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Wirtschaft 2015 besonders viele Riesen-Jackpots
Nachrichten Wirtschaft 2015 besonders viele Riesen-Jackpots
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19:03 06.04.2016
Kartenspiel in der Spielbank Potsdam. Quelle: Köster
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Potsdam

Die Inflation der Wettbüros und Spielhallen setzt die staatlichen Glücksspielbetriebe unter Druck. Wie aus dem am Mittwoch präsentierten Beteiligungsbericht des Landes hervorgeht, hat die zu 100 Prozent in Staatsbesitz befindliche Land Brandenburg Lotto GmbH, im Jahr 2014 eine Million Euro weniger Gewinn gemacht als im Jahr zuvor – es waren 2014 noch gut drei Millionen Euro. Ein aktuellerer Geschäftsabschluss liegt noch nicht vor. Branchenweit seien die Spielerträge „deutlich gesunken“, sagt Geschäftsführerin Anja Bohms.

Das Jahr 2015 sei allerdings deutlich besser gelaufen – dank einer erstaunlichen Häufung hoher Jackpots im Lotto. So lagen laut Bohms 2015 in 13 Fällen mehr als 20 Millionen Euro im Topf. Zum Vergleich: 2014 waren es gerade einmal fünf dieser 20-Millionen-Euro-Jackpots.

Die jüngste Glückssträhne der märkischen Lottogesellschaft kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche sich im Wandel befindet. „Das gewerbliche Automatenspiel hat sehr stark zugenommen – das sieht man schon im Straßenbild“, sagt Anja Bohms. Die staatliche Glücksspiel-Gesellschaft sah sich gezwungen, im Mai 2015 den Betrieb ihrer Spielbank in Frankfurt (Oder) einzustellen. Die Verluste seien seit 2009 größer als die Einnahmen gewesen, sagte Bohms. Verblieben sind die Kasinos in Potsdam und Cottbus. Von diesen Häusern zieht Potsdam, das neben Black Jack und Poker auch Roulette anbietet, pro Jahr etwa 60 000 Besucher an, in Cottbus, wo Live-Roulette nicht zum Angebot gehört, sind es rund 30 000 Gäste. Damit bewegt sich das Besucheraufkommen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Beide Standorte seien gesichert, sagte die Geschäftsführerin. Doch trotz des klassischen Betriebs an den Tischen: Auch an den beiden Spielbanken geht der Trend zum Automatenspiel nicht vorbei. 80 Prozent des Spielbetriebs in Potsdam und Cottbus entfallen mittlerweile auf Maschinen. Die Spiele der alten Schule und das Maschinenspiel zusammen haben sich im Jahr 2015 auf 133 Millionen Einzelspiele summiert.

Die jüngere Generation schätzt auch im klassischen Lottogeschäft andere Spiele als die „Generation über 60“, aus der laut Geschäftsführerin Bohms die meisten Tipper im Spiel „6 aus 49“ kommen. Dagegen stellt die Lottogesellschaft seit 2012 das Spiel Euro-Jackpot – es ist bei jüngeren Menschen beliebt.

Die Lottogesellschaft macht insbesondere dem Finanzminister Freude, denn seit ihrer Gründung vor 25 Jahren hat sie dem Land 730 Millionen Euro Steuereinnahmen beschert. „Das ist für uns eine gute Landesbeteiligung, denn sie überführt im Jahr 34 bis 40 Millionen Euro in den Landeshaushalt“, sagte Finanzminister Christian Görke (Linke).

Dabei hat sich der Umsatz rasant entwickelt. 1991 machte der märkische Glücksspielkonzern umgerechnet nur sechs Millionen Euro Umsatz. 2015 waren es 201 Millionen.

Beim Spiel „6 aus 45“ geht die Hälfte der Einnahmen als Gewinn wieder an die Tipper zurück. Ein großer Teil des Rests kommt dem Gemeinwohl zugute. So erhält etwa der Landessportbund 16 Millionen Euro im Jahr aus Lottomitteln. Lotto-Geschäftsführerin Bohms äußerte sich zuversichtlich, dass es demnächst eine Million Euro mehr sein wird – dem müsste allerdings noch ein politischer Beschluss ­vorausgehen, wie Finanzminister Christian Görke anmerkte.

Anja Bohms und Ko-Geschäftsführer Horst Mentrup haben 2014 zusammen 254 000 Euro verdient.

Von Ulrich Wangemann

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