichen in der Zeit, wo weniger los ist, Getränke.“

Insgesamt 33 Leute werden für alle Aufgaben benötigt, um die Guinness-Vorgaben und den Wettkampf abzusichern. „Es wird gefordert, den kompletten Wettkampf digital aufzunehmen. Wir werden alles filmen. Das macht ein externer Videomann. Ein Guinness-Richter wird nicht vor Ort sein“, sagt Sperling. Weiterhin müssen Zeugen vorhanden sein, die alles genau im Protokollbuch dokumentieren. „Diese werden nach vier Stunden ausgetauscht. Schreibkräfte, zwei Techniker – nichts wird dem Zufall überlassen.“ Alle Resultate werden gleich ausgedruckt.

Größter Dauereinsatz der Vereinsgeschichte

Bei selbst gebackenem Kuchen wollen die Fehrbelliner schließlich am Sonntag jubeln. Schon am Freitag trudeln die ersten Sportler ein. „Ich werde aber erst am Samstag zum Verein fahren“, so Sperling, der mit Tim Ladenthin, Marco Koch, Sebastian Krause, Benjamin Münchow, Daniel Neumann, Nico Witter, Dietmar Stoof, Alexander Wolski und den genannten Frauen die Rekordjagd angeht. Erfahrungen hat die Mannschaft allemal. Seit Jahren bestimmt das Team in der Bundesliga das Niveau mit. Sperling will beim größten Dauereinsatz in der 35-jährigen Vereinsgeschichte überzeugen. Wie er das macht, hat er beim Tauchgang schon genaustens ausgetüftelt.

Von Sebastian Morgner

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