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Wirtschaft Acht-Stunden-Arbeitstag bald Vergangenheit?
Nachrichten Wirtschaft Acht-Stunden-Arbeitstag bald Vergangenheit?
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12:09 23.07.2015
Der Acht-Stunden-Arbeitstag könnte bald schon der Vergangenheit angehören. Quelle: Privat
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Düsseldorf

Mit Blick auf den digitalen Wandel fordern Wirtschaftsvertreter eine Abkehr vom gesetzlich festgelegten Acht-Stunden-Tag. Das Arbeitszeitgesetz sollte von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umgestellt werden, heißt es in einem Positionspapier der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), aus dem die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ (Donnerstagsausgabe) zitiert.

„Flexible Arbeitszeiten gewinnen, angesichts von Digitalisierung und der Notwendigkeit zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, immer mehr an Bedeutung“, sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dem Blatt. Die starren Arbeitszeitregelungen in Deutschland behinderten diese Flexibilität. Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die zulässige werktägliche Arbeitszeit auf acht Stunden. Eine Ausdehnung auf bis zu zehn Stunden ist möglich, wenn die Mehrarbeit innerhalb eines halben Jahres ausgeglichen wird.

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Nach dem Arbeitszeitgesetz von 1994 dürfen Arbeitnehmer an Werktagen nur acht Stunden arbeiten. Arbeitgeber fordern nun jedoch, dass dieser Acht-Stunden-Arbeitstag aus dem Gesetz gestrichen und durch eine maximale wöchentliche Arbeitsstundenfestlegung mit flexibeleren Tageszeiten ersetzt wird.

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Auch der Geschäftsführer des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, Hans-Peter Klös, befürwortet flexiblere Arbeitszeiten. „Der gesetzliche Korridor passt nicht mehr in eine Welt, die 24 Stunden am Tag in Echtzeit online unterwegs ist“, sagte der Volkswirt der „Rheinischen Post“. Der Gesetzgeber müsse den Arbeitszeitrahmen lockern und dabei die Forderung der Wirtschaft nach Flexibilität mit Schutzansprüchen der Arbeitnehmer in Einklang bringen, betonte Klös, der Mitglied in einem von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ins Leben gerufenen Beraterkreis zur Überarbeitung des Arbeitszeitgesetzes ist.

Dagegen wies die Gewerkschaft IG Metall den Vorstoß zurück. „Überall wo wir Regelungen zum mobilen Arbeiten vereinbart haben, stand das Arbeitszeitgesetz nicht im Wege“, sagte der designierte IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann der Zeitung. Deshalb sehe er keinen akuten Handlungsbedarf. Er warnte, die Arbeitgeber wollten unter dem Siegel neuer Arbeitsformen Schutzrechte beschneiden.

Von MAZonline

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