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Aldi, Lidl und Co. sind teurer als ihr Ruf

Konsum-Studie Aldi, Lidl und Co. sind teurer als ihr Ruf

Discounter drehen kräftig an der Preisschraube: Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung sind die Preise bei Aldi, Lidl und Co. in den vergangenen Monaten stärker als in anderen Supermärkten gestiegen. Die Gründe dafür sind vielfältig.

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Quelle: dpa

Potsdam. Eine Flasche Olivenöl für 2,99 Euro, ein Kilo Zucker für 85 Cent oder eine Packung Käse für 1,39 Euro – Discounter sind in der Regel unschlagbar günstig. Oder doch nicht? Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) weckt jetzt Zweifel am Billigheimer-Image. Demnach sind die Preise bei Aldi, Lidl und Co. in den letzten Monaten deutlich stärker als in den „normalen“ Supermärkten gestiegen. So bezahlten die Kunden im August laut GfK vier Prozent mehr für ihren Einkauf als im Vorjahres monat. In den klassischen Supermärkten verteuerte sich der Warenkorb dagegen nur um 1,6 Prozent. „Es gibt immer noch einen großen Abstand zwischen den normalen Supermärkten und den Discountern, aber er wird kleiner“, erklärt GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth.

Die Gründe für diese Entwicklung seien vielfältig: „Kriterien wie Frische und Naturbelassenheit sind den Kunden immer wichtiger“, sagt Adlwarth. So entstehe ein neuer Käufertypus, der bereit sei, für höhere Qualität mehr zu zahlen. Darauf reagierten die Discounter, indem sie beispielsweise vermehrt Bioprodukte in ihr Sortiment aufnehmen oder zu den Feiertagen mit Premium-Marken locken. Zudem investierten die Discounter in ihre Verkaufs flächen und die Präsentation ihrer Produkte, auch das schlage sich im Preis nieder, so Adlwarth.

Jessica Fischer von der Verbraucherschutzzentrale Berlin rät Kunden vor diesem Hintergrund zum genauen Preisvergleich. Die Rechnung „Discounter gleich billig“ gehe eben nicht uneingeschränkt auf, so die Ernährungsexpertin.

Laut Handelsverband Berlin-Brandenburg sind Discounter inzwischen flächendeckend in der Mark vertreten, „aber sie sind nicht mehr das, was sie vor 20 Jahren noch waren“, bestätigt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Günter Päts. Er betrachtet den Preisanstieg zum Teil als „Normalisierung“, schließlich seien die Lebensmittel in Deutschland so günstig wie nirgends sonst in Europa. „Das kann man auf Dauer nicht halten, für viele Lebens mittel wird der Preis ja an der Börse gemacht.“

Lange Zeit schien das Drehen an der Preisschraube den Discountern nicht zu schaden. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres steigerten Aldi, Lidl und Co. ihre Umsätze laut GfK um 4,6 Prozent. Die „normalen” Supermärkte legten „nur” um 3,2 Prozent zu. Doch die Frage stellt sich, ob die Discounter nicht dabei sind, den Bogen zu überspannen. Im August erzielten die „klassischen” Supermärkte laut GfK erstmals seit langem wieder höhere Umsatzzuwächse als die Discounter.

Von Angelika Pentsi

Jobmaschinen und Milliardenumsätze

  • In Brandenburg gehören die Discounter zu den größten Arbeitgebern. So beschäftigte die Unternehmensgruppe Schwarz im vergangenen Jahr 7665 Menschen und belegte damit Platz 1 im MAZ-Ranking der 100 größten Arbeitgeber. Beim Netto Marken-Discount arbeiteten 3200 Menschen (Platz 3), bei der Metro-Gruppe 3179 (Platz 4).
  • Platz 1 auf dem deutschen Lebensmittelmarkt insgesamt belegt die Edeka-Gruppe. Einschließlich ihrer Discount-Tochter Netto erzielte sie 2012 einen Bruttoumsatz von 49,3 Milliarden Euro.
  • Auf Platz 2 liegt die Kölner Rewe-Gruppe. Sie kam einschließlich der Discount-Tochter Penny auf einen Umsatz von 36,8 Milliarden Euro.
  • Auf Platz 3 landet die Metro-Gruppe (Real, Metro Cash & Carry) mit einem Umsatz von 30,4 Milliarden Euro. Allerdings ist der Lebensmittelanteil bei ihr deutlich geringer als bei den Wettbewerbern – nicht zuletzt wegen der Elektronikmarkt ketten Media Markt und Saturn.
  • Platz 4 belegte die Schwarz-Gruppe, bekannt vor allem durch
  • den Discounter Lidl und Kaufland. (Umsatz: 29,7 Milliarden Euro).
  • Auf Platz 5 folgt Deutschlands größter Discounter, die Aldi-Gruppe, mit einem Gesamtumsatz von 25,5 Milliarden Euro.
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