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Wirtschaft Breites Bündnis fordert mehr Langstreckenflüge
Nachrichten Wirtschaft Breites Bündnis fordert mehr Langstreckenflüge
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14:44 19.09.2018
Spätestens mit der Eröffnung des BER soll das internationale Angebot ausgebaut werden. Quelle: dpa/Ralf Hirschberger
Potsdam

Spätestens seit der Pleite von Air Berlin ist es um Langstreckenverbindungen von Tegel und Schönefeld in die weite Welt schlecht bestellt. Das soll sich nun ändern: Ein breites, von Wirtschaft und Gewerkschaft getragenes Bündnis setzt sich für eine bessere internationale Luftverkehrsanbindung der Hauptstadtregion ein. Berlin hinke mit aktuell nur sechs direkten Langstreckenverbindungen im internationalen Vergleich hinterher und sei gleichauf mit Kiew, hieß es in einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung.

Damit liege die Region weit hinter London (155 Direktverbindungen) oder Paris (137), hieß es von der Initiative, die vom Hotel- und Gaststättenverband Berlin, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Brandenburg, den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg (UVB), der Berliner Tourismusverband visitBerlin sowie den vier Industrie- und Handelskammern (IHK) der Region getragen wird.

„Hervorragende Entwicklungspotenziale“

„ Brandenburg bietet hervorragende Entwicklungspotenziale über die nur wenige vergleichbare Ballungsräume in Europa verfügen. Um diese auch ausschöpfen zu können, braucht die Hauptstadtregion einen modernen Flughafen mit deutlich mehr Interkontinentalverbindungen.“, sagte Peter Heydenbluth, Präsident der IHK Potsdam.

Berlin-Brandenburg sei eine der wirtschaftlich am stärksten wachsenden Regionen Deutschlands. Seit 2005 sei Berlins Wirtschaft um 30 Prozent, die von Brandenburg um 17 Prozent gewachsen. Allein: Internationaler ist der Luftverkehrsstandort dabei kaum geworden. Im Gegenteil. Laut dem Branchenportal „Airliners“ ist die Zahl der von Berlin abgehenden Langstreckenverbindungen in den vergangenen Jahren regelrecht eingebrochen.

Früher 25 Interkontinentalflügen, heute 6

Vor zwanzig Jahren gab es demnach von Tegel und Schönefeld aus noch 25 Interkontinentalverbindungen. 2004 sank die Zahl auf nur noch sieben Verbindungen. Danach wuchs das Kontingent wieder an auf bis zu 18 Langstrecken im Jahr 2017 – dem Jahr der Air-Berlin-Pleite. Zuletzt gab es in der Hauptstadtregion nur noch sechs Verbindungen zu anderen Kontinenten. Quasi über Nacht fiel Berlin durch die Pleite der deutschen Airline damit aus Sicht der Tourismusbranche auf Provinzniveau.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup buhlt mit einer aggressiven Preispolitik um neue Anbieter. Er verspricht neuen Airlines satte Rabatte – sehr zum Ärger von Anti-Fluglärmbündnissen und von Umweltschützern. Einen ersten Erfolg konnte Flughafenchef Lütke Daldrup kürzlich verkünden. Die im lettischen Riga ansässige Fluglinie Primera Air will ab kommendem Jahr von Berlin aus täglich nach New York fliegen.

Außerdem sollen vier mal wöchentlich Jets nach Boston sowie drei mal nach Toronto in Kanada gehen. Dafür soll die Airline zwei Maschinen in Tegel stationieren. Damit springen die Isländer in die Lücke, die die Lufthansa gerissen hatte. Die deutsche Fluggesellschaft hatte ihre Verbindungen von Tegel nach New York unlängst eingestellt.

Politik soll bilaterale Abkommen schaffen

Das neue Luftverkehrsbündnis sieht in erster Linie die Politik in der Pflicht. Die Etablierung neuer Langstrecken sei nicht nur eine unternehmerische, sondern auch eine politische Entscheidung, hieß es. Luftverkehrsbeziehungen zwischen Staaten würden in der Regel durch bilaterale Abkommen geregelt. „Von der Bundespolitik fordern die Bündnispartner deshalb die Öffnung des Marktes für weitere Airlines am BER“, hieß es.

Außerdem müssten die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam mit dem Bund die Hauptstadtregion als „unternehmerisch interessante Destination profilieren“. Dafür wolle das Bündnis in den kommenden Monaten auf allen politischen und wirtschaftlichen Ebenen werben.

Auch Flughafenchef Lütke Daldrup fühlt sich vom Bund im Stich gelassen. Gegenüber München oder Frankfurt am Main werde die Luftfahrtregion benachteiligt. Es sei anderswo in Europa kaum denkbar, dass eine Hauptstadt bei den Flugrechten kaum unterstützt werde, hatte er gesagt.

Von Torsten Gellner

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