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Aus Braunkohlegrube wird Cottbuser Ostsee

Tagebau Cottbus-Nord Aus Braunkohlegrube wird Cottbuser Ostsee

Baden statt Baggern: Im ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord wird wieder kräftig gebaggert. Aus der Braunkohlegrube soll einmal der größte künstliche See Deutschlands entstehen – der Cottbuser Ostsee. Voraussichtlich fünf bis sieben Jahre lang wird die Grube geflutet, danach kann gebadet und geplanscht werden.

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Liegestühle und Sonnenschirm stehen am Grubenrand schon bereit. Auf das Wasser im neuen Tagebausee muss der Badegast noch jahrelang warten.

Quelle: dpa

Cottbus. Bagger gab es im Tagebau Cottbus-Nord in den vergangenen Jahrzehnten viele. Sie halfen, die Braunkohle aus der Grube zu holen. Der Bagger, der jetzt ganz oben am Rande der gewaltigen Kohlegrube steht, ist nun der erste Schritt für etwas ganz anderes. Ein Einlaufbauwerk entsteht. Wasser aus der Spree wird darüber ab dem Winterhalbjahr 2018/19 in den stillgelegten Tagebau laufen. Voraussichtlich fünf bis sieben Jahre lang soll geflutet werden. Und danach soll gebadet und geplanscht werden.

Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) sitzt am Freitag in dem Bagger und schaufelt erste Erde weg – der symbolische erste Spatenstich ist vollzogen. Daneben sind kleine Sonnenstühle und -schirme drapiert, die zeigen sollen, wie es mal sein könnte. Badefeeling statt Braunkohle.

Der Tagebau Cottbus-Nord wurde Ende 2015 planmäßig noch vom schwedischen Staatskonzern Vattenfall stillgelegt. Die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) ist seit Herbst 2016 neuer Revier-Besitzer und übernahm damit auch das Renaturierungsprojekt Cottbus-Nord, das einmal Deutschlands größter künstlicher See mit 19 Quadratkilometern Wasseroberfläche sein wird. Am Ende wird die Leag voraussichtlich 300 Millionen Euro in das Projekt investiert haben, wie Vorstandsmitglied Uwe Grosser sagt.

Hier soll der Cottbuser Ostsee entstehen

Hier soll der Cottbuser Ostsee entstehen.

Quelle: dpa

In Ostdeutschland gibt es viele solcher gefluteten Gruben. In der Lausitz entsteht ein ganzes Seenland, das über eine Kette verbunden wird. Anders als bei Cottbus-Nord ist für die Sanierung von Tagebauen zu DDR-Zeiten, die mit der Wende stillgelegt wurden, der Staat zuständig. Bund und Braunkohleländer vereinbaren alle paar Jahre ein neues Abkommen, das die Finanzierung regelt.

Der Vertrag für die Jahre 2018 bis 2022 wurde am Freitag in Berlin von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) unterzeichnet. Aus den Mitteln des Verwaltungsabkommens sollen rund 615 Millionen Euro nach Brandenburg, rund 500 Millionen Euro nach Sachsen, rund 150 Millionen Euro nach Sachsen-Anhalt und rund 23 Millionen Euro nach Thüringen fließen. Mit der Generationenaufgabe der Braunkohlesanierung sei einem ganzen Landstrich eine neue Perspektive eröffnet worden, betonte Woidke: „Eine ganze Region hat ein neues Gesicht bekommen.“

Damit würden der seit rund 25 Jahren laufende Strukturwandel in den Braunkohleregionen und die Beseitigung von DDR-Altlasten weiter unterstützt, sagte Schäuble bei der Unterzeichnung im Bundesfinanzministerium. Seit 1990 sind bereits mehr als zehn Milliarden Euro öffentliche Mittel in die Braunkohlesanierung in Ostdeutschland geflossen.

Umweltschützer kritisierten, dass noch keine wasserrechtliche Genehmigung des Seeprojekts von Landesbehördenseite vorliegt. Tatsächlich werden Unterlagen dort noch geprüft. Für den Bau des Einlaufbauwerks liege aber bereits eine Zulassung des Landesbergamtes vor, wie die Leag mitteilt. Im vergangenen November hatte es Beanstandungen gegeben, was die Erteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis zur Ausleitung des Oberflächenwassers angeht, wie das Landesumweltamt mitteilt. Auf Grundlage der damaligen Unterlagen konnte demnach eine Verschlechterung der Gewässer, die in Verbindung mit dem Cottbuser Ostsee stehen, nicht ausgeschlossen werden. Danach seien überarbeitete Antragsunterlagen vorgelegt worden, die nun noch geprüft werden, wie es weiter heißt.

Von Anna Ringle

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