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Aktienverkäufe beflügeln EnBW-Gewinn

Energie Aktienverkäufe beflügeln EnBW-Gewinn

Die niedrigen Großhandelspreise für Strom machen den Versorgern zu schaffen. Der Karlsruher Konzern EnBW setzt weiter stark auf Windenergie und Gas - will den Sparkurs aber noch einmal verschärfen.

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EnBW steckt mitten in einem grundlegenden Umbau.

Quelle: Uwe Anspach

Stuttgart/Karlsruhe. Deutschlands drittgrößter Versorger EnBW hat 2015 trotz gesunkener Preise an den Strombörsen wieder Gewinn gemacht - ein wichtiger Grund waren jedoch Verkäufe von Wertpapieren.

Die Karlsruher kündigten zudem an, ihren Sparkurs zu verschärfen. Der Überschuss des Konzerns betrug im vergangenen Jahr fast 125 Millionen Euro, auch weil EnBW Aktien anderer Unternehmen abstieß.

Im Vorjahr hatte es noch einen Verlust von knapp 466 Millionen Euro gegeben. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank das Ergebnis um 10,3 Prozent auf 1,918 Milliarden Euro, teilten die Karlsruher am Montag mit. Der Umsatz stieg 2015 leicht um 0,8 Prozent auf knapp 21,167 Milliarden Euro.

Belastet hätten das Unternehmen im laufenden Geschäft neben fallenden Großhandelspreisen für Strom Abschreibungen auf den konventionellen Kraftwerkspark sowie Rückstellungen von einer Milliarde Euro, berichtete Vorstandschef Frank Mastiaux in Stuttgart. Nach dem Wertpapierverkauf im ersten Halbjahr hatte der Überschuss von EnBW am Ende des dritten Quartals noch bei 710,8 Millionen Euro gelegen.

Für 2016 rechnet Mastiaux mit weiter schwierigen Geschäften. Der Umbau von EnBW weg von Atom- und Kohlestrom hin zu Windenergie und Gas solle fortgesetzt werden. Bessere Zahlen erwartet das Unternehmen in den Bereichen erneuerbare Energien und Netze.

Bei den Erneuerbaren konnte der Konzern im vorigen Jahr einen um mehr als die Hälfte gestiegenen bereinigten Betriebsgewinn (287,4 Millionen Euro) verbuchen. EnBW hatte etwa stark in den Offshore-Windpark "Baltic 2" in der Ostsee investiert. In der gesamten Windenergie seien 2015 Anlagen mit mehr als 500 Megawatt installierter Leistung ans Netz angeschlossen worden.

In Erzeugung und Handel sowie im Vertrieb dürfte die Entwicklung dagegen negativ bleiben. Der Hauptversammlung soll eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie vorgeschlagen werden, nach 0,69 Euro im Vorjahr.

Eine strategische Investition sei die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an der Leipziger Verbundnetz Gas AG. Damit werde EnBW zum drittgrößten Gasanbieter in Deutschland, das Gasgeschäft solle künftig 15 bis 20 Prozent zum Konzernergebnis beitragen. "Es wird damit zu einer stabilen Säulen unserer Neuausrichtung", sagte Mastiaux. Er und Finanzchef Thomas Kusterer kündigten an, das Ziel einer Kosteneinsparung von 400 Millionen Euro bis 2020 zu verschärfen.

Die Höhe und einzelne Maßnahmen sollen in den nächsten Monaten festgelegt werden. Zu möglichen Folgen für die Mitarbeiter gab es noch keine Angaben. EnBW beschäftigte zum Jahreswechsel knapp 20 300 Menschen. Das Unternehmen ist fast vollständig in öffentlicher Hand.

Auch die beiden größten deutschen Energiekonzerne Eon und RWE haben mit dem immer unrentableren Geschäft mit konventionellen Kraftwerken zu kämpfen. Eon verzeichnete 2015 einen Verlust von rund 7 Milliarden Euro, bei RWE waren es 170 Millionen Euro. EnBW wolle den Wandel - anders als Eon und RWE - ohne Auf- oder Abspaltungen bewältigen, sagte Mastiaux.

dpa

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