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Wirtschaft BER-Chef muss weiter mit Baufirmen verhandeln
Nachrichten Wirtschaft BER-Chef muss weiter mit Baufirmen verhandeln
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18:27 18.09.2017
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Flughafengesellschaft hat sich noch nicht final mit den wichtigsten Baufirmen auf einen Weg zur BER-Eröffnung geeinigt. Es gebe in kaufmännischer Hinsicht noch offene Fragen, räumte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Montag im Sonderausschuss BER des Brandenburger Landtags ein. „Ich kann erst dann berichten, wenn die Verträge unterzeichnet sind. Es gibt noch vertraglichen Klärungsbedarf“, sagte er.

Im August hatte der Flughafen einen neuen Rahmenterminplan veröffentlicht, wonach die Bauarbeiten im Terminal bis Ende August 2018 abgeschlossen sein sollen. Darin sei man sich mit den Firmen einig, so Lütke Daldrup. Doch wie die großen Firmen wie Bosch, Siemens oder T-Systems auch vertraglich auf die Fertigstellung verpflichtet werden können, ist noch offen. Auch auf mehrmalige Nachrage, ob den Firmen Strafzahlungen drohten, wenn sie erneut Termine reißen, äußerte sich Lütke Daldrup dazu nicht.

Firmen verdienen kräftig am Stillstand

Die schlechten Verträge gelten als ein Grund dafür, warum die Arbeiten am Pannenflughafen so schleppend vorangehen. Je länger am BER gearbeitet wird, desto mehr verdienen die Vertragspartner der Flughafengesellschaft. Das hatten sowohl Lütke Daldrup als auch seine Amtsvorgänger wiederholt beklagt. Der Flughafenchef zeigte sich zuversichtlich, dass er sich im nächsten Monat auch in finanzieller Hinsicht mit den Partnern einigen kann. Erst danach will er einen konkreten Eröffnungstermin nennen.

Das Problem mit den nicht ansteuerbaren Brandschutztüren, das eigentlich zum vorigen Jahreswechsel hätte behoben sein sollen, ist laut Lütke Daldrup inzwischen zu 70 Prozent gelöst. Bei der Sprinkleranlage, die als Hauptgrund für die verschobene Eröffnung im Sommer 2012 galt, steht das Bearbeitungsbarometer bei 43 Prozent.

Schallschutzprogramm hinkt hinterher

Das Schallschutzprogramm tritt derweil weiter auf der Stelle. Von den rund 14000 Haushalten im Tagschutzgebiet sind mit Stand Ende August erst 129 Wohnungen mit Lärmschutzfenstern und Dämmplatten ausgestattet. In 5600 Fällen wurden dagegen Entschädigungen ausgezahlt. Sie sollten eigentlich die Ausnahme beim Schallschutzprogramm bilden.

Die Entschädigungsregel greift dann, wenn die Kosten für den Schallschutz mehr als 30 Prozent des Verkehrswerts eines Objekts ausmachen. Zwar ist der Bearbeitungsstau bei den Schallschutzanträgen inzwischen abgebaut. Allerdings liegen viele Anwohner mit der Flughafengesellschaft weiterhin im Clinch, weil etwa Wohnküchen oder Räume mit niedrigen Decken als nicht schallschutzwürdig eingestuft werden.

Von Torsten Gellner

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