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AOK startet digitales Prämienprogramm

Fitness-App fürs Smartphone AOK startet digitales Prämienprogramm

Der Stempel im Bonusheft war gestern: Die AOK Nordost hat eine Smartphone-App entwickelt, die Nutzer zum Fithalten animiert – das soll sich nicht nur für die Versicherten auszahlen.

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Berlin. „Blut, Schweiß und Freudentränen“, leuchtet es in bestem Marketing-Deutsch auf dem Display, „Dein Einsatz zahlt sich aus.“ Diesen Slogan liest, wer die neue App der AOK Nordost auf seinem Smartphone installiert. Die größte Krankenkasse in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern will durchaus beim Wort genommen werden. Die App „FitMit AOK“, die seit Freitag im Google Play Store (Android) und im App Store (Apple) für Smartphones verfügbar ist, soll den Nutzer zu sportlicher Betätigung motivieren – und verspricht bewegungsfreudigen AOK-Versicherten Bonuszahlungen von mehr als 300 Euro im Jahr.

Das Prinzip ist nicht neu, wohl aber die Form der Umsetzung. Die Krankenkasse bewirbt ihre App, die gemeinsam mit der deutschen Tochter des US-IT-Pioniers Cisco System entwickelt wurde, als „digitales Prämienprogramm“. Hatten die Versicherten gestern noch Stempel sammeln müssen, geht das ab sofort alles per Fingertipp. „Technikaffine Menschen möchten gerne mit Technik dazu bewegt werden, einen gesunden Lebensstil zu führen“, sagt Frank Michalak, Vorstandschef der AOK Nordost, am Freitag bei der Präsentation in Berlin. Nach einer noch nicht veröffentlichten Studie der Krankenkasse haben 55 Prozent der befragten Versicherten Interesse an einer elektronischen Trainingsunterstützung. Bei den Über-60-Jährigen liegt die Quote noch höher.

Kassen finanzieren Fitness-Tracker

Die Smartphone-App „FitMit AOK“ ist kostenfrei im Google Play Store und im Apple App Store verfügbar – auch für Nichtmitglieder, die aber keine Prämien einstreichen können. Optional können auch Daten der Fitness-Apps von Google und Apple eingelesen werden.

Die Barmer GEK bietet mit der App „FIT2GO“ ein ähnliches Angebot, allerdings mit geringerem Funktionsumfang. Die App ist laut einem Sprecher nicht mehr Teil des Bonusprogramms. Andere bonusfähige Aktivitäten, die per Stempel und Unterschrift quittiert werden mussten, seien dadurch benachteiligt worden, heißt es.

Mehrere gesetzliche Krankenkassen , darunter Techniker Krankenkasse und DAK Gesundheit, bezuschussen den Kauf von Fitness-Trackern wie Smartwatches.

„Hallo Nico“, begrüßt die App seinen Nutzer. Nico heißt mit Nachnamen Hargesheimer, ist Teil des AOK-internen Start-ups „Team Digitale Gesundheit“. Er soll die App vorführen. 3200 Prämienpunkte hat Nico schon gesammelt. Die AOK Nordost unterscheidet vier Kategorien: Vorsorgeuntersuchungen, soziales Engagement, Mitgliedschaften und sportliche Aktivitäten. Krebsfrüherkennung, Zahnprophylaxe, Blutspende, Fitnessstudio-Mitgliedschaft, regelmäßige Laufeinheiten: das alles kann angerechnet werden. Die Krankenkasse prüft die Einträge und schreibt im Gegenzug Punkte gut.

Die Nachweise erfolgen ausschließlich digital: dokumentiert per Foto oder Scan von QR-Codes. Auf freiwilliger Basis können auch Daten der Fitness-Apps von Google (Google Fit) und Apple (Apple Health) eingelesen werden, ohne dass diese von der AOK Nordost gespeichert werden. Professor Dirk Heckmann, Experte für Internetrecht und Netzpolitik, attestiert der Krankenkasse ein „aus Sicht von Datenschutz und Datensicherheit mustergültiges Angebot“.

Ähnlich sieht es auch Brandenburgs Datenschutzbeauftragte Dagmar Hartge, die in die Entwicklung der App einbezogen wurde. „Ich bin positiv überrascht“, sagt Hartge. „Die App spornt dazu an, sich mehr zu bewegen. Das Bemühen um Datensparsamkeit ist sichtbar.“ Die Datenschützerin rät allerdings davon ab, die hauseigenen Fitnesstracker von Google und Apple zu nutzen. Die Apps gelten als unermüdliche Datensammler. „Fatal wäre es, wenn eine Krankenversicherung selber solche Daten erheben würde.“ Nicht akzeptabel wären auch darauf abgestimmte Tarife.

Garantiert die AOK Nordost, dass Versicherte, die sich dem digitalen Prämienprogramm verweigern, auf lange Sicht nicht schlechter gestellt werden? Vorstand Michalak schließt Benachteiligungen wie höhere Beiträge auf Nachfrage kategorisch aus. „Wir sind eine solidarische Krankenversicherung.“ Wer sich bewege, solle jedoch honoriert werden.

Bis zu 375 Euro im Jahr können die Versicherten so herausschlagen. Je mehr Punkte gesammelt werden, desto attraktiver fallen auch die Rabatte aus, die die AOK Nordost bei Partnern wie Fitnesscentern oder Kletterhallen ausgehandelt hat. Halten sich die Versicherten fit, profitiert schließlich auch die Krankenkasse, die in Brandenburg 550.000 Versicherte zählt – Tendenz: steigend. Weil der Zusatzbeitrag 2016 konstant blieb, zählt die AOK Nordost täglich 200 bis 300 Neuversicherte.

Von Bastian Pauly

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