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Wirtschaft 50 Hertz: Stromnetz verträgt mehr Ökostrom
Nachrichten Wirtschaft 50 Hertz: Stromnetz verträgt mehr Ökostrom
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14:38 26.02.2019
Blick auf ein Umspannwerk neben der Zentrale des Stromnetzbetreibers 50hertz Transmission in Neuenhagen (Brandenburg). Quelle: dpa/Patrick Pleul
Potsdam

Auch bei einem steigenden Ökostrom-Anteil im Netz gehen in Haushalten und Betrieben der Region nicht die Lichter aus. Das versicherte die für Nordosten zuständige Netzgesellschaft Deutschlands bezogen die Kunden im vergangenen Jahr schon zu 56,5 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen, wie die Netzgesellschaft 50Hertz am Dienstag mitteilte.

Die Störungen hätten aber nicht zugenommen. „Das zeigt, dass die Versorgungssicherheit in keiner Weise gefährdet ist“, sagte Vorstandschef Boris Schucht. 50Hertz betreibt das Übertragungsnetz mit Hochspannungsleitungen in Ostdeutschland und Hamburg.

Ökostromziel schon 2021 erreichbar

Nach Expertenberechnungen wurden 2018 bundesweit rund 40 Prozent Ökostrom verbraucht. Er kommt vor allem aus den schwankenden Energiequellen Wind und Sonne. 2030 will die Bundesregierung 65 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren gewinnen. „In der Regelzone von 50Hertz wird das schon 2021 der Fall sein“, kündigte Schucht an.

„Entgegen der Behauptung Einzelner sorgen Erneuerbare Energien für keinerlei Netzengpässe“, sagte Grünenchefin Annalena Baerbock auf Anfrage. „Damit zeigt sich einmal mehr, dass ein rascher Kohleausstieg – auch in Brandenburg – vollzogen werden kann.“

Bund und die Landesregierungen müssten nun rasch die Weichen für den Kohleausstieg stellen. Baerbock zeigte sich zuversichtlich, dass die Strompreise durch einen Ökostromanteil von 100 Prozent nachhaltig sinken würden.

Bessere Netze, geringere Regelungskosten

Wie sich der Preis für Verbraucher entwickelt, ist ungewiss. Gesunken sind aber laut 50 Hertz deutlich die Kosten für das sogenannte Engpassmanagement: Konventionelle Kraftwerke mussten im vergangenen Jahr deutlich seltener herauf- und heruntergefahren werden, um Schwankungen beim Ökostrom auszugleichen.

Dafür musste 50 Hertz im Jahr 2017 noch 207 Millionen Euro aufwenden. Im vergangenen Jahr waren es rund 105 Millionen Euro. Diese Kosten werden auf Verbraucher über die sogenannten Netzentgelte umgelegt. Der Grund für die sinkenden Enpasskosten: Dank neuer Leitungen wie der Thüringer Strombrücke gelinge es besser, Windsstrom aus dem Norden nach Süden zu bringen,hieß es.

Stromverbrauch wächst kaum

Obwohl die Wirtschaft gut läuft, ist der Stromverbrauch im Osten mit rund 96,8 Terrawattstunden kaum gewachsen. Zugleich wurden 49 Terrawattstunden mehr in die Nachbarländer exportiert als importiert. Ostdeutschland sei die „Steckdose Europas“, sagte Schucht.

Im Sommer hatte die bundeseigene Kfw-Bank 20 Prozent von 50Hertz übernommen, um einen Einstieg chinesischer Investor zu verhindern. Dies sei eine „Brückenlösung“, hieß es. Noch ist offen, wer die KfW ablösen könnte. „Wir haben lieber einen deutschen Partner im Boot“, sagte Chris Peeters, Chef des belgischen Mehrheitseigners Elia. An die Anteilseigener überwies 50Hertz für 2018 insgesamt 108 Millionen Euro als Dividende, wie Finanzchef Marco Nix sagte.

Von Torsten Gellner und Burkhard Fraune

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