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Märkische Basketballer wollen raus aus Nische

Basketball in Brandenburg Märkische Basketballer wollen raus aus Nische

Der Brandenburgische Basketball will sich künftig neben traditionellen Sportarten etablieren. Der neue Präsident des Brandenburgischen Basketballverbands Rico Witschas will die öffentliche Wahrnehmung des Sports steigern. Probleme sind unter anderem lange Distanzen für die Spieler und die immer kleiner werdende Anzahl von am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften.

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Shelton Jackson (Königs Wusterhausen) im Testspiel gegen den Zweitligisten RSV Eintracht 1949.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Potsdam. Wenn Rico Witschas über die Ziele seiner Amtszeit spricht, ist das Echo eindeutig: Er will den Basketball-Sport in Brandenburg populärer machen. „Wir wollen die öffentliche Wahrnehmung der Sportart Basketball in Brandenburg steigern und eine eigene Basketball-Identität schaffen“, sagt der neue Präsident des Brandenburgischen Basketballverbands, der seit April diesen Jahres im Amt ist. Nun geht der Verbandschef in seine erste Saison, die am kommenden Wochenende im Herrenbereich beginnt.

 

Quelle: MAZ/ Scheerbarth

Seit Jahren kämpft sich der Brandenburgische Basketball an einigen Problemen ab: Die Anzahl der aktiv am Spielbetrieb teilnehmenden Vereine nimmt ab, aus dem Nachwuchs rücken nur wenige Spieler in den Männerbereich und in den Mädchen- und Frauenligen kommen gerade einmal eine Hand voll Mannschaften zusammen. Alte Strukturen und wenige Personalwechsel in den leitenden Positionen lähmten den Verband in den vergangenen Jahren. „Teilweise liegen überaltete Konzepte in den Vereinen und im Verband vor. Zudem ist es äußerst schwierig, die jungen Spieler langfristig in den Vereinen zu halten und somit auch generationenübergreifend Positionen wie Jugendtrainer oder Schiedsrichter weitergeben zu können. Aufgrund des anhaltenden strukturellen Wandels bekommen viele ehemalige Größen im Brandenburger Basketball enorme Probleme“, sagt Gerald Richter, der Abteilungsleiter Basketball des Mahlower SV.

Nur sieben Mannschaften starten in den höchsten Ligen

Frühere Hochburgen wie Eisenhüttenstadt oder Frankfurt finden sich momentan mit ihren Männermannschaften in der Bezirksliga, der untersten Klasse im Land, wieder. Oberliga-Mannschaften wie die Red Eagles Rathenow oder Basket Brandenburg/Havel stellen keine Teams in den älteren Jugendspielklassen. Zudem gibt es in den beiden höchsten Ligen im Land, der Oberliga und der Landesliga, mit jeweils nur sieben startenden Mannschaften einen Negativrekord.

Der Verband

Präsident: Rico Witschas; Vizepräsident: Jan Heide; Sportwart: Uwe Schreiber; Lehrwart: Sebastian Müller;

Schiedsrichterwart: Marco Ullrich;

Jugendwart: Andreas Bernhardt

Anzahl an Teams in den Brandenburgischen Ligen: 30 Mannschaften (Männer), 5 Mannschaften (Frauen), 62 Mannschaften (Jungen, sieben Ligen zwischen U10 und U20), 11 Mannschaften (Mädchen, drei Ligen zwischen U15 und U19), Senioren: 6 Mannschaften.

Überregional, Männer: 2. Bundesliga Pro B: RSV Eintracht; 1. Regionalliga Nord: Red Dragons Königs Wusterhausen, Lok Bernau, BBC Cottbus, 2. Regionalliga Ost: Lok Bernau II, USV Potsdam.

Überregional, Frauen: 2. Liga Nord: Red Dragons Königs Wusterhausen

Landesmeister, Männer:

Pokalsieger, Männer: USV Potsdam

Landesmeister, Frauen: BG Lauchhammer

Pokalsieger, Frauen: Red Dragons Königs Wusterhausen

Eine weitere mögliche Ursache: Die großen Distanzen, die zwischen den Spielorten überwunden werden müssen. „Der Brandenburger Basketball hat wegen des Flächenlandes immer schon große Hindernisse zu überwinden: Kosten für die Fahrtwege, Schiedsrichterkosten, Organisation des Spielbetriebs. Wenn man eben von Cottbus nach Nauen fahren muss, ist das schon eine große Distanz“, meint Norman Grätz, Manager der Red Dragons Königs Wusterhausen.

Steigerungspotenzial beim Damen-Basketball

Die Frauen der Red Dragons spielen in der kommenden Saison erstmals in der zweiten Bundesliga mit. Deswegen ist Manager Grätz auch an einer Belebung des Frauen-Basketballs in Brandenburg interessiert: „Der Damen-Basketball in Brandenburg ist sicher eine Schwachstelle. Vor allem im Jugendbereich gibt es noch Steigerungspotenzial. Auch wir in Königs Wusterhausen können nicht alle Spielerinnen aus unserem eigenen Nachwuchs generieren. Deswegen sind wir auch daran interessiert, dass es eine gute Qualität im Brandenburger Damen-Basketball gibt und talentierte Spielerinnen den Weg zu uns finden.“

Die Verantwortlichen setzen viel Hoffnung in das neue Präsidium: „Ich denke, man spürt schon den frischen Wind des neuen Präsidiums. Da kann man von einer positiven Tendenz ausgehen. Wir merken bereits, dass unsere Anliegen schneller angenommen und bearbeitet werden“, berichtet Manager Grätz aus Königs Wusterhausen. Präsident Witschas hat sich für seine Amtszeit einige Veränderungen vorgenommen: „Wir wollen die Außendarstellung des Verbandes überarbeiten und modernisieren. Außerdem wollen wir den Vereinen mehr Mitspracherecht geben.“

Von Maximilian Konrad

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