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Wirtschaft BER-Chef will private Finanziers an Bord holen
Nachrichten Wirtschaft BER-Chef will private Finanziers an Bord holen
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00:34 03.03.2018
Ab Oktober 2020 sollen hier die Passagiere auf ihr Boarding warten. 770 Millionen Euro muss die Flughafengesellschaft bis zur Eröffnung noch auftreiben. Quelle: FOTO: dpa
Schönefeld

Es ist ein vertrautes Bild: Die Deckenklappen im Terminal des Flughafens BER stehen offen. Sie geben den Blick frei auf ein Gewirr aus Kabeln, Schläuchen und Leitungen. Eigentlich sei man mit der Kabelsanierung weitgehend fertig, erklärt Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Aber es liefen noch „Prüfprozesse“. Und ja, kleinere Mängel müssten auch noch beseitigt werden. „Die Sanierung auf so einer Problembaustelle mit einem solchen Kladderadatsch ist eben ein enormer Aufwand“, sagt er. „Es ist sehr mühsam.“

Auf der Terminalbaustelle wird fleißig geputzt. Quelle: dpa

Vom Kopf auf die Füße sei das verkorkste Flughafenprojekt gestellt worden, erklärt der Flughafenchef, als er am Mittwoch über die Baustelle führt, auf der sich optisch wenig verändert hat. Die Deckenklappen hingen in den vergangenen Jahren stets herab. Inzwischen aber ist nach dem Nordpier auch das Südpier fertiggestellt. Es ist für die noch anstehenden Arbeiten im Hauptterminal ein Referenzprojekt. „Wir übertragen die hier gewonnenen Erkenntnisse auf das Fluggastterminal“, erklärt der Flughafenchef. Während am Nordpier die Billigflieger abgefertigt werden und die Passagiere mit Bussen zu den Flugzeugen gebracht werden, geht es am Südpier komfortabler zu – mit Fluggastbrücken und VIP-Lounge.

Die Sitze sind zum Schutz vor Staub abgedeckt. Quelle: dpa

Der Flughafenchef ist seit einem Jahr im Amt und hat im vergangenen Dezember nach langem Abwägen einen Eröffnungstermin für Oktober 2020 benannt. Die Flughafenplaner hatten lange überlegt, weil sie diesmal sicher sein wollen, dass der Termin auch wirklich gehalten wird. „Wir haben uns mit den Risiken fast bis zum Erbrechen beschäftigt“, sagt Lütke Daldrup. Es seien ausreichend Sicherheitspuffer eingebaut worden auf dem Weg zur Eröffnung.

Erste Terminmarke ist schon gerissen

Die Puffer wird er wohl auch brauchen. Denn die erste Terminmarke, die Lütke Daldrup noch vor einem halben Jahr propagiert hat, ist bereits gerissen. Die reinen Bauarbeiten am Terminal sollen nun bis Ende des Jahres abgeschlossen werden – und nicht schon im August. Die Kosten für das Bauprojekt werden um rund 770 Millionen Euro steigen – auf mehr als sieben Milliarden. Das sieht der Businessplan vor, der am Freitag im Aufsichtsrat vorgestellt werden soll. Dabei will sich Lütke Daldrup künftig beim Ausbau des BER auch von privaten Geldgebern unterstützen lassen.

So soll das geplante Terminal 2, das Anfang 2020 gegenüber dem Hauptterminal entstehen soll, als Mietkauf- oder Leasingobjekt gebaut werden. Dies sei jedoch keine Privatisierung des BER, betont der Flughafenchef. So seien bereits die Parkhäuser privat finanziert und dann vom Flughafen geleast worden. Billiger wird es für die Flughafengesellschaft damit nicht, die Kosten werden aber in die Zukunft verschoben. Das größte Problem sei schließlich, dass der Flughafen derzeit wegen der geplatzten Eröffnungstermine kein Geld verdiene, so Lütke Daldrup.

400 Millionen Euro vom Kapitalmarkt: bürgt Brandenburg erneut?

Mit seiner Suche nach privaten Investoren reagiert Lütke Daldrup auf den Druck der Gesellschafter. Vor allem Brandenburg sperrt sich dagegen, dass weiteres Steuergeld fließt. Lütke Daldrup geht davon aus, dass sich die benötigten 770 Millionen Euro deutlich reduzieren lassen – um bis zu 270 Millionen Euro. 400 Millionen Euro will die Flughafengesellschaft über den Kapitalmarkt selbst aufbringen – mit Berlin und Brandenburg als 80-prozentige Bürgen. Bliebe eine Restsumme von 100 Millionen Euro, deren Finanzierung noch nicht gedeckt ist.

Dass neue Probleme auftauchten, will Lütke Daldrup nicht ausschließen. „Wir wissen, dass immer irgendetwas nicht geht“, sagt er. Wegen der Sicherheitspuffer sei die Eröffnung zwar nicht gefährdet, aber: „Wir müssen auch die nächsten zweieinhalb Jahre Ihre Nerven strapazieren.“

Von Torsten Gellner

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