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Wirtschaft 10 Gründe, warum auch Brandenburger zufrieden sein können
Nachrichten Wirtschaft 10 Gründe, warum auch Brandenburger zufrieden sein können
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00:23 01.11.2018
Die Luft in Brandenburg ist besser geworden – da macht Fahrradfahren mit der Familie gleich viel mehr Spaß (Symbolbild). Quelle: Fotolia
Potsdam

Die Brandenburger sind am unglücklichsten. So steht es im Glücksatlas, den die Deutsche Post Anfang Oktober vorstellte. Besonders deprimiert sind die Brandenburger wegen ihres Einkommens. Diesen Befund spiegelt auch das Vermögensbarometer wider, das wenige Tage später erschien. Und dann zeichnete noch der Brandenburg-Monitor ein in Teilen sehr düsteres Bild. Laut der Befragung im Auftrag der Landesregierung blickt etwa die Hälfte der Brandenburger sorgenvoll in die Zukunft, das Ansehen von politischen Institutionen ist mies, die Mehrheit ist mit der Arbeit der Regierung unzufrieden.

Die Stimmung passt nicht so recht zu den wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen. Denn in vielen Bereichen hat sich das Leben in Brandenburg in den vergangen Jahren verbessert, ist sicherer und friedlicher geworden. Zehn Beispiele.

Längeres Leben

Die Lebenserwartung ist in den vergangenen 30 Jahren deutlich gestiegen. Laut dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock leben die Märker 8,5 Jahre länger und werden im Schnitt 80,3 Jahre alt. Neben der medizinischen Versorgung spielen günstigere Umweltfaktoren eine Rolle, aber auch das individuelles Verhalten wie Ess- und Trinkgewohnheiten oder die Bereitschaft zur medizinischen Vorsorge, sagen die Forscher.

Bessere Luft

Zu den Umweltfaktoren gehört die Luftqualität – und die ist allen Debatten über Fahrverbote und überschrittene Grenzwerte in Brandenburg tendenziell besser als noch vor Jahren. So wurde 2017 zum ersten Mal seit Jahren der Grenzwert für Stickstoffdioxid landesweit nicht überschritten. Seit 2007 gingen die Emissionen um die Hälfte zurück – trotz höherer Verkehrsbelastung.

Mehr Arbeit

Knapp 79.000 Brandenburger waren im September arbeitslos. Vor zehn Jahren waren es noch doppelt so viele. Für das kommende Jahr rechnet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit weiteren 15.000 Jobs in Brandenburg. Derzeit dauert es in keinem Bundesland länger als in Brandenburg, bis eine offene Stelle wieder besetzt ist –so groß ist die Nachfrage nach Arbeitskräften.

Stärkere Wirtschaft

Sämtliche Wirtschaftskammern melden überwiegend zufriedene Mitglieder, egal ob im Handwerk oder der Industrie. Die Hauptsorge hätte man früher als Luxusproblem bezeichnet: Es ist der kleiner werdende Markt an Fachkräften. Ein Drittel der Unternehmen in Westbrandenburg plant Neueinstellungen. Die Wirtschaft wächst schneller als im Bundesschnitt. Das Bruttoinlandsprodukt ist seit 2010 um ein Viertel auf über 69 Milliarden Euro gestiegen.

Mehr Sicherheit

Brandenburg ist sicher wie lange nicht. Im vergangenen Jahr wurden erstmals in der Geschichte der Kriminalstatistik weniger als 180.000 Straftaten registriert, nämlich knapp 175.000. Es wurden auch mehr Taten aufgeklärt. Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, sank: Auf 100.000 Einwohner kamen 7015 Delikte. Vor zehn Jahren wahren es noch 10.000 Straftaten. Gestiegen ist die Zahl der Gewalttaten um etwa 400 Fälle auf 5.100. 2008 lag diese Zahl noch bei 5650. Auch die Arbeitswelt ist viel sicherer: 1997 passierten 55.000, 2016 nur noch 26.000 Arbeitsunfälle.

Bessere Betreuung

Protest und Engagement kann etwas bewirken: Auf Druck von Elterninitiativen wurde in den Kitas der Personalschlüssel mehrfach verbessert. In diesem Jahr werden Eltern erstmals von den Kita-Beiträgen im letzten Kita-Jahr befreit. In den Ausbau der Kitas flossen seit 2008 allein über das Bundesinvestitionsprogramm U3 fast 90 Millionen Euro. Damit wurden 700 Kitas ausgebaut und 7100 zusätzliche Plätze geschaffen.

Weniger Armut

Bis 2005 stieg die Armutsgefährdungsquote in Brandenburg um drei Prozentpunkte an und verharrte lange auf dem Niveau von etwa 14 Prozent. So hoch war also der Anteil derer, die Gefahr liefen, in die Armut abzudriften, weil sie weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdienten. Anders als in Berlin sinkt diese Quote aber, wie Daten aus dem Mikrozensus des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg zeigen. 2017 lag sie bei 13,1 Prozent. Eine rückläufige Armutsquote zeigt, dass Einkommensunterschiede kleiner werden.

Mehr Gleichberechtigung

Frauen in Brandenburg verdienten 2017 im Schnitt 15,50 Euro pro Stunde. Das waren knapp drei Prozent weniger als Brandenburgs Männer bekamen. Zwar gibt es den sogenannten Gender-Pay-Gap, die geschlechtsspezifische Lohnlücke, also auch in Brandenburg. Sie gehört aber im bundesweiten Vergleich zu den kleinsten. Brandenburg liegt hier auf Platz zwei hinter Sachsen. Berücksichtigt man nur Vollzeitstellen, verdienen Frauen in Brandenburg im Schnitt sogar mehr als Männer.

Höheres Einkommen

Das jährliche Haushaltseinkommen stieg zuletzt schneller als im Bundesschnitt – nämlich um 2,7 Prozent beziehungsweise 507 Euro je Einwohner. Mit 19.431 Euro liegt es aber immer noch um elf Prozent niedriger als im Bundesschnitt. Gegenüber 2010 stieg das Einkommen um 14,3 Prozent. Auch wenn man die Inflation berücksichtigt, geht der Trend nach oben. Die Reallöhne, also die um die gestiegenen Verbraucherpreise bereinigte Einkommen, stiegen zuletzt schneller als in Westdeutschland.

Mehr Familie

Die Familie steht wieder höher im Kurs bei den Brandenburgern. 2010 wurden 12.585 Ehen geschlossen, 2017 waren es 14.150. Auch die Zahl der Geburten nahm in den vergangenen Jahren in der Regel zu. 2010 wurden in Brandenburg 18.954 Kinder geboren, 2017 waren es 20.338. Zugleich halten die Ehen länger: 2017 gab es 4445 Scheidungen – der tiefste Stand seit 21 Jahren. Die meisten Ehen (5,3 Prozent) endeten übrigens im achten und nicht im verflixten siebten Jahr.

Was macht Sie glücklich?

Sind die Brandenburger wirklich so unglücklich? Sagen Sie uns Ihre Meinung: Warum leben Sie gerne hier? Was macht Sie glücklich in Brandenburg?

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Von Torsten Gellner

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