Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wirtschaft BER-Fenster streiken, wenn es zu warm ist
Nachrichten Wirtschaft BER-Fenster streiken, wenn es zu warm ist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:01 10.10.2016
Fenster des BER können mit Motoren geöffnet werden – sofern es den Antrieben nicht zu heiß ist. Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Potsdam

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld will nach den vielen Erfahrungen mit BER-Pannen offenbar kein Szenario ausschließen. Er halte zwar eine Eröffnung Ende 2017 noch für möglich, allerdings könne sich bei der technischen Inbetriebnahme oder dem Probebetrieb auch herausstellen, dass der Flughafen in bestimmten Bereichen nicht funktioniere und gegengesteuert werden müsse, sagte er am Montag vor dem Sonderausschuss BER des Brandenburger Landtags. „Wenn Sie einen Staubsauger bestellt haben, und er geht nicht, müssen sie ihn auch zurückschicken“, sagte er.

Dazu fiel dem Manager gleich ein Beispiel ein, eine Panne, die bislang noch nicht das Licht der Öffentlichkeit erblickt hatte: „Die Fenster am Flughafen werden über Motoren angesteuert“, erklärte er. Bei einem Test stellte sich jedoch jüngst heraus, dass ein Motorentyp nicht bei Temperaturen über 30 Grad funktionierte. „Das war ein Produktionsfehler.“ Die defekten Antriebe mussten getauscht werden.

Woidke will über Nachtflugverbot neu verhandeln

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD), der in den Ausschuss zitiert worden war, erklärte, dass die Landesregierung mit Berlin erneut über die Nachtflugregeln verhandeln wolle. „Wir wollen den Menschen mehr Nachtruhe verschaffen“, sagte Woidke. Auf konkrete Zeiten für ein Nachtflugverbot wollte er sich aber nicht festlegen. Er sei zuversichtlich, dass es mit der sich abzeichnenden neuen rot-rot-grünen Regierung in Berlin mehr Chancen für eine politische Diskussion gebe als mit der bisherigen SPD/CDU-Regierung.

Dabei müssten aber auch wirtschaftlicher Aspekte berücksichtigt werden, sagte Woidke. Nach der Regierungsbildung in Berlin werde er umgehend auf die neue Regierung dort zugehen. Er persönlich sei fest davon überzeugt, dass es möglich sei, den Menschen mehr Nachtruhe zu verschaffen. Die Verringerung des Fluglärms sei eine Daueraufgabe.

Finanzchefin Fölster: FBB ist „wirklich erfolgreiches Unternehmen“

Laut Finanzchefin Heike Fölster ist die Flughafengesellschaft ein „wirklich erfolgreiches Unternehmen“. Sie verwies auf steigende Passagierzahlen und Umsätze. Im ersten Halbjahr 2016 zählten Tegel und Schönefeld 15,24 Millionen Gäste. Im Vorjahreszeitraum waren es 13,73 Millionen. Die Umsätze stiegen ebenfalls: In den ersten sechs Monaten des Jahres waren es 174,2 Millionen Euro und damit gut 20 Millionen Euro mehr als im ersten Halbjahr 2015. Die Steigerung veranlasste die Flughafengesellschaft nun dazu, die Ergebnisprognose für das laufende Jahr von 77 Millionen Euro auf 92 Millionen Euro anzuheben.

Schneider befürchtet kein Verkehrschaos

Brandenburgs Verkehrsstaatssekretärin Kathrin Schneider (SPD) wies Befürchtungen zurück, rund um den BER könne es wegen der wachsenden Verkehrsbelastung zu einem Kollaps kommen. Schneider verwies auf die Situation in Tegel, wo sie nach eigenem Bekunden erst vergangene Woche gelandet sei. Tegel mit mehr als 20 Millionen Passagieren pro Jahr habe nur eine Zufahrtsstraße und keinen Bahn-Anschluss. „Dennoch verkraftet der Flughafen das“, so Schneider. „In Schönefeld haben wir einen leistungsfähigen Bahn-Anschluss, ich sehe überhaupt keine Katastrophenszenarien auf uns zukommen.“

Von Torsten Gellner

Vertragskonstruktionen sind komplex. Dazu forschen die Wissenschaftler Hart und Holmström. Dafür bekommen sie nun den Wirtschafts-Nobelpreis.

10.10.2016

27,7 Milliarden Euro hat Deutschland im vergangen Jahr für Sozialhilfe ausgegeben – ein Plus von rund fünf Prozent. Davon profitierten vor allem Menschen mit Behinderungen und ältere Bürger.

10.10.2016

4,7 Milliarden Euro Schadenersatz fordert der Energieriese Vattenfall von Deutschland. Worum es bei dem Prozess in Washington geht und was das Freihandelsabkommen TTIP damit zu tun hat, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

10.10.2016
Anzeige