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Altersvorsorge in der Krise: Rentenlücke berechnen

Altersvorsorge Altersvorsorge in der Krise: Rentenlücke berechnen

Kaum ein Thema ist so heiß diskutiert wie die Rente. Rentner klagen über die geringen Zahlungen und Arbeitnehmer sitzen mit qualmenden Köpfen über ihrer Altersvorsorge und fragen sich, ob es reichen wird. Dabei wird oftmals nicht die tatsächliche Notwendigkeit berücksichtigt, sondern der Wunsch, den gewohnten Lebensstandard zu erhalten.

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Quelle: @ photographyMK - depositphotos.com

Denn eines ist aktuell ziemlich sicher: Den heute jungen Arbeitnehmern wird es später an mehreren hundert Euro fehlen. Kurz gesagt, die gesetzliche Rente wird nicht ausreichen. Das ist ein erschreckender Gedanke, vor allem wenn man bedenkt, dass viele junge Arbeitgeber in Sachen Altersvorsorge vor einem großen Fragezeichen stehen.

Was ist eine Rentenlücke?

Als Rentenlücke wird allgemein die Differenz zwischen den letzten monatlichen Netto-Einkommen und der gesetzlichen Altersvorsorge bezeichnet. Sprich das, was am Ende des Monats auf dem Bankkonto fehlt, auch Versorgungslücke genannt.
Dass die gesetzliche Altersvorsorge im Allgemeinen unter dem bisherigen beruflichen Einkommen liegt, ist vor allem darin begründet, dass davon ausgegangen wird, dass Ausgabeposten wie Kosten für Arbeitskleidung, Arbeitsweg oder auch die Kosten für Altersvorsorge wegfallen. Das mag auf dem Papier sinnvoll erscheinen, in der Praxis erweist sich diese Regelung allerdings zumeist als nicht effektiv.

Wie schlimm ist es wirklich?

Im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment führte der Freiburger Finanzprofessor Bernd Raffelhüschen eine Rechnung durch, um die Unterschiede in der Rentenversorgung zu berechnen. Der daraus entstandene " Vorsorgeatlas Deutschland 2017 " gilt als die bisher umfangreichste Zahlensammlung, die sich mit diesem Thema beschäftigt.

Daraus hervor geht, dass die heute 50- bis 65-Jährigen Rentenbeiträge erhalten, die rund 64 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens entsprechen. Auch hier existiert eine Rentenlücke, doch die Beiträge decken ihren bisherigen Lebensstandard. Bei den 20- bis 34-Jährigen sieht es jedoch anders aus. Hier deckt die gesetzliche Altersvorsorge lediglich 38,6 Prozent, was eine Lücke von etwa 800 € monatlich bedeutet. Geld, das nicht so leicht zu überbrücken ist und ganz klar mehr als wegfallende Fahrtkosten umfasst.

Laut des Vorsorgeatlas ergibt sich für alle Versicherten in Deutschland ein Durchschnitt von 1070 € im Monat. Allerdings werden in dieser Rechnung auch Absicherungen durch Riester-Rente, betriebliche Altersversorgung oder Zusatzversorgungen durch öffentlichen Dienst berücksichtigt. Der "normale" Arbeitnehmer wird also voraussichtlich nicht auf diesen Betrag kommen. Außerdem gibt es bei den Rentenzahlungen erhebliche regionale Unterschiede. So erhalten Bürger im Osten Deutschlands durchschnittlich die geringsten Zahlungen, wobei der Westen versorgungstechnisch am besten abgesichert ist.

Selbst vorsorgen für die Zukunft

Alles in allem stehen die Prognosen für die jungen Deutschen im Hinblick auf die Rente nicht besonders rosig. Wir alle wollen unseren Lebensabend genießen, uns vielleicht das ein oder andere gönnen, für das wir im stressigen Berufsleben keine Zeit hatten. Um sich nicht voll und ganz auf den Staat und den Gesetzgeber verlassen zu müssen, sollte privat vorgesorgt werden, um ein wenig entspannter in die Zukunft blicken zu können.

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