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Line Dance: Musik, die in die Beine geht

MAZ-Serie: Mein Verein Line Dance: Musik, die in die Beine geht

Trainerin und jüngstes Mitglied des Vereins Elke Müller tanzt mit den Country Dancers zum Line Dance. In den letzten Jahren hatten sie einen deutlichen Mitgliederschwund zu verzeichnen, gerade die Jüngeren blieben weg. Trotzdem schwingt der harte Kern munter weiter das Tanzbein – im heimischen Brieselang und zum Lieblingssong im irischen Galway.

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Die Gruppe der Country Dancers Brieselang.

Quelle: Tanja Marotzke

Brieselang. Die Absätze der Schuhe klackern im Takt der Musik auf dem Holzboden. Cowboystiefel bewegen sich neben Chucks und Pumps auf und ab. Lässt man den Blick weiter hoch schweifen, trifft dieser auf weiße Hemden, auf denen in roter Schrift „Country Dancers Brieselang“ steht. Die Hemden drehen sich paarweise im Kreis oder steppen alleine an der Linie. „Side, behind, side“, ruft Tanzlehrerin Elke Müller ihren Schützlingen zu, die alle älter sind als sie. Die 47-Jährige trainiert mit den 13 anderen Mitgliedern einmal in der Woche in den Räumen der Sportlerklause Brieselang.

2002 schaltete Elke Müller eine Annonce in der lokalen Zeitung auf der Suche nach Line-Dance-Interessierten. Zuvor hatte sie bereits eine Gruppe in Friesack trainiert, nachdem sie einige Jahre selbst gelernt hatte. Ein Jahr später wurde der Verein gegründet.

Die Trainerin entwickelte ihre Leidenschaft zum Tanzen aufgrund der Musik: „Ich liebe Line Dance und mag vor allem die besondere Art von kraftvoller Musik, die einem sofort in die Beine geht.“ Aber auch die Art des Tanzens spricht sie an: „Jeder tanzt für sich alleine, aber trotzdem tanzt man gemeinsam – das ist das Schöne an der Sache.“

40 Tanzwütige kamen zum ersten Training

Zum ersten Trainingstermin überraschten Elke Müller dann 40 Leute mit ihrem Erscheinen. Zeitweise kamen sogar 60 Tanzwütige zum Training, so dass der Verein die Aufnahme neuer Mitglieder stoppen musste, weil es nicht genug Platz zum Tanzen gab. Auch Jüngere waren dabei, der Verein bot Anfängerkurse an. Von den Einsteigern blieb aber niemand.

Mittlerweile ist der Verein auf den „harten Kern“ zurückgeschrumpft und zählt nur noch 14 Mitglieder. „Es entstanden andere Line-Dance-Gruppen in der Umgebung, andere blieben aus beruflichen Gründen fern oder verloren das Interesse“, so Müller.

Ein Teil des „harten Kerns“ ist Angelika Aschekowski. Sie ist seit zehn Jahren aktiv dabei, seit sechs Jahren Vorstandsvorsitzende. Sie tanzt gerne Line Dance, weil sie hier herunterkommen kann. „Ich komme nach der Arbeit her und kann abschalten, das ist die totale Entspannung für mich.“ Wettbewerbe spielen bei den Country Dancers keine Rolle. „Wir sind hier nur zum Spaß“, sagt die 63-Jährige. Dann springt sie plötzlich auf, als das Lied „Galway Girl“ ertönt. „Das Lied muss ich mitmachen!“, meint sie und sprintet auf die Tanzfläche.

In der irischen Stadt Galway tanzen sie in der Fußgängerzone

Auch Elke Müller ist von dem Lied angetan, sie bewegt ihre Lippen zum Text mit. Das Lied weckt bei den Mitgliedern besondere Erinnerungen. Letztes Jahr reisten sie durch Irland und machten auch in Galway Halt. Elke Müller wünschte sich von ihren Mitgliedern, dass sie in der irischen Stadt einmal zu dem Song tanzten, so stellten sie sich in die Fußgängerzone, machten die Musik an und tanzten los. „Die Leute blieben stehen, guckten und holten ihre Handys zum Filmen heraus. Das war ein ganz besonderes Erlebnis für uns, seitdem ist das mein Lieblingslied“, erzählt Müller mit strahlenden Augen.

Der Tanz zu „Galway Girl“ ist nur einer von ungefähr 150 verschiedenen Choreographien, die die Mitglieder mittlerweile im Repertoire haben. „Dabei trainiert man auch sein Gedächtnis“, meint Astrid Schmeller, die seit elf Jahren dabei ist. Sie schätzt an dem Verein insbesondere die Gemeinschaft . Trainerin Elke Müller ist für sie die Konstante des Vereins, die sie anspornt, dabei zu bleiben.

Müller ist glücklich mit ihren treuen Mitgliedern, trotzdem wünscht sie sich auch neue: „Es wäre schön, wenn wir noch ein paar mehr wären; dann könnten wir auch wieder Auftritte machen. Aber es ist vor allem schwer, Jüngere heranzubekommen.“

Von Laura Bertram

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